05.09.2016, 09:51 Uhr

Das Filzmooser Kindl lächelt in Heu und Stroh

Die Annaberger Trachtenfrauen strahlten beim HeuArt-Fest in Lungötz mit "ihrem Filzmooser Kindl" um die Wette. (Foto: Sylvia Schober)

Die Annaberger Trachtenfrauen würdigen dem Ziel ihrer alljährlichen Wallfahrt mit einem Heukunstwerk.

FILZMOOS/ANNABERG (ap). Nicht nur der imposante Blick auf die Bischofsmütze verbindet die Annaberger mit der Gemeinde Filzmoos, sondern auch der Glaube an "ihr Kindl".

Mit viel Liebe zum Detail
Und so wurde es nun von den Annaberger Trachtenfrauen mit viel Liebe zum Detail für das diesjährige Lammertaler HeuArt-Fest aus Heu und Stroh nachempfunden. "Das Filzmooser Kindl liegt den Trachtenfrauen so sehr am Herzen, da die Wallfahrt der Annaberger-Lungötzer nach Filzmoos schon seit Jahrzehnten ein wichtiges Ereignis im Jahreskalender ist und so die gute Nachbarschaft zur Pongauer Gemeinde gepflegt wird", erklärt die Ideengeberin Anna Rettenbacher. Bereits seit dem 19. Jahrhundert machen sich jeden ersten Sonntag im Oktober bis zu 200 Pilger vom Unterdürmoos zu Fuß auf den Weg. Dabei werden drei Rosenkränze gebetet. "Ein großes Danke den vielen Bastlern und unserem Sponsor Matthias Schilchegger, die dieses Kunstwerk erst möglich gemacht haben", so Rettenbacher.

ZUR SACHE:

Die Erscheinungsgeschichte vom Filzmooser Kindl
In jener Zeit, als die Gegend von Filzmoos noch Viehweide war, hörten zwei Schafhirten einst ein liebliches Glöcklein. Sie gingen dem Klang nach und fanden zu ihrer Verwunderung ein kleines, geschnitztes Jesuskind auf einem halbverfaulten Baumstrunk stehen, das mit einem Glöcklein läutete und die beiden ersten Finger der rechten Hand erhob. Diese wunderbare Begebenheit berichteten die beiden Hirten dem zuständigen Seelsorger, dem Pfarrer von Altenmarkt. Ihre Angaben wurden an Ort und Stelle für richtig befunden und das Schnitzbildnis nach Altenmarkt gebracht. Noch in der gleichen Nacht war das Bildnis verschwunden und wurde schließlich am gleichen Ort wieder aufgefunden, wo es die Hirten zum ersten Mal entdeckt hatten.
Daraufhin wurde es in das "einen halben Büchsen-Schuss entlegene Peterskirchlein übersetzt; allwo es bis zum heutigen Tag verblieben, und sich ... gegen die Menschen gnadenreich, ja wunderthätig erwiesen" (Wallfahrtsbüchlein von 1772).
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