Landwirtschaftskammmerwahl 2021
Bauernbund kürte sich vorzeitig zum Sieger

Christian Angerer entschuldigt sich für die vorzeitige Veröffentlichung.
  • Christian Angerer entschuldigt sich für die vorzeitige Veröffentlichung.
  • Foto: Reichel
  • hochgeladen von Günther Reichel

BREITENWANG. Die Landwirtschaftskammerwahlen dauern noch bis 22. März. Doch schon drei Wochen vorher gab der Bauernbund die Sieger bekannt.

Die Uhr zeigte kurz nach 6 Uhr in der Früh, da landete eine WhatsApp-Nachricht am Handy von Christian Angerer. Ob die Wahl denn schon geschlagen sei, war darauf zu lesen. Der Obmann der Bezirkslandwirtschaftskammer Reutte und Bezirkspitzenkandidat des Bauernbundes bei den Landwirtschaftskammerwahlen konnte zunächst mit der Botschaft wenig anfangen, doch rasch war der Hintergrund geklärt.

Verfrühte Veröffentlichung

Mit der Broschüre "D´ r Wetzstua" informiert die Bezirkslandwirtschaftskammer Reutte regelmäßig ihre Mitglieder über aktuelle Angelegenheiten. In der Ausgabe Nr. 1/2021 etwa über die "Abgabe des Mehrfachantrages Flächen", oder die "Bewirtschaftsungsauflagen für Biodiversitätsflächen", das "Aktionsprogramm Nitrat" und noch so einiges mehr.
Auf Seite 9 dann unter dem Titel "Die Karten wurden neu gemischt" die (vorausschauende) Information von Christian Angerer: "Ich bin der wiedergewählte Bezirkskammer- und Bauernbundobmann im Außerfern." Auf eine kurze Vorstellung seiner Person folgt die nächste Information von Markus Rid, der wissen lässt "ich Markus Rid bin der neugewählte Bezirkskammer- und Bauernbund-Obmann-Stellvertreter im Bezirk."

Stimmabgabe ist bis 22. März möglich

Doch diese Infromationen haben einen "Schönheitsfehler": die Briefwahl ist noch längst nicht abgeschlossen. Wahlzettel können bis 22. März 2021, 18 Uhr, an die Wahlkommission in Innsbruck geschickt werden. Die Auszählung erfolgt erst nach diesem Stichtag.

"Steinzeitliches" Demokratieverständnis

Der neue "Wetzstua" wurde aber bereits Anfang März verteilt. Der Aufschrei ließ nicht lange auf sich warten. Die FPÖ griff das Thema umgehend auf und sprach von einem "steinzeitlichen" Demokratieverständnis. Als besonders "pikant" wird von FPÖ-Seite gewertet, dass der "Wetzstua" bei manchem Kammermitglied zeitgleich mit der Briefwahlkarte eingetrudelt sei.
"Die Allmachtsfantasien des Bauernbundes gehen nun schon soweit, dass nicht einmal mehr Wahlen abgewartet werden, bevor Kammerfunktionen vergeben werden", übt der freiheitliche Landwirtschaftssprecher im Tiroler Landtag, Alexander Gamper, heftige Kritik. Gamper und FPÖ-Bezirksparteiobmann Fabian Walch forderten dann auch umgehend eine Entschuldigung des Bauernbundes.

Angerer entschuldigt sich

Vor einer solchen will sich Christian Angerer auch gar nicht drücken, "es tut mir wirklich leid, das war anders gedacht." Die Seite mit der Information über den Wahlausgang sei vorbereitet worden, wissend, dass die eigene Fraktion, der Bauernbund, eine Liste mit 18 Kandidatinnen und Kandidaten ins Rennen geschickt hat, während der einzige Mitbewerber, die FPÖ, auf der Liste nur einen einzigen Kandidaten auflistet.
Das Wahlergebnis steht damit im Grund fest, noch bevor der Wahltermin vorbei ist und die Stimmzettel ausgezählt sind. Die nun voreilige veröffentliche Information hätte aber erst nach der Auszählung hinaus gehen dürfen. Dass der Bauernbund die Wahl gewinnen wird, daran bestehen kaum Zweifel und innerhalb der Gruppierung sei man sich einig, dass Angerer die Funktion des Obmannes und Rid die des Stellvertreters einnehmen sollen.
Aber natürlich, gesteht Angerer ein, hätte das so nicht sein dürfen. "Es ist passiert. Entschuldigung."

Weitere Informationen aus dem Bezirk Reutte finden Sie unter
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