Leben mit der Pandemie
Corona-Alltag bei der Lebenshilfe

Helga Steinlechner und Assistentin Janine Holzknecht haben alle Hände voll zu tun in der Paketstation im Speckbacherhaus.
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  • Helga Steinlechner und Assistentin Janine Holzknecht haben alle Hände voll zu tun in der Paketstation im Speckbacherhaus.
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Seit fast einem Jahr bestimmt Corona unseren Alltag. Auch bei der Lebenshilfe hat sich viel verändert.

BEZIRK REUTTE (eha).  Abstand halten, Maske tragen, wenig Kontakt zu anderen Menschen, Verunsicherung. So sieht das Leben in Corona-Zeiten für uns alle aus. Auch für Menschen mit Behinderungen und ihre Familien eine schwere Zeit. Herausfordernd ist die Zeit auch für die Lebenshilfe Reutte. Setzt sie normalerweise auf Begegnungen und Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen, mussten Arbeitsstandorte vorübergehend geschlossen werden und im Wohnen oder „Home Office“ begleitet werden. Franz-Peter Witting, Regionalleiter der Lebenshilfe Reutte, erzählt im Gespräch mit den Bezirksblättern, wie die Mitarbeiter und die Menschen, die sie begleiten, mit den Einschränkungen zurechtkommen und heute noch mehr denn je ein starkes Team sind.

Großer Zusammenhalt

"Die ersten Wochen waren für uns alle sehr herausfordernd und gleich zu Beginn der Pandemie gab es einen Corona-Verdachtsfall eines Mitarbeiters im Speckbacherhaus, was für große Aufregung sorgte", erzählt Witting. "Das Schöne war, dass daran alle gewachsen sind. Und sich gezeigt hat, dass ich mich auf ein tolles Team verlassen kann. Jeder ist total engagiert und alle halten zusammen. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus anderen Bereichen sind dort eingesprungen, wo es gerade notwendig war. Das brachte uns alle noch mehr zusammen - ein großer Dank dafür."

Franz-Peter Witting ist schon lange im sozialen Bereich und bei der Lebenshilfe tätig. Seit 2013 ist er Regionalleiter im Bezirk.
  • Franz-Peter Witting ist schon lange im sozialen Bereich und bei der Lebenshilfe tätig. Seit 2013 ist er Regionalleiter im Bezirk.
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Rund um die Uhr zuhause

Im ersten harten Lockdown, als alle zuhause bleiben mussten, sei es für viele Bewohner schon schwer gewesen, weil gewohnte und lieb gewonnene Dinge weggefallen sind, erzählt Witting. Wie andere Menschen auch haben einige Klienten ihre Arbeit einfach kurzerhand mit nach Hause genommen und auf „Home-Office“ umgestellt, sich kreativ betätigt, im Internet gesurft oder über Skype mit ihren Angehörigen telefoniert. Die Assistenten im Arbeitsbereich wurden zu Wohn-Assistenten und haben bei der Bewältigung des Alltages mitgeholfen oder Menschen mit Arbeit und Material versorgt. "Im zweiten und dritten Lockdown haben wir alle Angebote offen gehalten – natürlich mit strengen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. So hat sich mittlerweile eine gewisse Routine eingestellt. Interessant ist auch, dass durch die Einschränkungen der Begegnungen einige Menschen mutiger geworden sind, einfach selbst Dinge erledigt haben und teilweise eigenständiger wurden", so Witting.

Thomas Reinstadler hatte auch während des 1. Lockdowns eine passende Beschäftigung gefunden.
  • Thomas Reinstadler hatte auch während des 1. Lockdowns eine passende Beschäftigung gefunden.
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Corona-Impfung empfohlen

Seit Beginn der Corona-Pandemie setzt die Lebenshilfe alles daran, ihre Angebote im Bereich Wohnen und Arbeit für die Menschen, die sie begleiten, aufrecht zu erhalten. Als Voraussetzung dafür schaffen sie größtmögliche Sicherheit und klären auf: "Wir informieren die Menschen, die wir begleiten, in einfacher Sprache. Wir nehmen Hygiene- und Schutzmaßnahmen sehr ernst. Wir testen regelmäßig. Auch für die außerordentlich gute Zusammenarbeit mit der BH möchte ich mich recht herzlich bedanken." Den geplanten Corona-Impfungen steht Witting positiv gegenüber: „Die Impfung ist für die von uns begleiteten Menschen sowie Mitarbeiter natürlich freiwillig, aber wir empfehlen sie klar und hoffen auf eine möglichst große Teilnahme.“

Paketversand boomt

Dass das Leben trotz Lockdown auch fast normal weiterlaufen kann, zeigt sich im Speckbacherhaus, welches durch den Paketversand LechLog immer geöffnet hatte. "Der Versandhandel boomt. Wir haben fast doppelt so viele Pakete wie vor der Krise", berichtet Franz-Peter Witting. "Natürlich tun wir auch hier alles, was in unserer Macht steht, um für Mitarbeiter und Klienten bestmögliche Arbeitsbedingungen zu schaffen. Darum freut es mich besonders, dass wir mit Hilfe der Spende vom LionsClub und dem Rotary-Club ein Luftreinigungsgerät anschaffen konnten."

Helga Steinlechner und Assistentin Janine Holzknecht haben alle Hände voll zu tun in der Paketstation im Speckbacherhaus.
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Über die Lebenshilfe Reutte

Derzeit sind bei der Lebenshilfe Reutte 70 Mitarbeiter für 73 Menschen mit Behinderungen im Einsatz. In den beiden Wohn-standorten in Reutte leben 20 Personen in kleinen Wohneinheiten entweder allein, zu zweit oder zu dritt. 53 weitere Klienten arbeiten in den Arbeitsstandorten der Lebenshilfe und 37 Menschen mit Behinderung wohnen in ihren eigenen Wohnungen und werden dort stundenweise begleitet. Unterstützt werden die Mitarbeiter noch durch einige Zivildiener und jene, die ein freiwilliges soziales Jahr machen.

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