Vision
Bahntunnel soll Verkehrsproblem lösen

Philip Wohlgemut (SPÖ) sowie Michael Mingler und Regina Karlen von den Grünen (v.l.) hoffen auf eine Umsetzung des Projekts.
  • Philip Wohlgemut (SPÖ) sowie Michael Mingler und Regina Karlen von den Grünen (v.l.) hoffen auf eine Umsetzung des Projekts.
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AUSSERFERN (rei). Vertreter der Grünen und der SPÖ stellten in Reutte die Idee eines Bahntunnels von Ehrwald ins Inntal vor.

Studie liegt vor

In 74 Minuten von Reutte nach Innsbruck. Auch dann, wenn Reisezeit ist. Geht nicht? Geht schon. Jedenfalls in der Theorie. Ein neuer Eisenbahntunnel soll es möglich machen. Eine vom Land Tirol und den ÖBB gemeinsam in Auftrag gegebene Studie zeigt auf, was machbar ist.
Derzeit benötigt die Außerfernbahn 2:22 Stunden für die Wegstrecke Reutte-Innsbruck. Mit dem PKW schafft man es laut Routenrechner in 1:28 Stunden. Das ist im Moment das Schnellste, das geht. Sollte jedoch tatsächlich ein Bahntunnel von Ehrwald bis ins Inntal gebaut werden, könnte die Bahn die Spitzenposition einnehmen. Laut Studie wäre die Wegstrecke dann nämlich in 74 Minuten zu meistern. Unabhängig davon, ob es schneit, staut, oder Lawinengefahr am Fernpass herrscht. Denn diese Faktoren sind es, welche die Fahrzeit mit dem Auto nur allzuoft nach oben schnellen lässt.

7 Varianten geprüft

Sieben verschiedene Tunnelvarianten für die Bahn auf vier unterschiedlichen Korridoren (Ehrwald-Telfs, Ehrwald-Ötztal, Ehrwald-Imst und Ehrwald-Gaistal/Seefeld) wurden untersucht. Die Strecken in Richtung Seefeld bzw. Imster Au wurden schnell wieder ausgeschlossen, somit blieben noch vier Varianten, die näher betrachtet wurden.

Die beste Variante

Von diesen vier möglichen Trassen wurde am Ende die Variante Ehrwald-Silz am besten bewertet. 20 Kilometer wäre die Strecke von Ehrwald bis Silz insgesamt lang, der benötigte Tunnel müsste insgesamt 17,56 km durch den Berg getrieben werden. 1,5 Milliarden Euro würde das einer ersten Schätzung nach kosten.
Neben viel Geld würde es aber auch viel Zeit benötigen, um das Projekt Wirklichkeit werden zu lassen - zehn Jahre Planungszeit und zehn Jahre Bauzeit, um auch hier Zahlen zu nennen. Nicht eingerechnet ist hier jene Zeitspanne, die es ab jetzt braucht, um überhaupt eine Entscheidung herbeizuführen.
Diese Entscheidungsfindung soll aber möglichst schnell erfolgen.

Am Donnerstag stellten die Verkehrssprecher der Tiroler Grünen und der SPÖ Tirol, Michael Mingler bzw. Philip Wohlgemut, das Wunschprojekt in Reutte vor. Mit dabei auch Grünen-Bezirkssprecherin Regina Karlen.
Alle drei sind zuversichtlich, dass die Umsetzung möglich ist. Eine wirkliche Alternative sieht man angesichts der Dauerstaus entlang der Fernpassstrecke nicht.

"Gewinn für alle!"

"Wir müssen die Blechlawine auf der Straße stoppen. Der Bahntunnel ist machbar und er würde viel bringen", ist sich Mingler sicher. Diese Meinung teilt auch Philip Wohlgemut, er ergänzt: "Der Tunnel wäre ein Gewinn für alle!"
Bedenken, dass die erforderliche Bausumme von geschätzten 1,5 Milliarden Euro nicht aufgebracht werden könnte, haben die Parteienvertreter nicht. Auch glauben sie nicht, dass der Bau des Fernpass-Scheiteltunnels der Idee eines Bahntunnels schaden könnte. Man müsse beide Projekte unabhängig von einander betrachten.

Die nächsten Schritte

Nun sei es wichtig, die nächsten Schritte zu setzen. Und da gelte es, Stimmung für den Bahnausbau zu machen. In der Region, im Land und in der EU. Letztere braucht es, damit das Projekt überhaupt finanzierbar wird. Zahlt die EU nicht mit, bleibt es wohl bei der Vision.

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