Dauerbrenner: Kinderkassenärzte dringend gesucht!

Im Wiental gibt es keinen einzigen Kinderarzt mit Kassenvertrag!
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  • hochgeladen von Anita Ericson

Der Mangel an Vertragsärzten in der Kinder- und Jugendheilkunde verstärkt die Entwicklung zur 2-Klassen-Medizin.

BEZIRK (ae). Das Thema ist nicht neu, seit Jahren klagen viele Eltern österreichweit darüber, dass der nächste Kinderkassenarzt zu weit entfernt ist. Trotz Bevölkerungswachstums werden es indes immer weniger auf Kinder spezialisierte Mediziner mit Kassenvertrag. In Niederösterreich etwa hat sich die Zahl der Kinder-Kassenärzte in den vergangenen zehn Jahren von 40 auf 35 reduziert, im ganzen Bezirk St. Pölten gibt es nur einen einzigen. Dafür steigt die Zahl der Wahlarztstellen.

Landespolitik

NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann widmet sich nun dieser Problematik: „Letzten Endes bedeutet diese Entwicklung, dass der sozioökonomische Status über die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen entscheidet und die soziale Ungleichheit weiter steigt. Wer es sich leisten kann, geht mit den Kindern zum Wahlarzt. Wer es sich nicht leisten kann, bleibt zu Hause und hofft auf Besserung. Das ist keine Perspektive für ein lebenswertes Niederösterreich.“ Landespolitik, Ärzte und Ärztekammer sind gefordert, Lösungen zu finden.

Kinderarzt vergeblich gesucht

Bei uns im Wiental gibt es tatsächlich keinen einzigen Kinderkassenarzt. Purkersdorfs Bürgermeister Stefan Steinbichler bedauert das sehr: „Ich würde mir ganz dringend einen solchen Arzt hier wünschen. So haben wir vor vier Jahren eine Ausschreibung gestaltet und sogar Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung gestellt – doch trotz Aktivierung aller unserer Kontakte konnten wir keinen finden.“ Sein Wunsch geht an die Ärzteseite, den Beruf des Kinderarztes zu attraktivieren.

Eltern im Stich

Josef Schmidl-Haberleitner, Bürgermeister von Pressbaum, fühlt sich von Krankenkasse und Ärztekammer im Stich gelassen: „Wir haben direkt angesucht, dass man uns hier einen Kinderarzt genehmigt. Doch uns wurde beschieden, wir wären eh gut versorgt.“ Er kann das weder als Politiker noch als dreifacher Großvater verstehen, Schmidl-Haberleitner: „Viele Eltern schließen eine Privatversicherung ab, die auch die Honorarkosten für einen Wahlarzt übernimmt. Aber die ist ja auch nicht gratis, das kostet rund 50 Euro im Monat. Das muss man sich als Jungfamilie, vielleicht sogar mit zwei oder mehr Kindern, auch erst einmal leisten, zusätzlich zu Kindergarten oder Nachmittagsbetreuung in der Schule.“

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