02.11.2016, 00:00 Uhr

Bauernmarkt statt Kanada-Kauf: So gut schmeckt's daheim

E-Mobil-Fahrer Hermann Neidhart und Veronika Breitner am Pressbaumer Bio- & Regio-Markt am Stand von Anton Gerhold, der Eier, Mehlspeisen, Geflügel- und Kaninchen-Fleisch aus eigener Produktion sowie Säfte vom Wagram-Gebiet anbietet.

Auch ohne Kanada geht’s: Ob Eier, Käse oder Gemüse – auf den Märkten findet man, was das Herz begehrt.

REGION PURKERSDORF. Rindfleisch aus Australien, Butter aus Irland, Paradeiser aus Spanien – die ganze Welt passt heute in ein Supermarktregal. Dabei liegt das Gute oft so nah, denn Österreichs Landwirtschaft könnte das Land zu 96 Prozent mit Lebensmitteln versorgen. Grund genug für die Bezirksblätter sich vor der eigenen Haustür umzusehen, wie die Direktvermarkter vom Trend hin zum Öko-Einkauf profitieren.


"Wem's schmeckt, der kommt wieder"

Eier, Gemüse, Saft, Käse, Fleisch und Co. werden wöchentlich am Pressbaumer Bio- & Regio-Markt angeboten. "Es wird schon immer mehr auf Regionalität geschaut", sind sich Manuel und Julian Harold einig. Mit "Harold's Hofladen" sind sie drei Mal monatlich am Pressbaumer Bio- & Regio-Markt anzutreffen und bieten dort allerlei Schmankerl vom Tullnerfelder Schwein aus eigener Produktion. "Am besten ist es wenn man seine Erzeugnisse selbst vermarktet – dann mach ich den Preis, nicht der Handel", erklärt Julian Harold und setzt fort: "Mit der EU ist es ja schon schwieriger geworden für die Landwirtschaft, mit CETA usw. würde das ein noch größeres Problem werden." Bei der eigenen Ware zählt jedoch vor allem eines, weiß Manuel Harold: "Der Geschmack – wenn's den Leuten schmeckt, kommen's wieder."

Persönlicher Kontakt zum Produzenten

"Der persönliche Kontakt zum Produzenten wird immer wichtiger. Die Leute wollen wissen ob der, der am Etikett steht, auch der ist, der da am Stand steht", erklärt Anton Gerhold aus dem Tullnerfeld, der in Pressbaum wöchentlich Eier, Mehlspeisen, Geflügel- und Kaninchen-Fleisch aus eigener Erzeugung sowie Säfte aus dem Wagram-Gebiet anbietet. Seine Karriere als LKW-Fahrer hat er zugunsten der Landwirtschaft an den Nagel gehängt. Anfangs belieferte er einen Schlachthof, "aber irgendwann war's nicht mehr kostendeckend", erklärt er – so führte es ihn schließlich zu den Märkten. "Heute würd ich mir das nicht nochmal von vorn anfangen, glaub ich. Ich seh's ein dass die ganzen Verordnungen notwendig sind, aber sie machen's einem schon schwieriger", so Anton Gerhold. Dass CETA, TTIP und Co. sich unmittelbar auf sein Geschäft auswirken könnten, glaubt er aber weniger: "Die Leute, die wirklich auf Qualität schauen wollen, die kommen, denk ich, weiterhin. Diejenigen, die's möglichst billig wollen gehen eh jetzt auch schon in den Supermarkt." Er selbst hat jedenfalls Spaß an seinem Job: "Das Marktfahren ist schon schön – man lernt viele Leute kennen", lächelt er.

Konsumenten schätzen regionalen Markt

"Die Leute, die sich hier herstellen, erzeugen's auch und meinen's ehrlich", spricht sich Veronika Breitner für Regionalität aus. Auch Christine und Franz Leininger unterstützen gern den Pressbaumer Markt: "Irgendwie ist es ja auch ein Event wenn man hier einkauft – es ist geselliger."

MÄRKTE IN DER REGION:

Purkersdorf: Jeder Freitag von 10 bis 18 Uhr am Hauptplatz
Pressbaum: Jeder Samstag von 9 bis 13 Uhr am Platz vor dem Rathaus
Wolfsgraben: Jeden Samstag von 9 bis 15 Uhr beim Wirtshaus Oliver
Wolfsgraben: Jeden zweiten Samstag von 9 bis 14 Uhr beim Wirtschaftspark Wienerwald
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