13.03.2018, 13:46 Uhr

28. Sänger- und Musikantentreffen beim Altwirt in Piding/Bayern

Die „Veranstalter Musi“ mit Hias Häusler, Tochter Lisa an der Harfe sowie den beiden Liedbegleiterinnen Angelika am Kontrabass und Tamara an der Zither.

Kurzweilige Unterhaltung beim 28. Frühjahrssingen in Piding - Musik- und Gesangsgruppen aus Bayern und Österreich begeistern das Publikum.

PIDING/PONGAU. Das Frühjahrssingen im März ist eine jener hochkarätigen kulturellen Veranstaltungen in der Gemeinde Piding, die sich weit über die Gemeindegrenzen hinaus einen Namen gemacht haben. Hias Häusler und Michi Scheil sind die Organisatoren und laden dazu jedes Mal interessante Musik- und Gesangsgruppen aus dem Alpenraum ein. Am Samstagabend war es im Pidinger Altwirtssaal zum 28. Mal so weit: Gesangs- und Musikgruppen aus Bayern und Österreich bevölkerten die Bühne und zum 28. Mal begrüßte Hias Häusler in seiner unverkennbar trocken-humorigen Art Mitwirkende und Gäste. Dazu konnte er auch Monika Fanderl, eine Tochter des bekannten bayerischen Musikers und Volksliedsammlers Wastl Fanderl willkommen heißen. Bürgermeister Hannes Holzner richtete im Namen der Gemeinde ein Grußwort an Zuhörer und Mitwirkende und unterstrich dabei die wertvolle Arbeit, die Hias Häusler in Sachen Volksmusikpflege für die Kommune leistet.

Wie jedes Jahr eröffnete die Pidinger Ziachgruppe die rund dreistündige Veranstaltung. Hias Häusler spielte zünftig mit seinen Schülern auf. Und der Hias ist in Sachen „Musilehrer“ ein eigenes Phänomen: seit mittlerweile 43 gibt er jede Woche ehrenamtlichen Musikunterricht. Aufgrund dieses über Jahrzehnte währenden Engagements in Sachen Volksmusik hat er im vergangenen Jahr die erste Ehrenamtsmedaille der Gemeinde Piding erhalten. Hias Häusler ist aber weit über seine Heimatgrenze hinaus als Volksmusikant bekannt und beliebt und nicht umsonst auch Träger des „Tobi-Reiser-Preises“. Nach dem schwungvollen musikalischen Auftakt mit drei Ziachstückeln folgte die verbale Begrüßung durch den „Altmeister“. Leider musste Hias Häusler verkünden, dass die „Inntaler Sänger“ aus Krankheitsgründen kurzfristig absagen mussten. Das Bedauern darüber wurde aus der Reaktion des Publikums deutlich, aber der Qualität der Veranstaltung und dem Unterhaltungswert des Frühjahrssingens tat dies keinen Abbruch. Denn alle Anwesenden wussten mit Musikalität, Ausdrucksstärke und spürbarer Verbundenheit zum volksmusikalischen Kulturgut die Zuhörer aufs Beste zu unterhalten. Das hatten zuvor bereits die sechs Mannerleut der „Weißenbacher Tanzlmusi“ aus der Nähe von Kuchl bewiesen. Bestens aufgelegt präsentierten sich die Salzburger Nachbarn, in launiger Manier, schwungvoll und mit ihrem charakteristischen Spiel vermittelten die dem Publikum schon beim ersten Stückl dass sie ihr „Handwerk“ verstehen und mit einer interessanten Instrumentierung für besondere Klangfarben sorgen. Die pfiffige Posaune, das volle Flügelhorn und die dezente Klarinette verbanden sich in den Klangbildern hervorragend mit den flotten Ziachtönen, gestützt auf die beiden Saiteninstrumente Gitarre und Kontrabass. Die Weißenbacher Tanzlmusi hat mit den Veranstaltern nicht nur die Liebe zur Volksmusik gemeinsam, sie wurde wie das Pidinger Frühjahrssingen im Jahr 1991 gegründet.

Eine junge Gruppe hingegen ist die „Wengerboch Musi“ aus dem Pongau. Dieses Quartett ließ die Saiten erklingen und überzeugte mit überwiegend eigenen Kompositionen die Zuhörer. Mit zwei Gitarren, im Wechsel Hackbrett oder Zither sowie dem begleitenden Kontrabass ließen die vier hochmusikalischen jungen Leute die Töne perlen, wussten ebenso dezente Akkorde zu setzen oder mit witzig, gefälligen Interpretation zu überraschen. Es war ein Genuss, dieser jungen Gruppe zuzuhören. Gerade auch unter dem Aspekt, dass Volksmusik beileibe keine „verstaubte Angelegenheit“ ist sondern sich die Generationen darin wider finden.

Ein Beispiel dafür ist auch der „Anzenberger Dreigesang“ aus dem Werdenfelser Land. Die Eltern Elli und Hans singen mit Tochter Simone zusammen und bei ihren Auftritten wurde hörbar, wie harmonisch sich die stimmlichen Bande von Familiengesängen ergänzen. Das zweite Beispiel dazu boten die drei Schwestern die als „Echtler Sängerinnen“ seit fast dreißig Jahren gemeinsam auf der Bühne stehen. Sie waren aus Bad Feilnbach angereist, um mit ihren schönen Stimmen das Frühjahrssingen zu bereichern. Die Ausdrucksstärke der bayerischen Sprache in den Mittelpunkt gerückt, wenn die beiden Gesangsgruppen ihre Stimmen anhoben. Lieder zum erwachenden Frühjahr, über das Almleben, die Liebe und die Jagerei wurden zum Besten gegeben und manch schneidiger Jodler setzte eine würzige Dosis Lebensfreude oben drauf.

Die „Veranstalter Musi“ mit Hias Häusler, Tochter Lisa an der Harfe sowie den beiden Liedbegleiterinnen Angelika am Kontrabass und Tamara an der Zither ergänzte den Reigen der Mitwirkenden. Die vier wussten mit Musikalität und Spielfreude die Programmfolge hervorragend zu bereichern. Hias Häusler und Michi Scheil haben wieder einmal eine glückliche Hand bei der Auswahl der mitwirkenden Gruppen bewiesen, nicht nur in Sachen Musik und Gesang. Denn als Ansager konnte erneut Fritz Schwärz gewonnen werden, bekannt von unzähligen Volksmusiksendungen des ORF. Schwärz ließ nicht nur seine Souveränität als Moderator mit einfließen, er wusste mit wohl dosiertem Wortwitz und kleinen Neckereien in Richtung Hias Häusler die Zuhörer aufs Beste zu unterhalten. Ein Beispiel: „Jetzt im Monat März werden die Tage um eineinhalb Stunden länger. Zur Freude der Damenwelt werden nicht nur die Tage länger, sondern bei den Männern auch die Lederhosen kürzer“. Und diese Aussage deckte sich mit der Tatsache, dass die Mitwirkenden aus dem Salzburger Land bereits in der „Kurzen“ angereist waren.

So verrannen drei Stunden Musik, Gesang und Wortspielerei förmlich zwischen den Fingern, kurzweilig und unterhaltsam präsentierte sich das 28. Pidinger Frühjahrssingen. Traditionell stimmten am Ende alle Mitwirkenden in den „Gretl-Boarischen“ mit ein und die gefällige Melodie klang wohl manchem Zuhörer auf dem Nachhauseweg noch lange in den Ohren.

Text: Maria Horn
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