Weil jeder einzelne Baum zählt

Umweltstadträtin Christiane Maringer und der engagierte Purkersdorfer Gerhard Bürgmann auf der Apothekenseite des Bahndamms.
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  • Umweltstadträtin Christiane Maringer und der engagierte Purkersdorfer Gerhard Bürgmann auf der Apothekenseite des Bahndamms.
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„Mehr Grün im Zentrum“ lautet ein Antrag der Liste Baum an die Stadtgemeinde Purkersdorf. Jüngste Asphaltierungen sind der Anlass.

PURKERSDORF (ae). Die Diskussionen ums schrumpfende Grün in Purkersdorf sind nicht neu, nach der Sanierung des Bahndamms direkt im Zentrum aber wieder deutlich lauter geworden. „Anstelle der begrünten Böschungen mit hohem, altem Baumbestand wird die Westbahn nun beiderseits durch eine Betonwand mit durchgehendem Parkstreifen begrenzt“, heißt es dazu im LIB Antrag. Auf der Hauptplatzseite wird gar nicht wiederbegrünt, Graffiti sollen in Zukunft die Wand verschönern. Die Parkplätze wurden zudem kurzerhand asphaltiert, anstatt – auch im Sinne des Ortsbildes – wieder Steine zu verlegen (ähnlich wie bereits vor einiger Zeit vor der Trafik passiert). Die Apothekenseite wird zwar etwas mehr Grün bekommen, doch deutlich weniger als vorher. So konnte man Parkplätze gewinnen.

Bäume gegen Parkplätze
Bürgermeister Stefan Steinbichler zu den Vorwürfen: „Die lokale Wirtschaft kämpft mit der Parkplatznot. Weil ich nicht möchte, dass der Hauptplatz ausstirbt, haben wir uns entschieden, vier Parkplätze zu gewinnen und nur zwei Bäume nachzusetzen.“ Auf die Asphaltierungen angesprochen hat er ebenfalls eine klare Aussage: „Die Schneeräumung im Winter wird dadurch vereinfacht, da geht es um die Sicherheit der Fußgänger. Die Asphaltierung der Parkplätze beim Kebap-Stand hat außerdem einen weiteren Vorteil – immer wieder weichen die Standler des Bauernmarktes hierher aus. So können sie ihre Stände besser aufbauen und auch die Reinigung nachher geht reibungslos vonstatten.“

Klimawandel und Mikroklima
Zwei Büsche hier, drei Bäume dort, ein Stück unversiegelter Boden da. In einer Gemeinde mit über 80 Prozent Waldanteil scheinen das nur Kleinigkeiten zu sein – doch diese summieren sich. Auch in Anbetracht der Tatsache, dass durch massive Bautätigkeit immer mehr Grünflächen verloren gehen: wo früher ein Einfamilienhaus in einem großzügigen Garten stand, stehen heute Wohnblocks. Das ist kontraproduktiv zum Klimaschutz und auch schlecht fürs Mikroklima: Bäume spenden nicht nur Schatten, sie speichern auch Wasser, ebenso wie sonstige Pflanzen und unversiegelte Böden – das sie dann durch langsame Verdunstung wieder abgeben. Die dabei entstehende kühle Luft hat direkte Auswirkungen aufs hitzegeplagte, stark verdichtete Zentrum, das von der Abendkühle im Waldgürtel ringsum kaum erreicht wird.

Mehr Bäume braucht die Stadt
Es gibt aber auch gute Nachrichten, Steinbichler: „Oberhalb der Tribüne beim Wasserspiel kommt fix ein neuer Baum. Die eigenartigen Büsche am Hauptplatz sind mir ebenfalls ein Dorn im Auge, hier werden wir zusehen, dass wir sie im Frühjahr durch echte Bäume ersetzen.“ Umweltstadträtin Christiane Maringer hätte noch ein paar weitere Maßnahmen mehr auf der Wunschliste: „Die schöne ehemalige Allee in der Pummergasse ist heute als solche nicht mehr erkennbar, kranke Bäume wurden gefällt und sind Parkplätzen gewichen. Hier würde ich mir ebenso Neupflanzungen wünschen wie entlang den Ausfallstraßen Linzer und Wiener Straße.“ Generell regt sich auch an, mit dem Bestand pfleglich umzugehen – und nicht wie etwa kürzlich in der Schöffelgasse vorzugehen, wo man zwei alten Bäumen durch zu nahe Asphaltierungen den Lebensraum drastisch beschnitten hat. Grundsätzlich hat Steinbichler für Maringers Anliegen ein offenes Ohr: „Gerne lade ich die Stadträtin zu einer gemeinsamen Radtour durch Purkersdorf ein, um direkt vor Ort Probleme zu identifizieren und Verbesserungen zu evaluieren.“

Autor:

Anita Ericson aus Purkersdorf

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