Die Bühne: Roland Düringer im Abgrund der Politik

Roland Düringer in seinem 13. Soloprogramm als Kanzler.
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PURKERSDORF (bw). Der Neo-Gablitzer plauderte in der Bühne aus dem Nähkästchen österreichischer Machtpolitiker. - In seinem 13. Soloprogramm "Der Kanzler" zeichnet Roland Düringer ein illusionsloses Bild von Politik. Düringer spielt darin den Politikberater Karl Kanzler, der sich vom kleinen Schreiberling der mit Inseraten gekauften Ostprovinz-Zeitung zum Spin-Doktor des schwarzen Verkehrsministers Rainer Maria Pflasterer aufschwingt. Politische Beobachter konnten zahlreiche Originalzitate entdecken, zum Beispiel eine legendäre Zeltfest-Szene, als ein Kreisverkehr-Politiker einen Pfarrer aufs Übelste heruntermachte.
"Ich könnte mir Roland Düringer auch als Bundeskanzler gut vorstellen. Er wäre rebellisch und würde die Wahrheit auf den Tisch legen", meinten Justin und Robbie im Publikum. Auch Lisa Aschauer aus Purkersdorf hält große Stücke auf den Kabarettisten: "Ich habe Roland Düringer bei der Nationalratswahl gewählt. Nicht aus Protest, sondern weil ich seine Ehrlichkeit schätze. Er ist nicht voreingenommen und nicht abgehoben." Die meisten Kabarettbesucher sehen Roland Düringer aber weiter lieber auf der Bühne als im Parlament: "Seine Liste G!lt bei der Nationalratswahl war ein Kunstprojekt, als echter Kanzler wäre er nicht ernst zu nehmen", meinte Bettina Eckel. "Aber er hat das Polit-Kasperltheater gut aufgezeigt", ergänzte Mario Taurer.

KOMMENTAR

Wähler wollen Unterhaltung

Roland Düringer ist ein sehr beliebter Kabarett-Star in Purkersdorf. Schon 1985 trat er mit der Gruppe Schlabarett im Volkshaus auf. "Atompilz von links" hieß sein erstes Programm, das damals als Benefizvorstellung für die Grün-Alternative Liste Purkersdorf (GALP) gegeben wurde. Seither ist Purkersdorf ein Fixpunkt seiner Tourneen. Die meisten seiner Soloprogramme, darunter Hinterholzacht, die Benzinbrüder-Show, der Regenerationsabend, die Viertelliterklasse oder Düringer ab 4,99 waren im großen Stadtsaal zu sehen. Sein neuestes Programm "Der Kanzler" ist zwar ein original Düringer-Kabarett, aber mit versteckteren und nachdenklicheren Wuchteln als früher. Der politisierende Kabarett-Mundl erlaubt sich jetzt auch Kritik am Wähler, der unbedarft von Sachverstand jener Partei die Stimme gibt, die ihn medial am besten unterhält und die billigsten Lösungen verspricht. Dass Dummheit auch eine natürliche Begabung ist, wusste vor ihm schon der Pessimist Wilhelm Busch.

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