Gedenkfeier an dunkle Zeiten

Kurz und auf den Punkt: der Bühnenauftritt der 4b.
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  • Kurz und auf den Punkt: der Bühnenauftritt der 4b.
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  • hochgeladen von Anita Ericson

In der NS-Zeit gab es im Sacré Coeur ein „Spezialkinderheim“. Schüler haben das Thema aufgearbeitet und bei einer Gedenkfeier ans niemals Vergessen gemahnt.

PRESSBAUM (ae). Die Schüler der 4b der BAfEP – der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik im Sacré Coeur – sind angehende Kindergärtner und Hortpädagogen. Im Rahmen ihrer Ausbildung wird ihnen auch vermittelt, wie wichtig es ist, Kindern Achtung entgegen zu bringen und sie zu fördern. Umso erschrockener waren sie, als im Heil- und Sonderpädagogik-Unterricht über Behinderungen gesprochen wurde und sie davon erfuhren, dass in der Zeit des Nationalsozialismus hier ein „Spezialkinderheim“ für „schulbefreite und schulentwachsene, schwachsinnige Kinder“ gab.

Durch und durch grausam

Die Schüler entschlossen sich, dem Thema nachzugehen und Stück für Stück lernten sie eine neue Dimension der menschenverachtenden Ideologie kennen, die sie bis dahin nur mit Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslagern in Verbindung gebracht hatten: Ein 11-jähriger, der im Spezialkinderheim eingesperrt war, wird in den Befunden beschrieben mit „wirkt völlig abgestumpft, …, degeneriertes, derbes Aussehen, tiefstehender Idiot“, über eine 12-jährige steht in den Akten, „mongoloides Aussehen, … stumpfsinniges Verhalten, völlige Erziehungs- und Bildungsunfähigkeit. Sippe ist erbbiologisch minderwertig“.

Wider das Vergessen

Etwas mehr als zwei Jahre lang waren Kinder zwischen 2 und 17 Jahren am Klostergelände eingesperrt worden. Wer das Heim überlebte, das 1941 aufgelöst wurde, fand anschließend in der „städtischen Fürsorgeanstalt Am Spiegelgrund“ in Wien den Tod. Wie weit man in Pressbaum um die Vorgänge wusste, ist heute kaum mehr festzustellen, es gibt nur fragmentarische Dokumente. Genau dieses Vergessen war es, was die Schüler der 4b dazu veranlasste, das Thema wieder auszugraben und unter dem Titel „Es wird Zeit, schau nicht weg! Man vergisst nicht, man verdrängt“, die Gedenk- und Erinnerungsarbeit am Campus anzustoßen.

Ein Baum als Symbol des Lebens

Vergangene Woche präsentierten sie ihr Projekt in einer Gedenkfeier mit Bühnenauftritt und Filmvorführung, Magdalena Radlmair sprach stellvertretend für die Klasse: „Wir möchten nicht, dass die Geschichte des Spezialkinderheims in Vergessen gerät genauso wenig wie die Kinder, die hier untergebracht waren. Die Geschichte der Kinder hat uns tief berührt“. Anschließend wurde symbolisch ein Baum gepflanzt.

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