Ein Bezirk mit 'Ablaufdatum': Wienerwald darf WU-Taferl behalten

Purkersdorf, Pressbaum, Tullnerbach und Wolfsgraben sollen zu St. Pölten; Gablitz, Mauerbach und Klosterneuburg zu Tulln.
  • Purkersdorf, Pressbaum, Tullnerbach und Wolfsgraben sollen zu St. Pölten; Gablitz, Mauerbach und Klosterneuburg zu Tulln.
  • Foto: Land NÖ
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MAUERBACH/BEZIRK. Eine zukunftsträchtige Entscheidung wurde vergangene Woche bei einer Pressekonferenz in Mauerbach verkündet (die Bezirksblätter haben berichtet): "Wir werden die Bezirkshauptmannschaft Wien-Umgebung auflösen. Die Gemeinden werden wir auf andere Bezirkshauptmannschaften verteilen", verkündete Landeshauptmann Erwin Pröll: "Niederösterreich wird in Zukunft nicht mehr 21 sondern 20 Verwaltungsbezirke aufweisen."
Die Begründung: Der Bürgerservice solle dadurch verbessert und rund zwei Millionen Euro jährlich eingespart werden. Wirksam soll die neue Bezirksgliederung, so das Ziel, ab 2017 werden.

Kennzeichen dürfen bleiben

91.866 WU-Kennzeichen sind zur Zeit im Umlauf. Bestehende Kennzeichen müssen aufgrund der Bezirksauflösung jedoch nicht geändert werden, entwarnt das Büro des Landeshauptmanns Erwin Pröll: Nur bei Fahrzeug-Neuanmeldung oder -Wechsel werden die Kennzeichen, ab dem 1. Jänner 2017, entsprechend und zu den allgemein üblichen Kosten geändert.

Trennung von Purkersdorf und Gablitz "absolut problematisch"

"Vom Prinzip her unterstütze ich diese Aufteilung", meint Purkersdorfs Bgm. Karl Schlögl: "Ich bin auch sehr dankbar dass mir der Landeshauptmann zugesagt hat, dass die Außenstelle der BH in Purkersdorf bleibt." Einen Nachteil sieht er jedoch an der Aufteilung der Nachbargemeinde Gablitz zum Bezirk Tulln. Diverse Kooperationen seien dadurch für ihn jedoch nicht gefährdet: "Ich gehe davon aus dass man das auch in Zukunft aufrecht erhalten werden kann." Ähnlicher Meinung ist auch Bgm. Michael Cech aus Gablitz, der die Initiative grundsätzlich ebenfalls unterstützt: "Dies darf jedoch auf keinen Fall auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger erfolgen." Eine solche Teilung von Purkersdorf sieht er jedoch "als absolut problematisch", da man die Zusammenarbeit in den letzten Jahren intensiviert habe: "Ein Ergebnis ist der gemeinsame Musikschulverband sowie intensive Zusammenarbeit in kommunalen Bereichen. Die BH-Außenstelle sowie das Bezirksgericht sind wesentliche Einrichtungen für die Gablitzer Bürger. Das Gymnasium Purkersdorf ist die höhere Schule für unsere Schüler." Auch die ungewöhnlich späte Informierung der betroffenen Bürgermeister – die meisten wurden zeitgleich mit der Pressekonferenz informiert – stößt Cech sauer auf: "Die Einbindung der Bürgermeister zu einem früheren Zeitpunkt wäre wünschenswert gewesen."

Wolfsgraben denkt Bezirk Mödling an

Dem stimmt auch Bgm. Claudia Bock aus Wolfsgraben zu: "Fein und fair wär‘s gewesen die Bürgermeister schon vorab einzubeziehen." Für Wolfsgraben stelle sich jedoch die Frage ob man sich vielleicht eher dem Bezirk Mödling als dem Bezirk St. Pölten anordnen lassen soll. (Wie der Wolfsgrabener Gemeinderat in einer Sitzung am vergangenen Montag Abend, nach Druckschluss, entschieden hat, lesen Sie HIER.)

"Keine Nachteile" für Tullnerbach und Pressbaum

Relativ gelassen sieht Bgm. Johann Novomestsky aus Tullnerbach die Situation: "Ich sehe keine großartigen Nachteile für Tullnerbach." Im Gegenteil – bei der Anbindung zur Bezirkshauptstadt hätte man mit St. Pölten gegenüber Klosterneuburg sogar einen Vorteil: "Wenn wir jetzt einen Weg auf die BH haben fahren wir 45-50 Minuten. Wenn wir St. Pölten anfahren fahren wir 30-35 Minuten. Von der Verbindung her ist es nach St. Pölten für uns deutlich leichter als nach Klosterneuburg."
Dem stimmt auch Pressbaums Bgm. Josef Schmidl-Haberleitner zu, der, wie er sagt, bisher keinen Nachteil für Pressbaum erkennen kann: "Einrichtungen in Tulln oder Klosterneuburg waren öffentlich für unsere Bevölkerung immer schwer zu erreichen, so gesehen bringt es bestimmt Vorteile."

Gablitz und Mauerbach wünschen bessere Tulln-Verbindung

Anders ist die Lage in Mauerbach und Gablitz: "Die Zuordnung zu Tulln ist schon auch problematisch, weil wir ja fast keine öffentliche Verbindung dorthin haben. Das war‘s aber bis Klosterneuburg auch. Aber da hatten wir zumindest noch die BH-Niederlassung in Purkersdorf", erklärt Bgm. Peter Buchner aus Mauerbach, für den "Verwaltungsreformen natürlich immer erwünscht sind", solange man die Auswirkungen auf die Bevölkerung berücksichtigt. In diesem Sinne teilen er und Bgm. Cech aus Gablitz einen Wunsch: "Ich würde mir schon wünschen dass wir dann bessere öffentliche Verbindungen nach Tulln bekommen und dass das mit berücksichtigt wird. Jemand der einen neuen Reisepass braucht und öffentlich fährt muss sonst eine kleine Weltreise antreten."

Bezirkshauptmann bleibt wortkarg

Bezirkshauptmann Andreas Strobl will die Neuerung zum jetztigen Zeitpunkt und mit dem derzeitigen Wissensstand (Stand: Redaktionsschluss Freitagmittag) noch nicht kommentieren: "Das ist eine politische Entscheidung der Landesregierung, die kommentiere ich sicher nicht." Eine offizielle Pressemeldung soll innerhalb der nächsten Wochen folgen.

ZUM WEITERLESEN:

Wolfsgraben: 'PL'-Zuteilung 'zur Kenntnis genommen'

ZUM NACHLESEN:

Der Bezirk Wien-Umgebung wird aufgelöst

Autor:

Tanja Waculik aus Purkersdorf

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