Der Corona-Tsunami ist los!

Christoph Schober vom Spar in Gablitz hat am Samstatg die Regale wieder ausreichend gut bestückt.
  • Christoph Schober vom Spar in Gablitz hat am Samstatg die Regale wieder ausreichend gut bestückt.
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Hamsterkäufe und panische Hysterie auf der einen, Solidaritätsinitiativen und Vernunft auf der anderen Seite. Corona ist da.

REGION PURKERSDORF (ae/sas). Zehn XXL-Packungen Klopapier, zehn Stück Teigwaren im Kilopack, fünf Kilo Zucchini, 20 Dosen Rindsgulasch. Auf die fassungslose aber freundliche Frage, ob man glaubt, der Krieg wäre ausgebrochen, die grantige Antwort – übersetzt ins Höfliche: Das geht den Fragesteller aber sowas von nix an.


Bist du deppert?!?


Wer nichtsahnend seinen Wocheneinkauf erledigen wollte, geriet unter die Räder. Alles ausverkauft, trotzdem keine Parkplätze, Rempelei und Stänkerei. Dazwischen Menschen mit Handschuhen, panisch auf Abstand bedacht. Am Donnerstag ging es los, am Freitag war Chaos. „Es ist genug da, aber wir kommen nicht nach. Ein LKW nach dem anderen bringt Ware, die wir einschlichten müssen. Gestern hab ich um neun am Abend Schluss gemacht und heute bin ich um halb fünf aufgestanden, um noch rechtzeitig die Regale zu füllen“, schildert eine Verkäuferin bei einem Diskonter sichtlich mitgenommen die Lage. Auch bei den anderen lokalen Lebensmittelsupermärkten das Gleiche. Dass die Panik unbegründet war, zeigte sich am Samstag: die Regale waren, bis auf Weniges (wie überall fehlendes Desinfektionsmittel und dergleichen), wieder halbwegs gut gefüllt. „Heute in der Früh um sieben war die Schlange derer lang, die aufs Aufsperren gewartet haben. Wir haben aber gut aufgestockt und werden weiterhin die Versorgung aufrecht erhalten“, sagt der Leiter eines Sparmarktes.

Ausflug aufs Land

Wenigstens der kleine Spar in Gablitz wäre von Hamsterkäufen verschont? Nicht ganz: auch hier gähnt Leere bei Klopapier und Mehl, ansonsten ist alles vorhanden. Chef Christoph Schober: „Es ist kaum zu glauben, was sich die letzten Tage abgespielt hat. Unsere Kunden sind ja eher entspannt, aber es kamen reihenweise Wiener, die gleich Waren für 600 Euro in den Wagen packten. Dort scheint Panik zu sein.“

Über die Runden kommen

Verursacht ist das Ganze durch die Maßnahmen der Regierung gegen die rasende Verbreitung des Corona-Virus, die vorige Woche bekannt gegeben wurden. Unser Land fährt für die kommenden Tage auf Stand-by: Verbot von größeren Veranstaltungen – Aufruf zur Reduzierung der Sozialkontakte aufs Nötigste – Schließung von Schulen und Kindergärten – Rollbalken runter für alle Geschäfte, die nicht so lebensnotwendig sind wie Lebensmittelhändler oder Apotheken. Auch die Feuerwehren haben intern Maßnahmen gesetzt und ihre Gruppenübungen, Dienstübergaben und Schulungen bis Ende März ausgesetzt. Es ist eine Situation, die wir alle nicht kennen. Die Scherben werden nachher aufgekehrt, doch momentan gilt es, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, damit die medizinische Versorgung erhalten bleibt.

Gemeinsam durchhalten

Auf Facebook und in den Gemeinden haben sich bereits Gruppen formiert, die gegenseitige Unterstützung für gefährdete Personengruppen anbieten. Selbst das Rote Kreuz bittet auch darum, nicht das Gesundheitstelefon 1450 für allgemeine Fragen um das Corona-Virus, sondern nur bei dessen Verdachtsfälle anzurufen. Für alle anderen Fragen steht die Info-Hotline 0800 555 621 bereit.

Autor:

Anita Ericson aus Purkersdorf

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