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Ein Jahr Einstieg

Die Beraterinnen von Einstieg sind für Jugendliche da, die selbst Schwierigkeiten beim Start ins Berufsleben haben.
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Seit einem Jahr sind im Büro von "Einstieg" mehrere Unterstützungsangebote für Jugendliche vereint, Zeit um mit der Leiterin des Jugendcoaching Helga Gschwandtner ein erstes Resümee zu ziehen.

BISCHOFSHOFEN. Ein Jahr ist jetzt vergangen seit das „Einstieg“ Zentrum in Bischofshofen eröffnet wurde. Zentral in der Bahnhofsstraße gelegen finden Jugendliche und ihre Eltern mehrere Angebote unter einem Dach vereint. Das Jugendcoaching und die Berufsausbildungsassistenz wenden sich an Jugendliche die in Ihrer Ausbildung Unterstützung benötigen. Mit "Mama kann's" wird speziell Frauen unter die Arme gegriffen, ihren Kindern bei dem Weg ins Berufsleben zu helfen. Und mit "Selbst aktiv" einer Initiative des Arbeitsmarkt Service Bischofshofen für ältere Menschen die auf Arbeitssuche sind.

Wie wird das Jugendcoaching angenommen?
HELGA GSCHWANDTNER: Das Jugendcoaching wird in der Region sehr gut angenommen. Viele Jugendliche und deren Eltern melden sich bei uns, viele Jugendliche kommen auch über die Schulen, Lehrbetriebe oder das AMS. Gerade in dieser Lebensphase ist die professionelle Unterstützung der Jugendlichen durch Jugendcoaching von Bedeutung, weil es so wichtig ist, dass jeder Einzelne den eigenen, passenden schulischen oder beruflichen Weg findet und auch Unterstützung bekommt, wenn es irgendwo Probleme gibt. Im Coaching können nämlich auch persönliche Probleme besprochen und Lösungen gefunden werden.

Welche Gründe gibt es um sich zu melden?
Die Übergänge von Schulen oder Maßnahmen in Richtung weitere Ausbildung gestalten sich für viele Jugendliche oft sehr schwierig. Sie wissen nicht so recht, was sie im Anschluss an die Schule machen wollen oder sie beginnen eine Ausbildung und merken dann, es war doch die falsche Entscheidung. Manchmal gibt es persönliche Belastungen und Probleme, die ein Weiterkommen schwer machen.

Welche Erfolge gab es im vergangenen Jahr?
HELGA GSCHWANDTNER: Seit der Eröffnung wurden über 200 Jugendliche im Rahmen des Jugendcoaching beraten, gecoacht und in Richtung Schule, Lehre oder auch in Richtung Produktionsschule vermittelt. Viele Jugendliche konnten damit in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung unterstützt werden. Jugendcoaching ist auch direkt an den Schulen aktiv mit dem Ziel, frühzeitigen Schulabbruch verhindern zu helfen. Jugendcoaching führt auch Beratungen im Rahmen der Ausbildungspflicht bis 18 durch. Das heißt, dass sich Eltern und deren Kinder beim Jugendcoaching melden können, damit gemeinsam nach einer passender Ausbildung gesucht wird. Im letzten Jahr wurden dazu ca. 20 Beratungen mit Eltern und Jugendlichen durchgeführt.

Zu welcher Dachorganisation gehört das Jugendchoaching?
HELGA GSCHWANDTNER: Jugendcoaching ist ein Teil des Netzwerks berufliche Assistenz (NEBA), finanziert über das Sozialministeriumservice. Die erfolgreiche Begleitung von Jugendlichen kann nur gelingen, wenn alle relevante Organisationen im Jugendbereich ein gut abgestimmtes, tragfähiges Netz bilden. Diese Vernetzung und Abstimmung wird vom Sozialministeriumservice sehr stark forciert und auch organisiert. Wir konnten unser Team mit Anfang August 2019 am Standort Bischofshofen aufstocken und freuen uns, dass Theresia Blaschek mit Theresa Burgstaller und Barbara Dick ein engagiertes Dreier – Team bildet.

Die Beraterinnen sind für den Pongau und Lungau tätig. Ist das Handling zweier Bezirke schwierig?
HELGA GSCHWANDTNER: Das Handling zweier Bezirke von Pongau und Lungau stellt eine gewisse Herausforderung dar. Die Beratungen im Lungau finden mind. 14 tägig in den Räumlichkeiten im Q4 in Tamsweg statt. Wenn der Bedarf größer ist, wird auch wöchentlich beraten. Es ist ein hohes Maß an Flexibilität gefordert.

