06.06.2017, 00:00 Uhr

Ablenkung am Steuer: Der "kurze Blick" auf's Handy

Telefonieren am Steuer? "Wenn überhaupt, dann nur mit Freisprechanlage!", meint Nina Gruy-Jany.

Telefonieren, SMSen, Rauchen, Essen und Co.: Ablenkung am Steuer kann sehr gefährlich enden.

REGION PURKERSDORF. 180 Meter im Blindflug. Diese Strecke legt man zurück, wenn man auf der Autobahn bei 130 km/h für fünf Sekunden eine SMS oder WhatsApp liest.
Ablenkung am Steuer – also Telefonieren, Nachrichten schreiben sowie Essen und Trinken – ist der Grund für mehr als ein Drittel aller Verkehrsunfälle in Niederösterreich. Eine Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit beweist: Die Reaktionszeit sinkt deutlich. Wer etwa ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, reagiert genauso langsam wie ein alkoholisierter Fahrer mit 0,8 Promille Alkohol – so wiederum der Verkehrsclub Österreich.

60 Lenker täglich in NÖ ertappt

Noch immer ist vor allem Telefonieren und SMSen am Steuer in den Köpfen vieler ein „Kavaliersdelikt“: Täglich werden in NÖ 60 Lenker von der Polizei ertappt. Die Dunkelziffer ist freilich viel höher. Experten schätzen, dass nur jeder 2.500ste erwischt wird. Wenn, dann sind allerdings 50 Euro fällig. Die Bezirksblätter haben sich im Region Purkersdorf umgehört ob sich die Autofahrer der Gefahr bewusst sind.

Freisprechanlage sei Dank

Bei Tom Niesner und Magdalena Steiner aus Rekawinkel wird am Steuer nur mit Freisprechanlage telefoniert: "Alles andere nervt auch einfach." Zum Kurznachrichten lesen schauen sie nur bei roter Ampel auf's Handy. Da beide nicht nur PKW, sondern auch Motorrad fahren, wissen sie: Speziell dann müsse man noch mehr auf jene aufpassen, die z.B. langsam in die Mitte der Fahrbahn abdriften, weil der Blick auf's Handy gerichtet war.

Im Auto bleibt Handy lautlos

Nina Gruy-Jany aus Mauerbach hat das Handy im Auto zumeist auf lautlos gestellt, "vor allem wenn die Kinder mit im Auto sind." Über Freisprechanlage telefoniere sie nur selten: "Wenn überhaupt, dann wenn ich alleine bin. Die Gedanken wandern ja beim Zuhören auch ein bisschen weg." Sie will sich jegliche Ablenkung durch's Handy am Steuer daher abgewöhnen: "Ich versuch das für mich selbst so zu lösen, dass ich das Handy meistens in der Tasche lasse, es auf lautlos hab, usw."

Rauchen: ok, Handy: NoGo

Ähnlich praktiziert es Alexandra Stangl aus Purkersdorf: "Ich bin während dem Autofahren einfach nicht erreichbar." Zigaretten rauchen beim Autofahren sei ihr einziges Laster, "alles andere lenkt mich zu sehr ab."
Christoph Schipany ist Verkehrsplaner von Beruf und unter anderem als Ausbildungsfahrer beim Roten Kreuz Purkersdorf aktiv. Klare Sache, dass nur mit Freisprechanlage telefoniert wird: "WhatsApp usw. schaue ich nur an, wenn man wirklich länger an einer Kreuzung steht, und ich weiß, dass das eine Ampel ist, die länger rot ist." Vor allem auch bei der Ausbildung neuer Einsatzfahrer sei ihm höchste Konzentration am Steuer wichtig: "Das sind ja dann Ausnahmesituationen, wo auch andere Autofahrer in eine Stresssituation gelangen."

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