Landtagswahl Salzburg 2018: So wählte der Pongau

Drei rote Gemeinden mischen sich in den schwarzen Pongauer Fleckerlteppich.
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  • Drei rote Gemeinden mischen sich in den schwarzen Pongauer Fleckerlteppich.
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Ab 16 Uhr finden Sie hier die ersten Ergebnisse aus den Gemeinden

PONGAU. Die Stimmen im Pongau sind ausgezählt: Wie erwartet fährt die ÖVP im Bezirk ein starkes Ergebnis ein und kommt auf 39,9 Prozent der Stimmen. Besonders im Gasteinertal konnten die Schwarzen stark zulegen: Die größten Zuwächse gab es in Bad Gastein (+21,0 Prozent), Hüttau (+13,6), Bad Hofgastein (+12,4) und Dorfgastein (+12,2).

SPÖ rettet gerade noch Rang zwei

Für die SPÖ zeichnet sich im Pongau ein Minus von 6,1 Prozent ab. Die Sozialdemokratie verlor in allen 25 Gemeinden und kommt nurmehr auf 21,0 Prozent. Die FPÖ hingegen legt im Pongau um 1,7 Prozent zu und rückt mit 20,8 Prozent der SPÖ gefährlich nahe. Lange sah es danach aus, als würde die FPÖ Rang zwei im Pongau erobern – die roten Hochburgen Schwarzach, Bischofshofen und Mühlbach verhinderten dies. Für die Grünen gibt es Grund zur Sorge: Sie stürzen im Pongau auf 5,0 Prozent ab (-9,2 Prozent). Die FPS kommt im Pongau immerhin auf 4,2 Prozent.

Goldegg steht zu Hans Mayr

In der Gemeinde Goldegg gab es mit Sepp Schellhorn (NEOS) und Hans Mayr (SBG) gleich zwei Spitzenkandidaten. Zwar schaffte auch in Goldegg die ÖVP die Stimmenmehrheit (28,1 Prozent), jedoch kämpfte sich dort Mayr mit 23 Prozent auf Rang zwei. Im Bezirk setzte es für den Goldegger mit 3,7 Prozent aber eine herbe Niederlage. "Die Enttäuschung ist jetzt natürlich groß. Das Team hat sehr gut gearbeitet und das Feedback aus der Bevölkerung war durchwegs positiv, weshalb wir uns schon Chancen ausgerechnet hatten", sagte ein geknickter Hans Mayr in einer ersten Stellungnahme in der Bezirksblätter-Livesendung auf RTS.
Schellhorn erreichte in seiner Heimat 7,7 Prozent. Im gesamten Pongau kommen die NEOS auf 5,5 Prozent, schafften in Untertauern beim ersten Antreten in Salzburg sogar ein zweistelliges Ergebnis (11,8 Prozent). "Wir sind sehr froh und haben einen großartigen Wahlkampf geleistet", freute sich Schellhorn über das Ergebnis.

ÖVP knackt in neun Gemeinden die 50-Prozent-Hürde

Die Volkspartei konnte in 24 der 25 Pongauer Gemeinden Zuwächse verzeichnen – einen minimalen Stimmenverlust gab es nur in Werfenweng (-0,1). Mehr als 50 Prozent erreichte die ÖVP in Hüttschlag (60,1), Filzmoos (59,9), Großarl (55,1), Kleinarl (53,5), Flachau (52,2), Eben (51,9), Altenmarkt (50,9), Forstau (50,7) und Untertauern (50,6).
Eine rote Stimmenmehrheit gab es in Schwarzach (47,7), Bischofshofen (35,2) und Mühlbach (37,3). Jedoch verloren die Sozialdemokraten auch in allen drei SPÖ-Hochburgen. Den stärksten Verlust für die SPÖ gibt es in Dorfgastein (-12,4), Hüttau (-12,1) und Forstau (-11,5 Prozent).
Ihr stärkstes Gemeindeergebnis fuhr die FPÖ mit 34,7 Prozent in Werfenweng ein – dort gab es mit plus 7,3 Prozent auch den zweitgrößten Stimmenzuwachs nach Forstau (+8,2). Den einzig nennenswerten Stimmenverlust verzeichnen die Blauen in St. Veit mit minus 6,2 Prozent.

Stimmen zum Bezirksergebnis

Rupert Winter, Bezirksobmann ÖVP Pongau: „Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden. Einziger Wermutstropfen ist, dass wir das zweite Grundmandat voraussichtlich knapp nicht geschafft haben. Das wäre ein großes Ziel für den Pongau, denn gegenüber der letzten Periode muss der Pongau im Landtag wieder stärker präsent sein. Dieses Mandat müssen und werden wir aber trotzdem einfordern. Nichtsdestotrotz ist es ein tolles Ergebnis für die Gemeinden und den Bezirk."

Hansjörg Obinger, Bezirksvorsitzender SPÖ Pongau: „Das Bezirksergebnis ist ernüchternd. Es gibt einen eindeutigen Wahlsieger, dem wir gratulieren. Das Ergebnis darf aber kein Anlass sein zu jammern, sondern ein Auftrag, noch mehr Angebote zu schaffen, um den Betroffenheiten in der Bevölkerung gerecht zu werden. Nachdenklich stimmt mich die Wahlbeteiligung, dieses Niveau ist sehr beängstigend.“

Willibald Resch, Bezirksparteiobmann FPÖ Pongau: „Der erneute Zuchwachs freut mich sehr und ich bedanke mich bei allen, die uns im Wahlkampf unterstützt haben – von den Wählern über die Spitzenkandidaten bis zu den Führungskräften in Wien. Gemeinsam geht was weiter und das Ergebnis spricht für uns. Dass wir auf hohem Niveau weiter zulegen konnten, ist ein großer Erfolg. Auch wenn Stimmen an die FPS verloren gegangen sind, haben wir uns sehr gut geschlagen. Ein fairer Wahlkampf ist eben viel wert.“

Rupert Fuchs, Bezirkssprecher der Grünen Pongau: „Wir sind enttäuscht, das ist nicht zu leugnen. Im Vergleich zur Wahl 2013 sind wir wieder auf unsere Stammwähler zurückgefallen. Die geleistete Arbeit ist von jenen, die zuletzt die Grünen gewählt hatten, nicht honoriert worden. Das haben wir so zu akzeptieren. Ein wichtiges Zeichen ist aber, dass der Rechtsruck der FPÖ nicht gelungen ist.“

Wahlbeteiligung gesunken

Exakt 57.700 Personen waren im Pongau für die Salzburger Landtagswahl 2018 wahlberechtigt. Erstmals seit 1945 kam es somit zu einem Rückgang (-0,1 Prozent) der Wahlberechtigten. Ebenso ein Rückgang ist bei der Pongauer Wahlbeteiligung zu verzeichnen. Gaben bei der letzten Landtagswahl noch knapp drei Viertel aller Wahlberechtigen ihre Stimme ab, so waren es diesmal nurmehr gut zwei Drittel (68,6 Prozent).
Was im Pongau auffällt: Untertauern hat wie schon mehrfach in der Vergangenheit wieder den höchsten Anteil an Wahlkartenwählern – mit Abstand! Knapp jeder Vierte (24,4 Prozent) hat dort eine Wahlkarte beantragt.



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