26.07.2017, 12:33 Uhr

Mit Technologie zu Hause alt werden

Christoph Koller zeigt: Mit der Foto-App können Kinder und Enkerl ihre Großeltern am Laufenden halten.

Ein Purkersdorfer will mit dem Start-up "Connect Care" das Leben von Senioren verbessern.

PURKERSDORF (tp). Etwa 14.000 Menschen über 65 Jahre leben insgesamt in der Region Purkersdorf und in Klosterneuburg. Laut der ÖROK Bevölkerungsprognose soll ihre Anzahl bis 2030 um ein Viertel steigen – bei den über 85-jährigen sogar um 62 Prozent. Connect Care will ihnen mit einem Interaktionssystem helfen zu Hause in Würde alt zu werden.

Verbindet Generationen

"Besonders gut gefällt mir, dass es nicht nur die Sicherheit, sondern auch die soziale und emotionale Seite abdeckt und so alle Generationen einer Familie verbindet", sagt der Purkersdorfer Christoph Koller. Er kümmert sich im Start-up vor allem um den Vertrieb und das Marketing. Seit Jänner wurden die ersten 60 Systeme verkauft. "Das Feedback war bisher sehr positiv", freut sich Koller.

Selbstständiger Schutzengel

Das System Connect Care nutzt den technischen Fortschritt. In der Wohnung von Senioren werden drei verschiedene Sensoren installiert: Ein Bewegungsmelder, ein Schlüsselanhänger und ein Türkontakt. Diese registrieren Aktivität und Inaktivität. "So erkennt unser System selbstständig Unregelmäßigkeiten und alarmiert die Verwandten dann sofort per App. Diese können dann nachfragen, ob Hilfe benötigt wird", erklärt Koller. Zudem kann mit einem Sofortruftaster ein Problem aktiv signalisiert werden.
Doch der Informationsaustausch soll keine Einbahnstraße sein. So bietet das Start-up auch ein Fotoservice für Android Tablets. Mit der App können Kinder oder Enkel ihren Verwandten einfach Fotos senden und sie so an ihrem Leben teilhaben lassen. Connect Care verkauft dafür ein für Senioren vorkonfiguriertes und dadurch bedienungsleichtes Tablet. Es kostet einmalig 199 Euro, das System 26 Euro pro Monat. "Es ist nicht nur ein Rufhilfesystem, sondern wirkt in den Alltag hinein. Doch dabei fällt es nicht auf. Man muss kein 'peinliches' Gerät tragen, sondern nur die Sensoren anstecken", sagt Koller.
So sollen Senioren möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben können.
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