"Wer als Jugendlicher nicht wählt, tut es nie mehr"

Janine und Lea geben der Veranstaltung zwei "Daumen hoch".
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"Wer von euch glaubt, dass er sein ganzes Leben lang in einer Demokratie leben wird", fragt Stefan Wally von der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen. Schüler der Berufsschule St. Johann und der Bundesbildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) in Bischofshofen haben Kärtchen in grün mit "Daumen hoch" und in rot mit "Daumen runter" in den Händen. Nach kurzem zögern halten geschätzte 95 Prozent von ihnen die rote Karte hoch. Auf die Frage, warum die Einstellung der jungen Leute so pessimistisch sei, antwortet ein Berufsschüler: "Weil immer weniger Menschen zur Wahl gehen. Und wenn keiner mehr mitmacht, ist es keine Demokratie mehr." Wollen tun aber 100 Prozent von ihnen die Demokratie – zeigen die grünen Kärtchen.

Mittun in der Demokratie

"Damit hat der junge Mann nicht unrecht", bestätigt Stefan Wally. Auswertungen von ESS Österreich (European Social Survey) würden zeigen, dass nicht nur die Wahlbeteiligung kontinuierlich rückläufig sei, sondern auch die Zahl der Menschen, die sich in der Kirche, der Gemeinde, in Vereinen, bei Parteien oder Bürgerinitiativen engagieren. "Das Mittun in der Demokratie wird also weniger", resümiert Wally, der auch weiß, wen wir in Österreich statistisch gesehen für die Demokratie "verlieren": "Es sind Menschen, die früh von der Schule abgehen, Leute, die isoliert leben und jene, die keine Perspektive mehr sehen. Außerdem gehen jene, die bereits als junge Menschen nicht zur Wahl gegangen sind, im höheren Alter auch nicht hin." 

"Was habt ihr für uns gemacht?"

Darum haben es sich akzente Salzburg und Unterstützer mit dem Jugendforum für politische Bildung "Wahl_lokal18" zur Aufgabe gemacht, die Jugendlichen vor ihrer ersten Wahl zu erreichen. Nach den Vorträgen arbeiteten die Schüler im Stationenbetrieb zu den Themen Wahl, Demokratie, politische Prozesse und -Teilhabe. Am Nachmittag standen ihnen Politiker als Gesprächspartner zur Verfügung. So mussten Landesrätin Martina Berthold und Co. zeigen, was sie in der Legislaturperiode für die Jugend gemacht haben. LAbg. Martina Jöbstl (ÖVP) führte den Talentecheck an, LR Martina Berthold (Die Grünen) den Girls Day, und das Projekt Heroes für Flüchtlinge, LAbg. Simon Hofbauer (Die Grünen) erwähnte die s'cool Card, und LAbg. Markus Steiner (FPS Liste Dr. Karl Schnell) nannte den Jugendlandtag und das Jugendparlament.

98 Prozent wollen wählen gehen

Als am Ende des Tages die Frage gestellt wurde, wer bei seiner ersten Wahl zur Urne schreiten würde, hoben rund 98 Prozent ihr grünes Kärtchen – für die Veranstalter ein Erfolg. Und für die Jugendlichen? "Ich habe heute viel gelernt – z.B. wofür die einzelnen Parteien stehen. Das war interessant", sagte Lara von der BAfEP Bischofshofen. Ihre Kolleginnen Sarah und Stefanie stimmen ihr zu: "Wir dürfen zwar bei der Landtagswahl 2018 noch nicht wählen, aber wenn wir alt genug bin, werde wir auf jeden Fall wählen gehen."

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