Zweitwohnsitze
Gemeinden müssen jetzt nachforschen

Im Oberpinzgau wurde aus einem Weidegebiet eine Apartmentsiedlung, damit solche Fälle weniger werden gibt es nun strenge Maßnahmen vom Land Salzburg.
2Bilder
  • Im Oberpinzgau wurde aus einem Weidegebiet eine Apartmentsiedlung, damit solche Fälle weniger werden gibt es nun strenge Maßnahmen vom Land Salzburg.
  • Foto: Bildmontage LMZ
  • hochgeladen von Anita Marchgraber

Mit 1. Jänner 2020 endeten alle Übergangsfristen zur Meldung eines Zweitwohnsitzes, jetzt müssen die Gemeinden mögliche Fälle eruieren.

SALZBURG. 83 Prozent der von den Zweitwohnsitzbeschränkungen betroffenen Gemeinden haben die Zahl der Meldungen bekannt gegeben. Bis zum 1. Jänner 2020 wurden 2.798 Zweitwohnsitze deklariert. "Wer diesen Aufruf zur Ehrlichkeit genutzt hat, verfügt über Rechtssicherheit", erklärt Landesrat Josef Schwaiger. Als positiven Nebeneffekt sieht Schwaiger, dass der Blick auf Zweitwohnsitze und Leerstände geschärft wurde.


"Nun gilt es, dass die Gemeinden das Melderegister analysieren und die Nutzer von unklaren Wohnsitzen über die Verwendung befragen."Landesrat Josef Schwaiger

Hilfe von Stabsstelle

Unterstützung bekommen die Gemeinden von der neu eingerichteten Stabsstelle Gemeindeservice Zweitwohnen und Apartments, die betroffene Ortschaften bezüglich Zweitwohnen, Apartments und diesbezüglichen Flächenmanagements (Steuerung des Bodenverbrauchs und Flächensparen), insbesondere Beratung und Hilfestellung bei der Vollziehung einschlägiger Rechtsvorschriften durch die Gemeinden berät.

Ausnahmen von der Regel

Die derzeit 2.798 gemeldeten Zweitwohnsitze scheinen gegenüber den vom Land kolportierten 40.000 bis 60.000 gering. Laut Landesrat Schwaiger befänden sich allerdings die meisten Zweitwohnsitze in dafür ausgewiesenen Gebieten. Darüber hinaus wurden berufsbedingte Wohnsitze nicht in der Deklarierung berücksichtigt.

Hauptwohnsitz als Ziel

Mittlerweile ist die Kennzeichnungspflicht von Apartmenthäusern wirksam, sie soll den Gemeinden zusätzlich als Werkzeug gegen den "Apartmentwildwuchs" dienen. Das erklärte Ziel sei es, dass die bereits deklarierten Zweitwohnsitze zu Hauptwohnsitzen werden, da sie nur noch in direkter Linie vererbt und ausschließlich als solche vermietet oder verkauft werden dürften.

Was noch kommt

Folgende Maßnahmen gegen illegale Zweitwohnsitze will das Land Salzburg noch umsetzen:

  • Im Raumordnungsgesetz wird die Kennzeichnungspflicht für Apartmenthäuser auch auf Apartmenthotels ausgedehnt.
  • Geprüft wird die Schärfung der Kriterien bei der Kennzeichnung und eine mögliche Einführung einer aufsichtsbehördlichen Genehmigung.
  • Darüber hinaus sollen durch die grundbücherliche Eintragung des baurechtlichen Verwendungszwecks in diesem Zusammenhang Umgehungskonstruktionen verhindert werden.
  • Die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Wirkung einer Leerstands- und Zweitwohnsitzabgabe sollen geprüft werden.

Gemeinden mit Zweitwohnsitzbeschränkungen neben der Stadt Salzburg:
im Flachgau:
Anif, Faistenau, Großgmain, Fuschl, Hintersee, Hof, Mattsee, St. Gilgen, Seeham, Seekirchen und Strobl;
im Tennengau:
Abtenau, Adnet, Annaberg, Golling, Kuchl, Krispl, Rußbach, Scheffau und St. Koloman;
im Pongau:
Altenmarkt, Bad Gastein, Bad Hofgastein, Dorfgastein, Filzmoos, Flachau, Forstau, Goldegg, Großarl, Hüttau, Hüttschlag, Kleinarl, Mühlbach, Pfarrwerfen, Radstadt, St. Johann, St. Martin, St. Veit, Schwarzach, Untertauern, Wagrain und Werfenweng;
im Pinzgau:
Brambergl, Bruck, Dienten, Fusch , Hollersbach, Kaprun, Krimml, Lend, Leogang, Lofer, Maishofen, Maria Alm, Mittersill, Neukirchen, Niedernsill, Piesendorf, Rauris, Saalbach, Saalfelden, St. Martin, Stuhlfelden, Taxenbach, Unken, Uttendorf, Viehhofen, Wald im Pinzgau, Weißbach und Zell am See;
im Lungau:
Göriach, Mariapfarr, Mauterndorf, Muhr, Ramingstein, St. Andrä im Lungau, St. Michael, Tamsweg, Thomatal, Tweng und Weißpriach.

Mehr zum Thema Zweitwohnsitze

Interview

Zweitwohnsitz-Debatte: Das sagt der zuständige LandesratFoto: Franz NeumayrMehr…

Neues Gesetz für Salzburgs Unterkunftsanbieter

Das Salzburger Nächtigungsabgabengesetz soll noch heuer beschlossen werden. Dieses regelt unter anderem die Strafbestimmungen bei Abgabenhinterziehung, unerlaubter touristischer Vermietung oder Auskunftspflichten für Online-Plattformen wie z.B. Airbnb. Foto: Franz NeumayrMehr…

82 Orte sind Zweitwohnung-Beschränkungsgemeinden

Seit 1. Jänner 2019 müssen Zweitwohnsitze im Land Salzburg innerhalb eines Jahres legalisiert werden. „Es wird keine Ausnahmen für einzelne Gemeinden bei der Verordnung für Zweitwohnungs-Beschränkungsgemeinden im Bundesland Salzburg geben“, hält Raumordnungs-Landesrat Josef Schwaiger fest. Foto: Franz NeumayrMehr…

Im Oberpinzgau wurde aus einem Weidegebiet eine Apartmentsiedlung, damit solche Fälle weniger werden gibt es nun strenge Maßnahmen vom Land Salzburg.
Landesrat Josef Schwaiger setzt sich gegen das Überhandnehmen von Zweitwohnsitzen ein.

Telegram anmelden

Die aktuellsten lokalen Nachrichten -
direkt auf dein Smartphone!


Telegram anmelden



Autor:

Anita Marchgraber aus Pongau

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

10 folgen diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.