Meine Gemeinde im Check
Klimawandel geht uns alle an

Das Bürgerbeteiligungskraftwerk am Bahndamm in der Tullnerbachstraße generiert Sonnenstrom für 70 Haushalte.
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Gemeindeserie Teil VII: Das tun unsere Gemeinden, um die Klimamisere in den Griff zu bekommen.

REGION PURKERSDORF (ae). Wir leben in Zeiten des „Klimanotstands“, wie ihn das EU-Parlament vor kurzem ausgerufen hat. Umso wichtiger ist es, dass wir vor unserer eigenen Haustüre Akzente setzen, um mit Rohstoffen sparsamer umzugehen, auf erneuerbare Energien zu setzen und so unser Land klimaneutraler zu machen. Viele Gemeinden gehen hier beherzt voraus, wir haben uns drei Klima-Pionier-Projekte im Bezirk genauer angesehen.

Leuchtendes Beispiel

In Pressbaum beleuchten seit Anfang dieses Jahres LED-Lampen die Straßen: an 1650 Lichtpunkten wurden die neuen energiesparenden Lampen bereits installiert, das entspricht rund 96 Prozent aller Straßenleuchten. Die wenigen restlichen Lichtpunkte werden sukzessive, sobald sie ausfallen, ersetzt. Es zeigt sich bereits jetzt, dass damit Einsparungen von gut 75 Prozent erreicht werden, man rechnet in Pressbaum mit 405.000 Kilowattstunden weniger Stromverbrauch im Jahr. Zudem kommt hier ausschließlich zertifizierter Ökostrom zum Einsatz, was auch für die anderen kommunalen Einrichtungen wie Rathaus und Kindergärten gilt.

Sonnenkraft en gros

Das Purkersdorfer Vorzeigeprojekt in Sachen Ökologie ist um ein paar Jahre älter: 2016 ging das Solarkraftwerk in der Tullnerbachstraße ans Netz, das mit einer Leistung von ca. 150 Kilowattpeak umweltfreundlichen Sonnenstrom für rund 70 Haushalte erzeugt. Damit werden im Jahr 54 Tonnen an CO2-Emissionen gespart. Die Kollektorfläche der 576 Photovoltaikpaneele umfasst knapp tausend Quadratmeter, der hohe Wirkungsgrad ist bedingt durch den idealen Standort in Südhanglage am Bahndamm der ÖBB. Dieses Kraftwerk gehört den Menschen, viele davon Bürger aus Purkersdorf, die sich zu Baubeginn einkaufen konnten. Wien Energie hat dieses Bürgerbeteiligungskraftwerk noch unter Bürgermeister Karl Schlögl errichtet, und betreibt es auch.

Turbo für die Muskelkraft

Das dritte Projekt, das wir vorstellen, blickt über den Tellerrand und in die Zukunft: die Gemeinden der Kleinregion WIR 5 im Wienerwald, Gablitz, Mauerbach, Purkersdorf, Tullnerbach und Wolfsgraben, haben vor kurzem die eBike-Kompetenzregion Wienerwald ins Leben gerufen und auch prompt einen Landespreis dafür bekommen. Vor allem soll damit der Alltagsradverkehr angekurbelt werden, das eBike soll zur echten Mobilitätsalternative werden, wenn es um kurze Strecken bis fünf Kilometer geht. Dazu sind bauliche Maßnahmen – allen voran Lückenschlüsse im Radwegnetz, Abstellplätze und Ladestationen – ebenso geplant wie Bewusstseinsbildung etwa durch Veranstaltungen. Weitere Ideen sind die Errichtung von eBike-Boxen, in denen Räder gewartet und/oder ausgeborgt werden können sowie die Ausarbeitung von Radtouren.

Mehr klimarelevante
Projekte im Bezirk

Photovoltaikanlagen an kommunalen Gebäuden sind gut verbreitet z. B. an den Rathäusern in Pressbaum und Purkersdorf oder am Wirtschaftshof in Gablitz. Ebenso gehört die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LEDs zum guten ökologischen Ton: in Gablitz ist sie seit einigen Jahren abgeschlossen, in Wolfsgraben und Pressbaum seit Kurzem, in Purkersdorf fiel gerade eben der Startschuss zur Umrüstung.
Vor den nächsten konkreten Schritten, geht es nun in den Gemeinden ans Konzepte erstellen: in Pressbaum wurde gerade beschlossen, dass ökologische Beschaffungskriterien für sämtliche Gemeindeagenden ausgearbeitet werden. Bei der letzten Gablitzer Gemeinderatssitzung wiederum wurde der Vorschlag zur Ausarbeitung eines Konzeptes zur Energieraumordnung angenommen, wodurch die Gemeinde mittelfristig gesehen Möglichkeiten hat, ökologische Kriterien beim Hausbau vorzuschreiben. Das große ökologische Thema in Purkersdorf für 2020 ist das neue Verkehrskonzept, das gleichzeitig mit der neuen Raumordnung erstellt wird, und das auch die Öffis voran bringen soll.

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