02.10.2016, 21:32 Uhr

Wie Regionalität zum alpinen Tourismusmotor wird – Experten diskutierten im Kongresshaus

Die Expertenrunde, v.l.: Dr. Robert Trasser (Trasser Markenberatung), Alexis Tsibidis (Pop.Up.Alm Gastein), Gabi Bürgler (Bürglalm Dienten), Dr. Christoph Eisinger (Managing Director Ski amadé), Felix Schellhorn (Hansi Hansi Bad Gastein), Georg Berger (Ramsauer Bioniere), Julian Scharfetter (Pop.Up.Alm Gastein).
PONGAU/PINZGAU/ENNSTAL (aho). Um der Frage auf den Grund zu gehen, inwiefern Regionalität ein Erfolgsfaktor im alpinen Tourismus sein kann, lud der Skiverbund Ski amadé zu einem Expertengespräch ins Kongresshaus St. Johann. Unter dem Motto "genial regional" brachten die Vortragenden verschiedene Sichtweisen zum Thema Regionalität im Tourismus ans Licht.

Regionale Wurzeln unverzichtbar

Robert Trasser von der Trasser Markenberatung Innsbruck hob die Notwendigkeit der regionalen Wurzeln für eine Marke hervor. Eine Region werde zur Marke, wenn Überzeugungen, Werte und Stiläußerungen wie Sprache, Kultur oder Bräuche fest verankert seien – bei Einheimischen und Gästen. "Regionalität ist viel mehr als nur Speisen und Getränke", sagt Trasser. Es gehe um das gesamte vermarktete Produkt. "Die Gäste schauen darauf, wie hier gebaut wird, wie gewirtschaftet wird, wer hier arbeitet. Man muss in der Zusammenarbeit intelligenter werden, geschickter werden, schlauer werden – das ist Regionalität."

Wert heimischer Produkte

Die Kooperation aller amadé-Mitglieder ist auch für Ski amadé Managing Director Christoph Eisendle wesentlich: "Man muss weg vom Orts- bzw. vom Taldenken." Als Beispiele erzählten Felix Schellhorn, Alexis Tsibidis und Julian Scharfetter vom Projekt Food:Moakt in Gastein, das regionale Produkte neu auslegt und modern interpretiert, gleichzeitig aber auch den Wert der heimischen Produkte verdeutlicht. Für Gabi Bürgler von der Bürglalm in Dienten bedeutet Regionalität, dass der Gast weiß, was und woher er es bekommt. "Ich bin die lebende Speisekarte und kann meinen Gästen erklären, woher die Produkte kommen. Das Vieh lebt ja fast vor der Haustür, die Kräuter wachsen ebenfalls dort."
Georg Berger ließ mit seinem Jodler alle Teilnehmer wieder aufhorchen und erklärte dann seine Philosopie der "Ramsauer Bioniere": Man darf nicht mehr nehmen, als da ist – das gilt für die Landwirtschaft wie für die Gastronomie, um Nachhaltigkeit zu garantieren.
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