14.09.2014, 00:00 Uhr

Klage: Künstler als Sexstrolch

Richterin Andrea Humer (Foto: Ilse Probst)

Exzentrischer Künstler soll zwei Mädchen aus der Region Purkersdorf sexuell belästigt haben.

REGION PURKERSDORF (ip). Schwere Schuldlast für einen Künstler: Den Aussagen eines acht- und eines 15-jährigen Mädchens aus dem Großraum Purkersdorf zufolge, soll der Mann die beiden sexuell belästigt und missbraucht haben.

Berührungen ohne Absicht

Der exzentrische Künstler, selbst mehrfacher Vater, bestritt die Vorwürfe von Staatsanwalt Karl Fischer und sprach von unabsichtlichen Berührungen. Entgegen ersten Angaben vernahm man in einer kontradiktatorischen Einvernahme per Video, bei der Beschuldigte und die Zeugin nicht direkt zusammen treffen, dass zumindest die 15-Jährige es für möglich halte, dass keine Absicht hinter dem sexuellen Übergriff gestanden habe.

Richterin rügte Applaus

Auch die Aussagen der Achtjährigen konnten den Schöffensenat von der Schuld des Angeklagten nicht hundert Prozent überzeugen. Den Applaus einiger Zuhörer nach der Verkündigung des Freispruchs rügte Richterin Andrea Humer jedoch damit, dass es keinesfalls etwas zu beklatschen gäbe: „Wir haben alle kein gutes Gefühl bei diesem Freispruch“, erklärte sie und führte aus, dass es eines der obersten Prinzipien des Rechtsstaates sei, auch nur beim geringsten Zweifel zugunsten des Angeklagten zu urteilen.

Freispruch mit Glück

„Wir wissen alle nicht, was Nina tatsächlich erlebt hat und ob die sexuellen Handlungen stattgefunden haben“, führte Richterin Andrea Humer die Urteilsbegründung aus und verwies auf Alkoholkonsum und freizügige Feste des Künstlers, der Kindersexualität nicht so eng sehe. „Jetzt haben Sie aber Glück gehabt“, beendete die Richterin den Prozess, nachdem der Staatsanwalt dem Freispruch keine weiteren Rechtsmittel entgegensetzte.
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