Gemeinschaftliches Wohnprojekt auf der Haitzawinkler Pfarrwiese geplant

OliviaOlivia krabbelt bereits über die Karte ihres künftigen Zuhauses in Haitzawinkel.
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  • OliviaOlivia krabbelt bereits über die Karte ihres künftigen Zuhauses in Haitzawinkel.
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PRESSBAUM. "Wenn einer alleine träumt, bleibt es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit", zitiert Walter Wörz, der Sprecher des Vereins B.R.O.T. Pressbaum, das Motto des Verbands von Hélder Câmara. Seit vier Jahren arbeitet er an seinem Traum: gemeinschaftlichem Wohnen auf einer Pfarrwiese in Haitzawinkel.
Nach einigen Startschwierigkeiten geht das Projekt nun in die finale Phase. "Wenn alles gut geht, sollten wir Anfang des nächsten Jahres mit dem Bau beginnen können“, sagt Wörz. Er und seine künftigen Mitbewohner planen mit dem Architekturbüro „nonconform vor Ort 22 Wohneinheiten und Gemeinschaftsräumen auf einem Teil der 14.000 Quadratmeter möglichst ökologisch zu errichten. Dort sollen etwa 50 Personen leben. Daran Interessierte können sich noch beim Verein melden.

Letzte offene Punkte

Bis der Bau beginnen kann, muss der Verein B.R.O.T. noch den Vertrag mit der Pfarre Pressbaum abschließen und eine Baugenehmigung einholen. Mit der Pfarre hat er sich auf ein 99-jähriges Baurecht geeinigt, das ihm die uneingeschränkte Nutzung erlaubt. Es werden nur mehr letzte Details verhandelt.
"Auch die Pfarre muss schauen, dass sie mit ihrem Eigentum richtig wirtschaftet und B.R.O.T. ist ein spannendes Projekt in unserem Sinne", begründet Pfarrer Johann Georg Herberstein die Vergabe des Grunds.
Ein Großteil der bisherigen Aufträge ging bereits an Pressbaumer Firmen. "Wir wollen über das Grundstück hinaus in die Gemeinde wirken", erklärt Wörz und ergänzt: "Wir planen auch zwei Wohnungen zur Verfügung zu stellen, in denen Hilfesuchende wie etwa Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Flüchtlinge oder Wohnungslose Platz finden könnten. Dafür suchen wir noch eine mögliche Finanzierung."

Sorgen um die Infrastruktur

Das Projekt stößt jedoch auf Kritik. Stadtrat Wolfgang Klachhauser (WIR) sagt etwa: "Mit dem Projekt selbst habe ich kein Problem. Doch es verschärft unsere Infrastrukturprobleme, dafür zahlt die ganze Kommune. Die Verkehrssituation in Haitzawinkel ist etwa schon jetzt problematisch. Dazu kommt auch noch der Neubau beim Bauer-Gauss."
Walter Wörz kann die Kritik nicht nachvollziehen: "Wir sind dann Nachbarn und haben dasselbe Interesse an einer funktionierenden Infrastruktur."

ZUR SACHE: B.R.O.T.:

B.R.O.T. bedeutet Begegnen, Reden, Offensein und Teilen. Es versteht sich als gesellschaftspolitisches und spirituelles Projekt. “Unser Netzwerk von Haushalten, in denen Kooperation, Kommunikation und solidarische Unterstützung im Alltag gelebt wird, wirkt der zunehmenden Vereinsamung entgegen“, erklärt Wörz.
In Wien leben so bereits 200 Haushalte in drei Wohnprojekten. Ein Viertes wird derzeit vom Verein B.R.O.T. Pressbaum, der seit 20 Monaten besteht, geplant. Eine Gruppe von etwa 20 Personen arbeitet daran.

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