23.05.2017, 19:00 Uhr

Zum Klimabündnis-Jubiläum: Herbe Kritik von Liste Baum & Grüne

Wenn es nach Josef Baum geht, ist in Sachen Klimaschutz in den letzten 25 Jahren in Purkersdorf viel zu wenig passiert. (Foto: Archivfoto: Waculik)
PURKERSDORF. "Bei der Festveranstaltung zu '25 Jahre Klimabündnisgemeinde Purkersdorf' wurden peinlichst genau jene Personen weggelassen und nicht erwähnt, die mit ihrer Politik und Hartnäckigkeit den Abend überhaupt erst möglich gemacht haben. Ohne Josef Baum gäbe es die Mitgliedschaft im Klimabündnis genauso wenig, wie ohne LIB&G und ihren Gemeinde- und UmweltstadträtInnen die wenigen herzeigbaren Projekte – wie das Biomasseheizwerk und die Rathauswärmedämmung", kritisiert die Fraktion Liste Baum & Grüne in einer aktuellen Presseaussendung.

"Initiativen kamen stets von außen"

Schon bei der Jubiläumsfeier selbst sorgte Listen-Gründer Josef Baum für Aufsehen, in dem er, vor Beginn der Veranstaltung, Flyer mit dem Titel "Nach 25 Jahren: Jetzt bitte auch effektive Taten!" verteilte. Darin kritisiert er, dass die Gemeinde die damalige Klimabündnis-Verpflichtung die Klimagase bis zum Jahr 2010 zu halbieren nie ernst genommen habe. Wesentliche Initiativen und Ansätze seien stets von außerhalb, wie z.B. der Wien Energie, oder der Liste Baum & Grüne gekommen. Auch der Radwege-Ausbau gehe bis jüngst sehr schleppend, so Josef Baum im Flyer.
Selbstkritische Töne sowie ein Ausblick auf die nächsten Vorhaben oder eine Evaluierung der mit dem Bündnis übernommenen Ziele hätte man bei der Veranstaltung vermisst, meint man darüber hinaus in der Aussendung der Fraktion LIB&G.

Ziel: "Sozialökologische Musterstadt"

Die Liste Baum & Grüne selbst habe nach wie vor das Ziel, dass Purkersdorf "eine sozialökologische Musterstadt" werden solle. Daher lauten ihre Forderungen, unter anderem, wie folgt:
- noch bessere öffentliche Verkehrsmittel – also den Ausbau in den Nachtstunden sowie wochenends und feiertags ein regelmäßiges regionales Verkehrsmittel, um die Siedlungen öffentlich erreichen zu können
- zügigen Ausbau der Radwege und -infrastruktur und ein fußläufiges Purkersdorf
- temporäres Fahrverbot im Schulbezirk gekoppelt mit Ausstiegsstellen für die Kinder einerseits am P&R-Parkplatz, andererseits vor der Post
- wirksame Eindämmung des Autoverkehrs
- aktive Arbeit mit dem Solarkataster
- Forcierung und Koordinierung von Energiesparinvestitionen und die Propagierung eines fairen Konsums

Reaktion: "Grüne stellen seit langem den Umweltstadtrat"

"Ich kann darüber nur milde lächeln", reagiert Bürgermeister Karl Schlögl (SPÖ) auf die Aussendung von Liste Baum & Grüne und setzt fort: "Seit dem Jahr 2000 stellen die Grünen den Umweltstadtrat in Purkersdorf. All die Dinge, die sie eingebracht haben, haben wir umgesetzt." Man könne daher nicht behaupten, dass "irgendeiner ihrer Wünsche nicht umgesetzt wurde. Manche Dinge haben wir sogar gegen ihren Willen gemacht: z.B. das BürgerInnen-Solarkraftwerk am Bahndamm, wo sie anfangs dagegen waren. Für mich ist das eine unverständliche Aussendung", so Schlögl.
Zudem würde es auch ihn freuen, wenn beim Radwege-Ausbau "mehr weiter ginge", da es "nicht nur ein Wunsch der Grünen, sondern einer von weiten Teilen der Bevölkerung" sei, erklärt Schlögl und meint: "Alles was Umweltstadträtin Maringer will, machen wir – wenn auch der Planer sagt, dass es gut ist." Der Planer sei von Christiane Maringer selbst vorgeschlagen wurden.
Man sei nach wie vor offen für alle Vorschläge, sofern eine einigermaßen mögliche Finanzierung da ist, so Schlögl.

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Karl Maurer aus Krems | 24.05.2017 | 14:21   Melden
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