07.09.2016, 07:31 Uhr

Streetwork in Gablitz - aktive Unterstützung für die Jugend

Elisabeth Loidl und Robert Eder von re:spect starteten mit Manuela Dundler-Strasser und Michael Cech Streetwork in Gablitz
Bgm. Michael Cech: „Ich habe dem Gemeindevorstand in der letzten Sitzung die Kooperation mit dem re:spect Jugendtreff in Purkersdorf vorgeschlagen und gemeinsam wollen wir das, bereits in unserer Nachbargemeinde erprobte und bewährte Streetworking-Modell auf Gablitz ausdehnen. Oft fehlt es Jugendlichen an Ansprechpartnern für Alltagsprobleme, die Hemmschwelle sich an Profis zu wenden ist aber vielen zu hoch. Deshalb dreht dieses Projekt den Spieß um, die Profis kommen zu den Jugendlichen, bauen eine Vertrauensbasis auf. Sie sind einfach für die Jugendlichen da, dort wo sie sich bewegen.“

In den vergangenen eineinhalb Jahren gab es in Gablitz eine intensive Diskussion zwischen Gemeindevertretern und Jugendlichen, unterstützt und moderiert durch einen Coach des Landes.
Ziel war zu verstehen, wo der Schuh drückt. Einer der Wünsche, ein eigenes Jugendzentrum ließ sich bis jetzt aufgrund des fehlenden Raumes nicht verwirklichen. Das andere, große Thema, das Jugendliche Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, bis hin zu Mobbing bräuchten, soll jetzt mit Hilfe der Unterstützung von Profis aktiv angegangen werden.

Der Gemeinde-Partner bei diesem Projekt:
Der im Sommer 1993 gegründete Verein Jugend- und Kulturzentrum Purkersdorf betrieb von März 1994 bis Jänner 2012 das Jugend-und Kulturhaus Agathón. 1997 wurde dieser offene Betrieb während der Sommermonate um einen wichtigen Teilbereich der Jugendarbeit, die Mobile Jugendarbeit Purkersdorf, erweitert. Im Frühjahr 1999 eröffnete der Verein Jugend- und Kulturzentrum Purkersdorf in Zusammenarbeit mit der niederösterreichischen Landesregierung die Jugendsuchtberatungsstelle, welche direkt neben den Räumlichkeiten des Jugend- und Kulturhauses Agathón untergebracht war. Weiters wurde die Jugendarbeit im Jahr 2007 um die niedrigschwellige Jugendberatung in Zusammenarbeit mit der NÖ Jugendwohlfahrt erweiterte. Im Jahr 2012 wurde der gesamte Verein mit seinen Einrichtungen erneuert, seit dem heißen die Einrichtung re:spect Jugendtreff, re:spect Jugendberatung und re:spect Jugendsuchtberatung. Das Jugendtreff zog in eine zentrumsnahe Räumlichkeit in Purkersdorf und wurde komplett neu adaptiert. Unsere Partner blicken somit auf eine große Erfahrung in der professionellen Jugendarbeit zurück, die uns in Gablitz damit zugute kommt.

Homepage: http://www.re-spect.org/

Ziele:
Mobile Jugendarbeit als dauerhaftes Kontaktangebot in der Lebenswelt junger Menschen hat zum Ziel, soziale Benachteiligungen abzubauen, die Integration in die Gesellschaft zu fördern sowie Freizeitangebote anzubieten.
Die StreetworkerInnen werden von den Jugendlichen an deren informellen Treffpunkten als Personen und in ihrer beruflichen Funktion akzeptiert. Sie haben regelmäßigen Kontakt zu den Jugendlichen.
Die StreetworkerInnen schaffen bzw. erschließen mehr Räume und Freizeitmöglichkeiten für die Jugendlichen. Es werden MultiplikatorInnen ausgebildet und gecoacht, somit werden ehrenamtliche und autonome Jugendräume auf professioneller Basis umsetzbar.
Die Jugendlichen nehmen an den Freizeit- und Gruppenangeboten teil.
Erhöhung der gegenseitigen Akzeptanz zwischen Jugendlichen der Zielgruppe und den anderen GemeindebewohnerInnen.

Die Rahmenbedingungen:
• Professionelles Team mit zwei bis drei MitarbeiterInnen zu 20 w/h (psychosozialen Berufe)
• Zweimal pro Woche ein Streetworkdienst in Gablitz
• Wöchentlich ein Journaldienst in der Beratungsstelle Purkersdorf
• Mobile Jugendarbeit unterstützt die Jugendlichen dabei ihre Interessen umzusetzen.
• In der Sozialarbeit werden die Probleme der Jugendlichen fokussiert.
• Das Konzept basiert auf den Mindeststandards des Handbuchs der Mobilen Jugendarbeit des Landes Niederösterreich.
• Mobiler Beratungsbus, um jederzeit im gesamten Zielgebiet mobil und unabhängig von öffentlichen Verkehrsmitteln aktiv zu sein.

Bgm. Michael Cech: „Ich bin mir sicher, mit diesem neuen Angebot, das schon in anderen Gemeinden sehr erfolgreich ist können wir auch Gablitzer Jugendliche unterstützen. Wo Schule, Freunde oder Familie nicht helfen können oder nicht eingebunden werden sollen können Profis Halt und Unterstützung geben.
Mobbing, Probleme in der Schule oder im privaten Umfeld bis hin zu Kontakt mit Alkohol und Drogen. Mit diesem neuen Angebot wollen wir die Gablitzer Jugendlichen bestmöglich unterstützen. Und auch ganz besonders die Herausforderungen durch die 45 unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge werden die Sozialarbeiter gemeinsam mit uns aufnehmen, Konflikte bearbeiten und uns bestmöglich unterstützen. Wir haben uns verschiedene, erfolgreiche Streetworking-Modelle angeschaut und ich bin mir sicher, dass wir mit re:spect den richtigen Partner gefunden haben. Auch im Sinne der intensiven Zusammenarbeit mit unserer Nachbargemeinde Purkersdorf.“

Am 6. September legte das Team von re:spect erstmals los. Erkennbar durch die re:spect Streetworker Taschen werden die Sozialarbeiter bald zum gewohnten Bild in der Gemeinde zählen.
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