Leserbrief aus Großarl
Gesetzliche Vertreter müssen endlich Schritte setzen

Leserbrief von Elisabeth Waldbauer, Mitarbeiterin der Großarler Bergbahnen.
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In ihrem ausführlichen Leserbrief stellt Elisabeth Waldbauer als Mitarbeiterin der Großarler Bergbahnen die Situation zum Thema Pistensperre aus einer anderen Perspektive dar.

Ich darf diesen ganzen Trubel zum Thema Pistensperre nutzen und eine Seite beleuchten, über diese, so scheint es für mich zumindest, wohl kaum jemand nachdenkt. Neben diesem wirklich ernst zu nehmenden Thema, unsere Gäste und unsere Kollegen in Schutz nehmen zu müssen, gibt es auch eine überaus wichtige Gruppe von Mitarbeitern der Großarler Bergbahnen, die die Folgen dieses scheinbar von der Politik nicht regelbaren Zustandes mittragen müssen. Dazu möchte ich einige Zeilen vorausschicken:
Ich arbeite nun das achte Jahr in einem Unternehmen, bei dem ich von Beginn an eine Strategie aus der Führungsebene erleben darf, die ernsthaft bemüht ist, ja wirklich darum kämpft, das Unternehmen erfolgreich, zur Zufriedenheit unserer Gäste sowie der in irgendeiner Form eingebundenen Mitstreiter zu leiten. Genauso lange muss ich leider aber auch erleben, dass, obwohl die „Großarler“ bekannt dafür sind, GEMEINSAM sehr viel zu schaffen, der „Lift“ ein ständiges Thema zur negativen Kritik und Diskussion in der Öffentlichkeit zu sein scheint. Bald sammelte ich Erfahrungen, dass es als “Liftlerin“ nicht immer angenehm sein kann, ein Lokal oder eine Skihütte zu besuchen, ohne in irgendeiner Art und Weise zum Teil sehr respektlos angegriffen zu werden. Dabei geht es nicht um mich als Mitarbeiterin, nein, meistens geht es um Entscheidungen seitens der Bergbahnen-Verantwortlichen, die nicht verstanden bzw. akzeptiert werden, und immer um die Geschäftsführer, die sowieso ALLES falsch machen. Ich würde mich hüten, diese Worte in den Mund zu nehmen, die ich mir bei dem ein oder anderen Gespräch  anhören musste.

Viel niveauloses Geschwätz

Ich habe versucht, diese Themen in der Kollegenschaft zu hinterfragen, viele Gespräche mit langjährigen Mitarbeitern geführt, um mir ein sachliches Bild von dem machen zu können, was Inhalt dieser Kritikpunkte war. Das Ergebnis davon: Größtenteils niveauloses Geschwätz, woraufhin ich mir angewöhnte, solche Angriffe abzuwehren, indem ich zu Antwort gab, dass es einfach sei, schlecht zu reden, wenn man keine Ahnung hat. Man lernt irgendwann, die Leute reden zu lassen, weil es in Wahrheit nichts bringt, Dinge richtig zu stellen, offensichtlich ist es spektakulärer und befriedigender, schlecht zu reden, als vielleicht einmal ein Lob über ein Unternehmen auszusprechen, welches sich so gut entwickelt hat und wovon wirklich das ganze Tal profitiert.

Arbeitgeber in der Region

Ich möchte meinerseits den Wert eines Betriebs vor Augen führen, der so vielen Menschen aus der Region einen Arbeitsplatz bietet, wo man noch Menschlichkeit erlebt. Auf diesem Wege darf ich unseren beiden „Chefs“ meinen allergrößten Respekt aussprechen. Nach meinem Ermessen haben wir in den letzten zwei Jahren mit Josef Gruber und Siegfried Plöbst ein Geschäftsführer-Team erlebt, dass sich mehr als positiv ausgewirkt hat auf das Unternehmen der Großarler Bergbahnen.
Herr Plöbst hat sich als Quereinsteiger mit tatkräftiger Unterstützung von Josef Gruber und den erfahrenen Mitarbeitern intensiv in das Seilbahn-Unternehmen eingearbeitet. Ich persönlich bin zutiefst betroffen über die Kündigung unseres Geschäftsführers, wobei ich seine Entscheidung absolut verstehe und respektiere.

Seien wir dankbar

Seien wir doch dankbar, dass es diesen Menschen in den leitenden Funktionen NICHT egal ist, dass, auch wenn das Unternehmen erfolgreich geführt werden will, nicht nur der wirtschaftliche Faktor eine Rolle spielt, sondern die Gesundheit und das Menschenleben im Vordergrund stehen. Seien wir dankbar, dass noch so viele Menschen in unserem Tal sich mit einem Betrieb identifizieren, der dadurch Erfolg verzeichnen kann. Ich bin überzeugt, dass sich das sehr rasch ändern kann, vor allem, wenn sich in der Führungsebene Änderungen ergeben, die vielleicht zum Nutzen gewisser Anderer sein können, aber das Gesamtpaket darunter leiden wird.

Keine Ausreden mehr

Und da wird dann auch das GEMEINSAME zum Vorschein kommen: Nicht nur wir Mitarbeiter, auch da wird das ganze Tal inkl. unserer geschätzten Gäste die Folgen davon tragen müssen. Nicht verwunderlich aber dennoch traurig, beobachten zu müssen, was Geldgier und sinkende Moral aus Menschen macht. Also plädiere ich an die gesetzlichen Vertreter, endlich Schritte zu setzen, Entscheidungen zu treffen und sich nicht ständig, mit inzwischen langweilig gewordenen Ausreden wie: “Der Lift spricht nicht mit den Hüttenbetreibern usw.“ in der Öffentlichkeit rauszureden.

Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen: Wir möchten unseren langjährigen Geschäftsführer Josef Gruber behalten und unseren Siegfried Plöbst wieder als Chef zurück!

Leserbrief von
Elisabeth Waldbauer
Kassenleitung Großarler Bergbahnen

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Autor:

Alexander Holzmann aus Pongau

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