Gibt es Unterschiede zwischen den Bezirken?
HELGA GSCHWANDTNER: Es gibt auf alle Fälle eine starke Abweichung der Angebotslandschaft. Im Lungau ist es deutlich schwieriger, das individuell passende Angebot für den oder die Jugendliche zu finden. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen müssen lange Distanzen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Kauf nehmen. Großteils sind die Teilnehmer*innen sehr engagiert und nehmen diese Hürde auf sich, um so ihr berufliches Ziel verfolgen zu können.

Mit im Büro ist bei Einstieg auch die Initiative Selbst aktiv des AMS, wie hat sich diese „Nachbarschaft“ entwickelt?
HELGA GSCHWANDTNER: Selbst aktiv ist eine Maßnahme für ältere, arbeitslose Menschen. In dieser Maßnahme wird vertiefende Beratung mit Informationen, Tipps, Hilfe, Unterstützung und Begleitung bei Fragen zu Gesundheit, Wohnen, Familie, Finanzen, Unterstützungssystemen, Aus-/Fortbildung sowie Arbeit und Beruf angeboten. Es ist zudem ein Treffpunkt zum Austausch von Erfahrungen, der aktiven Teilhabe an Angeboten und die Möglichkeit einer schnellen und unverbindlichen Hilfe.

Was ist "Mama kann's"?
HELGA GSCHWANDTNER: Neu eingezogen ist das Projekt "Mama kann's", es richtet sich an Mütter mit schulpflichtigen Kindern, die ihren Kindern bei der Bewältigung der schulischen Herausforderungen helfen wollen, dazu aber Unterstützung benötigen. Mama kann's bietet den Müttern die fachliche Unterstützung in den Fächern Mathematik, Deutsch (auch A1 A2 B1) und Englisch an. Zudem auch Beratung und Coaching zum Thema Lernstrategien.

Jugendcoaching und Berufsausbildungsassistenz sind gezielt für Jugendliche da, wo ist der Begegnungspunkt?
HELGA GSCHWANDTNER: Mit der Berufsausbildungsassistenz (BAS), die ebenfalls an dem Standort zu finden ist, besteht eine sehr enge Kooperation. Jugendcoaching vermittelt jene Jugendliche an die BAS, die eine intensivere Begleitung während der Lehrzeit brauchen. Wichtig ist, dass jene Art der Begleitung gefunden wird, die einem jungen Menschen auf dem Weg ins Arbeitsleben am besten helfen kann, stimmen alle Mitarbeiter*innen des Einstieg am Standort Bischofshofen überein. Alle am Standort vertretenen Maßnahmen werden sehr gut genutzt, man merkt, dass es einen Bedarf an Information und Begleitung bei den unterschiedlichen Zielgruppen gibt.

Mehr Infos über die Berufausbildungsassistenz (BAS) erhalten die Bezirksblätter von Silvia Jarosch Wiesinger, der Leiterin der BAS in Salzburg.
Immer dann, wenn eine reguläre Lehre nicht zu schaffen ist, kann die Umwandlung in eine „Verlängerte Lehre“ oder in eine „Teilqualifizierung“ helfen“, meint Silvia Jarosch Wiesinger, die Leiterin der BAS in Salzburg, „und dann ist es egal, ob der Betrieb selbst, die Eltern, die Berufsschule oder das Jugendcoaching bei uns anruft.“ Da auch die Veränderung der Lehrzeit manchmal nicht ausreicht, um die Ausbildung zu schaffen, ist es wichtig und gut, dass die BAS mit dem Jugendcoaching sowie allen anderen Maßnahmen und Projekten, die den Jugendlichen im Pongau und Lungau unterstützend zur Seite stehen, vernetzt ist.

Wo sind noch Bereiche die mehr Aufmerksamkeit benötigen könnten?
HELGA GSCHWANDTNER: Vor allem gibt es immer noch einige Lücken in der Angebotslandschaft im Lungau und im Pongau. Eine große Lücke tut sich für Jugendliche mit psychischen Erkrankungen oder sozialen Auffälligkeiten auf, diese jungen Menschen haben es oft schwer, in der Berufswelt Anschluss zu finden.

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Autor:

Anita Marchgraber aus Pongau

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