23.10.2017, 10:07 Uhr

"Frauenpolitik ist zielorientierter"

Carina Reiter kommt aus einer landwirtschaftlichen Familie und arbeitet beim Raiffeisenverband Salzburg.

Die 28-jährige Carina Reiter ist die jüngste von sieben Frauen in der ÖVP in Pfarrwerfen.

Unter den 17 Gemeindevertretern der ÖVP in Pfarrwerfen sind sieben Frauen. Damit ist der Ort nicht nur im Pongau eine Vorzeigegemeinde, was den Frauenanteil betrifft. Die jüngste Gemeindevertreterin in Pfarrwerfen ist die 28-jährige Carina Reiter.

Frau Reiter, beschreiben Sie uns bitte Ihren Weg in die Politik:
CARINA REITER: 2013 hat mich unser Bürgermeister Bernhard Weiß gefragt, ob ich mir eine Funktion in seiner Partei vorstellen könnte. Zuerst war ich mir nicht sicher. Ich hatte wohl dieselben Bedenken, wie viele Menschen: Ist das etwas für mich? Kann ich das? Sind politische Prozesse nicht langwierig und frustrierend? Nach längerem Überlegen habe ich mich aber dazu entschlossen und meine Bedenken haben sich nicht bewahrheitet.

Wie haben Sie sich auf die Gemeindepolitik vorbereitet?

CARINA REITER: Ich war jahrelang in der Landjugend tätig. Ich war Bezirksleiterin und in der Landesleitung engagiert. Die Landjugend war eine gute Schule. Dort lernte ich Projekte abzuwickeln, demokratisches Handeln, freies Sprechen und das Netzwerken. All das hat mich auf die Lokalpolitik vorbereitet.

Wie wurden Sie als junge Frau in der Gemeindepolitik aufgenommen?

CARINA REITER: Der Einstieg wurde mir leicht gemacht. Der Bürgermeister stand immer hinter mir. Wir sind sieben Frauen und erhalten durchaus Gehör. Natürlich gibt es langgediente Gemeindevertreter. bei denen ich mich behaupten musste. Hier halfen mir mein Selbstbewusstsein, ein bestimmtes Auftreten und Eloquenz. Aber vor allem profitieren wir heute von der Arbeit der politischen Vorreiterinnen im Pongau wie Heidi Rest-Hinterseer, Sieglinde Thaler, Petra Nocker-Schwarzenbacher und vielen engagierten Frauen mehr.

Sehen Sie keine Nachteile für Frauen in der Politik?

CARINA REITER: Doch. Uns werden vor allem die 'weichen Ausschüsse' zugeschrieben und die Sitzungszeiten sind nicht besonders familienfreundlich. Hier sollte man schon etwas flexibler werden.

In welchen Gremien sind Sie aktiv:
CARINA REITER: Ich bin im Sport-, Kultur-, Freizeit-, Schwimmbad- und Spielplätzeausschuss sowie im Schul- und Kindergartenausschuss. Diese "weicheren" Ausschüsse habe ich selbst gewählt, wegen des Zeitfaktors, aber ich hätte die Möglichkeit gehabt, in einen der anderen Ausschüsse mitzuarbeiten. Gerne würde ich mich in Zukunft im Bau- und Raumordnungsausschuss sowie im Energie- und Umweltausschuss engagieren. Ich bin davon überzeugt, dass sich Frauen in der Politik nicht nur um Kinderbetreuung und andere soziale Bereiche kümmern sollten.

Warum? Sehen Sie hier Qualifikationen von Frauen, die Männern vielleicht fehlen?

CARINA REITER: Ja, Frauen arbeiten ergebnisorientierter und haben einen anderen Erfahrungsraum als Männer. Davon können alle Ausschüsse profitieren.



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