Region Purkersdorf, Hochwasser
Die unberechenbare Gefahr: Wasser

2021 war die Region von großen Unwettern bis jetzt verschont.
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  • Foto: Feuerwehr Wolfsgraben
  • hochgeladen von Franziska Pfeiffer

Die Gefahr Hochwasser: So ist die Region beim Einsatz aufgestellt und diese Vorkehrungen sind leicht umzusetzen.

REGION. Es regnet schon den ganzen Tag und das Wasser im nächstgelegenen Bach steigt immer höher. Gerade durch die Unwetter, die es in den letzten Wochen in Österreich gab, stimmt es einen nachdenklich, wie gut die eigene Region auf solche Situationen vorbereitet ist.

Hochwasserschutz rettet Leben

"In insgesamt drei Projekten wurde ein sehr umfangreicher Schutz für das Gemeindegebiet umgesetzt. In Zusammenarbeit mit Experten und dem Land NÖ wurden bereits vor Jahren zwei große Rückhaltebecken für den Gablitzbach sowie den Höbersbach geplant und errichtet"

, informiert Bürgermeister Michael Cech über die Sicherheitsvorkehrungen in Gablitz.

"Als letzter Schritt wurde im Rahmen des Zentrumsprojektes eine sogenannte „Flutmulde“ im neu geplanten Zentrum errichtet. Alternative wäre eine Staumauer gewesen, die das Orsbild von Gablitz nachhaltig geschädigt hätte. Daher wurde mit den Projektpartners Bundesforste und Kongregation diese ca. 1.000 m² große Mulde errichtet, die im Normalfall als Naherholungsgebiet im neuen Zentrum dienen wird. Nur im Hochwasserfall wird sie Wasser des Hauersteigbaches aufnehmen und dadurch das Gablitzer Zentrum schützen. Aber auch die Regenwasserkanäle unserer Gemeinde werden Schritt für Schritt „zukunftsfit“ gemacht. Zuletzt wurde ich nach der Errichtung eines neuen Rohres in den Gablitzbach gefragt. Es ist der Auslass eines neuen Regenwasserkanals, der durch die Gemeinde noch heuer in der Hauersteigstraße zur Entwässerung der Siedlung auf der Nordseite der B1 errichtet wird. Nachdem der Parkplatz des unmittelbar daneben liegenden Wohnhauses neu errichtet und asphaltiert wurde, haben wir als erstes den Auslass und dieses Stück des Kanals gebaut. Der neue Kanal ist notwendig, da der bisherige Kanal über Privatgrund führt, nicht sanierbar ist und die Kapazität nicht mehr ausreicht. Fertig gestellt wird der neue Kanalstrang noch im Herbst sein. Der Bau dieses neuen Regenwasser-Kanalstücks ist Teil eines Projektes der Gemeinde, das schon seit mehreren Jahren läuft. Alle Regenwasserkanäle wurden durch Mini-Kameras befahren und damit Schad- und Engstellen festgestellt und ein Sanierungsprogramm geplant. Sicherheit und Regenwasser-Ableitung auch für künftige Starkregenereignisse sicherzustellen, das ist eines unserer obersten Ziele, denn das schützt Eigentum und kann sogar Leben schützen. Das gesamte Programm wird mehrere hunderttausend Euro Kosten, aber gut investiertes Geld in die Sicherheit der Bevölkerung. Zuletzt zeigt der Gott sei Dank einzige Einsatz mit der Gablitzer Feuerwehr beim letzten Starkregen (teilweise Abrutschung eines Erdhügels auf die B1), dass die Kooperation zwischen Gemeinde und Einsatzkräften extrem gut funktioniert. Dennoch sind wir gerade dabei den Gablitzer Zivilschutzplan zu überarbeiten und zu überprüfen, ob zum Beispiel noch alle Kontaktpersonen aktuell und unsere Prozesse auf letztem Stand sind."

Peter Mayer, Amtsleiter in Mauerbach:

"Auch die Bediensteten des Gemeinde-Bauhofs spielen in der Einsatzkette eine wichtige Rolle. Gegen Naturgewalten sind dem Menschen allerdings immer Grenzen gesetzt."

Wenn's zum Einsatz kommt

"Gerade bei Hochwassereinsätzen sind viele Einsatzkräfte in den betroffenen Gebieten unterwegs. Am besten geholfen ist jeden wenn er seinem Nächsten hilft. Das Stichwort „Nachbarschaftshilfe“ trifft es hier sehr gut."

, so Michael Gindl, Kommandant der Feuerwehr Purkersdorf. Da die Unwetter oft plötzlich und geballt auftreffen, komme es meist zu vielen Einsätzen gleichzeitig. Diese werden nach Dringlichkeit abgearbeitet.

"Eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den umliegenden Feuerwehren ist hier unerlässlich und funktioniert immer einwandfrei."

Freiwillige Retter

"Die Freiwilligen Feuerwehren leben von unseren Einsatzkräften, sie stehen 365 Tage im Jahr und 24 Stunden pro Tag bereit, um unsere Bevölkerung zu schützen. Unsere Kameraden nehmen sich Urlaub, um an Katastropheneinsätzen teilzunehmen, keine andere Einsatzorganisation hat eine so hohe Mannstärke, die kurzfristig einsatzbereit ist"

, erzählt Florian Krebs, Kommandant der Feuerwehr Wolfsgraben, über die Bereitschaft der Kameraden.

"Es ist auch zu erwähnen, viele Firmen gewähren Sonderurlaubstage für Einsatzkräfte, wenn sie bei Katastrophen im Einsatz stehen und dafür muss man danke sagen und sogleich an alle Unternehmen appellieren, die heute noch keine Regelungen für ihre Mitarbeiter in solchen Situationen getroffen haben."

Michael Sabadello, Feuerwehr Purkersdorf:

"Die neun Feuerwehren des Feuerwehrabschnittes Purkersdorf rückten im Jahr 2020 zu rund 130 Hochwasser- bzw. Unwettereinsätzen aus. Im Jahr 2021 mussten bereits etwa 80 solcher Einsätze, inklusive überörtlicher Hilfeleistungen im Rahmen des Katastrophenhilfsdienstes, bewältigt werden. Wenn jemand von Hochwasser beziehungsweise Unwetter betroffen ist, dann kann es nicht schaden, auch bei unmittelbaren Nachbarn Nachschau zu halten beziehungsweise diese zu informieren wenn sie nicht zu Hause sind."

Mögliche Vorkehrungen

-Regelmäßige Kontrolle der Dachrinnen auf Verunreinigung.
-Abflüsse bei Rigolen der Außenanlagen sauber halten.
-Kanäle der Lichtschächte rein halten.
-Schachtpumpen auf Funktionalität testen.
-Kellerfenster während Starkregen geschlossen halten.
-Bei Stromausfällen eine Taschenlampe greifbar haben.
-Im Falle eines notwendigen Einsatzes der Feuerwehr umgehend den Notruf 122 rufen und sich auf der Einfahrt zur Liegenschaft bemerkbar machen.

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