Nonnenfriedhof am Sacré Coeur-Gelände
Der vergessene Klosterfriedhof

Gut versteckt im Wald leuchtet plötzlich die fast 130 Jahre alte Friedhofsmauer hervor....
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  • Gut versteckt im Wald leuchtet plötzlich die fast 130 Jahre alte Friedhofsmauer hervor....
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PRESSBAUM (bri). Am Gelände des Sacré Coeur-Areals gibt es einen gut versteckten rund 130 Jahre alten Friedhof mitten im Wald. Der Nonnen-Friedhof wurde im August 1893 im Zuge des Neubau des Klosters und Internats errichtet.

Ein Rückblick

Der Spatenstich des Sacré Coeurs erfolgte  im Mai 1891. Die Klosterfrauen des Wiener Sacré Coeur am Rennweg im 3. Wiener Bezirk befürchteten damals eine immense Verschlechterung der Lebensqualität am Rennweg, da direkt neben ihrem Anwesen die heutige Staatsdruckerei samt Bahnlinie errichtet wurde. Da man sowieso ein weiteres Noviziat außerhalb von Wien errichten wollte, hielt man Ausschau nach einem geeigneten Platz im Wienerwald und erfuhr im Jahr 1890, dass in Pressbaum eine alte Villa mit dazugehörigem Grundstück zu verkaufen sei. Die von der Mutter Oberin beauftragte Mutter Fromherz erfuhr bei ihrer Erkundung in Pressbaum, dass das Grundstück nicht privat, sondern kaiserliches Areal sei und gar nicht zum Verkauf stehe. Der Platz war ideal und gefiel der Ordensfrau sofort und so ließ sie sich dennoch nicht entmutigen. Sie betete intensiv am Gelände und vergrub auch ein Bildchen des Hl. Josefs.

Des Kaisers Geschenk

1891 besuchte dann plötzlich die Kaisertochter Erzherzogin Marie-Valerie Mutter Gagern am Rennweg und sprach mit ihr über das Grundstück in Pressbaum. Wenige Tage darauf erhielten die Schwestern die frohe Botschaft, dass der Kaiser ihnen auf dieser Anhöhe ein Areal von fünfzehn Morgen Land (ein Morgen sind 2.500 m2) für ihr Bauvorhaben schenkt.

Rasch gebaut

Nur ein Jahr wurde bereits das Noviziat eröffnet, im Mai 1893 wurde der dazugehörige Bauernhof samt Wirtschaftsgebäude errichtet und im August 1893 wurde bereits der besagte Klosterfriedhof angelegt. Da sich die Schwestern heute jedoch schon lange komplett aus Pressbaum zurückgezogen haben, gerät der im Wald gelegene Nonnenfriedhof immer mehr in Vergessenheit. Sogar mancher Lehrer, Schüler oder gar alteingessene Pressbaumer kennt Friedhof gar nicht oder wusste gar nicht, dass es dort überhaupt einen gibt. Doch eine Erkundung des kultigen Platzes der ewigen Ruhe sollte man wagen! Die Gehzeit beträgt vom Haupthaus rund 10 bis 15 Minuten durch den Wald und dann erblickt man plötzlich die ersten Ziegelsteine, der auch heute noch intakten Einfriedung. Vor dem schweren, versperrten Eisentor angekommen, spürt man die sehr friedliche und angenehme Aura, die diesen alten ehrwürdigen Klosterfriedhof auch heute noch umgibt.

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