Unsere Erde
Zahl der Neuzulassungen von Hybriden hat sich verdoppelt

Michael Kocher hat den Bezirksblättern Daten und Fakten zu Alternativen Antrieben geliefert.
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  • Foto: ÖAMTC Gurtner
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Obwohl Diesel- und Benzinfahrzeuge noch immer die Mehrzahl der Autos in Salzburg stellen, gehen die Zahlen der Neuzulassungen spürbar zurück. Dafür sind sie bei Hybridautos um 92 Prozent gestiegen, wie es dazu kommt erklärt Michael Kocher, Leiter der Abteilung Technische Innovationen des ÖAMTC Salzburg.

SALZBURG. Von Jänner bis Oktober 2020 wurden in Österreich 10.520 Elektroautos zugelassen, das ist im Vergleich zum selben Zeitraum im Jahr 2019 eine Steigerung um 33,2 Prozent. Allerdings müsste man hier erwähnen, dass 80 Prozent der Neuzulassungen auf Firmen zurückzuführen sind, erklärt Michael Kocher, Leiter der Abteilung Technische Innovationen des ÖAMTC Salzburg. Lediglich 20 Prozent wurden von Privatpersonen gekauft. Ein Grund dafür könnte sein, dass Unternehmen höhere Förderungen bekommen und dahingehend auch besser beraten werden. Im Vergleich zu den gesamten Neuzulassungen in Österreich – 204.913 im Vergleichszeitraum – ist der von E-Autos mit 5,1 Prozent noch immer sehr gering. In Salzburg wurden im ersten Halbjahr 2020 430 Neuzulassungen registriert, das ist immerhin eine Steigerung von 4,1 Prozent.

Zulassungen verdoppelt

"Bei Hybriden ist die Situation gleich wie bei den Elektroautos. Die Zahlen von Neuzulassungen steigen österreichweit kontinuierlich an", sagt Kocher. Besonders bei Benzin-Elektro-Hybriden ist ein enormer Anstieg zu verzeichnen. Die Neuzulassungen sind von Jänner bis Oktober 2020 um 102,8 Prozent gestiegen. Auch in Salzburg ist dieser Trend zu sehen, hier wurden 748 Benzin-Elektro-Hybride angemeldet, das ist ein Plus von 92,8 Prozent. Ein Grund für diese positive Bilanz könnte laut Kocher die staatliche Förderung für diese Antriebsart sein. "Der Importeur muss 1.250 Euro gewähren, dann zahlt der Bund 1.250 Euro oben drauf. Das sind insgesamt 2.500 Förderung", erklärt Kocher. Bei Diesel-Elektrohybriden gibt es im gegebenen Vergleichszeitraum ebenfalls eine Steigerung, allerdings sind es hier nur 25 Prozent. Dies könnte daran liegen, dass diese Hybridvariante nicht gefördert wird. "Hybrid-Fahrzeuge sind also wesentlich beliebter, als reine E-Autos", fasst der Experte zusammen.

Starke Förderungen

Für Elektro- bzw. Hybrid-Autos spräche die derzeitige Förderlandschaft in Österreich. E-Autos werden für Privatpersonen mit 2.000 Euro vom Importeur und 3.000 Euro vom Bund, also mit insgesamt 5.000 Euro gefördert und Benzin-Elektro-Hybride mit 2.500 Euro. Das hänge auch mit den CO2 Vorgaben der Europäischen Union zusammen, denn Hersteller können ihre Flottenbilanz durch den Verkauf solcher Fahrzeuge verbessern. Auch die günstigeren Unterhaltskosten sind ein Plus, denn bei Elektrofahrzeugen entfällt die Nova und bei Hybridfahrzeugen wird nur der verbrennungsmotorische Anteil bei der motorbezogenen Versicherungssteuer berücksichtigt.

Nachteile der Batterien

Allerdings gibt es auch Nachteile, besonders der – trotz Förderung – hohe Anschaffungspreis und die geringe Reichweite werden angeführt. Ein weiteres Manko sind die Akkus. Die Rohstoffressourcen für Kobalt und Lithium sind gering und die Gewinnung steht unter starker Kritik. Dadurch würde das Recyceln der Rohstoffe umso wichtiger werden. Zwar könnten bereits 90 Prozent der Batterien recycelt werden, allerdings schreibt die Europäische Union nur 50 Prozent vor und dies könne bereits durch das Recyceln des Gehäuses und andere Komponenten erreicht werden.

Erdgas und Wasserstoff

Neben Batterien gibt es noch Wasserstoff und Gas als Alternative Energien für Fahrzeuge. Wasserstoff wird durch eine Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, dadurch wird wiederum ein Elektromotor angetrieben. Allerdings gibt es zwei nennenswerte Nachteile bei Wasserstoff zum einen ist hier die Infrastruktur an Tankmöglichkeiten in Salzburg nicht gegeben und Österreichweit gibt es nur fünf Tankstellen. Leider ist die Erzeugung von Wasserstoff noch nicht umweltfreundlich genug. "Die Erzeugung von Wasserstoff benötigt sehr viel Energie, welche derzeit noch in Kohle- oder Atomkraftwerken erzeugt wird", gibt Kocher zu bedenken.
Eine weiter Alternative sind Erdgasautos, sie sollen nahezu keine Schadstoffe und einen niedrigen CO2 Ausstoß haben. Allerdings sind auch hier, wie bei Elektroautos, die Anschaffungskosten höher als bei Benzin- oder Dieselfahrzeugen und die Tankstelleninfrastruktur ist geringer (170 in Österreich)

Mehr zum Thema:
"Unsere Erde."



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Michael Kocher hat den Bezirksblättern Daten und Fakten zu Alternativen Antrieben geliefert.
Die Infrastruktur bei Ladestationen – besonders für Privatpersonen – ist in Österreich noch ausbaufähig.

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