"Wolf wird Millionenbeträge kosten"

Wolfsbeauftragter des Landes Salzburg, Hubert Stock, mit seinen Schafen in Werfen Tenneck.
  • Wolfsbeauftragter des Landes Salzburg, Hubert Stock, mit seinen Schafen in Werfen Tenneck.
  • Foto: Land Salzburg/Melanie Hutter
  • hochgeladen von Julia Hettegger

"Wenn die Gesellschaft will, dass der Wolf kommt, dann wird uns das was kosten. Die Bauern können das sicher nicht allein bewältigen. Ich spreche hier von Millionenbeträgen. Die Frage, wollen wir den Wolf bei uns, oder nicht, stellt sich nicht mehr. Er ist da. Wir werden die Italiener, Schweizer, Slowenen und so weiter nicht zwingen können, ihre Rudel auszurotten. Darauf müssen wir uns einstellen", sagt der Tennecker Hubert Stock. Er ist Schafbauer, Berufsjäger, Historiker und seit letzter Woche als Wolfsbeauftragter des Landes Salzburg eingesetzt.

Wanderrouten beobachten

Stock sieht seine Rolle als Koordinator zwischen den beiden Polen – Wolfsbefürworter und seine "Gegner". Als Wolfsbeauftragtem ist es dem Pongauer wichtig, eine Stelle einzurichten, an die sich betroffene Landwirte wenden können. "Auch mit den Entschädigungen werden wir uns im Gremium der verschiedenen Interessenvertretungen beschäftigen müssen. Und wir müssen genaue Kriterien festlegen, wann ein Wolf ein Problemwolf ist. Ich hätte auch gerne ein Frühwarnsystem", so Stock. Damit meint er eine Vernetzung mit Tirol und der Steiermark, die Meldung abgeben, wenn sich die Wanderrouten "ihrer" Wölfe in Richtung Salzburg abzeichnen.

Behirtung und Technik

Dass er und seine Kollegen ihre Schafe und Ziegen wegen des Wolfes heuer nicht auf die Alm treiben, sein keine Option. "Was soll man mit den Tieren machen, wenn am Heimbetrieb die Weiden zu klein sind? Lösungen, die bei uns in den Bergen möglich sind, müssen wir genau abwägen. Auch bei einer Behirtung braucht man eine entsprechende Ausbildung – das dauert. Man könnte in den Landwirtschaftsschulen ein dementsprechendes Modul schaffen. Das ist aber immer eine Finanzierungsfrage", so Hutter. Auch technische Möglichkeiten zum Schutz der Herdentiere seien begrenzt: "Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch in der Praxis umsetzbar. Der Bauer muss dafür die Kosten tragen und der Zeitaufwand steigt. Wir haben 70 Prozent Nebenerwerbslandwirte. Die Frage lautet daher: Kann der Betrieb Schutzmaßnahmen finanziell und zeitlich umsetzen?"

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