Datenhighway freut Gemeinden im Hochtal

Bgm. Markus Eberle und LH Günther Platter stellten das Projekt vor.
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TANNHEIM (rei). Viel wurde in den vergangenen Monaten und Jahren in den Ausbau der Breitband-Versorgung des Tannheimer Tals investiert. Jetzt liegt der "Hauptverkehrsweg" für digitale Daten im Boden, wer angeschlossen werden möchte, braucht noch den Zugang zum eigenen Haus.
Wie wichtig dieser Ausbau im Bereich der Infrastruktur ist, lässt sich daran erkennen, dass Landeshauptmann Günther Platter persönlich ins Hochtal reiste, um die gute Nachricht vom "Lückenschluss in der Breitbandversorgung zu verkünden. "Der Breitband-Ausbau hat heute sicher den selben Stellenwert, wie früher der Bau wichtiger Verbindungswege für den Straßenverkehr", stellte Platter dann auch gleich eingangs fest.

31 km Kabel verlegt

Im Reuttener Talkessel befindet sich die Breitbandversorgung auf einem guten Stand. Oberhalb von Höfen endete allerdings der Datenhighway. Das wurde geändert. Von Höfen über Weißenbach, den Gaichtpass hinauf und dann durch das ganze Tal hindurch wurden insgesamt 31,2 Kilometer Kabel verlegt.
"Vor fünf Jahren gab es hier noch gar nichts", machte Platter auf den rasanten Ausbau der Breitbandverbindung aufmerksam. "Gar nichts" stimmt zwar auch nicht, natürlich gab es Internetverbindungen, allerdings nur mittels Funk. "Endlich sind wir jetzt im digitalen Netz angekommen", freute sich Tannheims Bürgermeister Markus Eberle. Er war die treibende Kraft im Hochtal, dass dieser Netzausbau überhaupt möglich wurde. Dafür wurde ihm dann auch von seinen Bürgermeisterkollegen gedankt. "Du warst der erste Kämpfer für dieses Netz, der alle anderen überzeugt hat", zollte ihm sein Gräner Kollege Martin Schädle Respekt.

Viele Hindernisse

Ganz einfach zu realisieren war das Vorhaben nicht. Bei der Verlegung der Kabel galt es unterschiedliche Hindernisse zu überwinden. Speziell der Gaichtpass war eine echte Herausforderung, wie Wolfram Steurer vom Planungsbüro Kiss feststellte.
Andererseits konnte man diverse Synergien im Zusammenhang mit der Verlegung anderer Leitungen - Wasser, Strom, Erdwärme udgl. - nutzen.
Die Kosten waren dennoch beträchtlich. Insgesamt wurden 5,1 Millionen Euro verbaut. Das Land stellte dafür 2,9 Millionen Euro an Breitbandfördermitteln zur Verfügung. Die teilen sich wiederum auf 1,6 Millionen Euro für die Zubringerleitungen und 1,3 Mio. Euro für den Ausbau der Ortsnetze auf.

Abwasserverband als Projektbetreiber

Einen ganz wesentlichen Anteil an der Projektumsetzung hatte der Abwasserverband Tannheimer Tal. Dieser talweit agierende Verband, der alle fünf Gemeinden von Nesselwängle bis Schattwald vereint, trat als Bauherr auf. "Dadurch sind wir heute sozusagen die Besitzer der Leitungen", freute sich Obm. Harald Kleiner. Er nannte dann auch noch eine Besonderheit, mit der man heute so nicht mehr rechnen kann: "Nirgendwo gab es Probleme, die Leitungen zu verlegen!" Die Grundbesitzer hätten allesamt bereitwillig die Grabungsarbeiten zugelassen.
All das führt dazu, dass nun im Hochtal digitale Übertragunsraten mit 160MBit möglich sind. Davor waren es stellenweise gerade einmal zwei MBit.

Dass innerhalb der vergangenen fünf Jahre der digitale Rückstand rasch aufgeholt werden konnte, sei nicht zuletzt den BürgermeisterInnen zu verdanken: „Sie erkannten die Wichtigkeit des Internets und sprachen sich stets für den umfangreichen Breitbandausbau aus“, zeigte sich LH Günther Platter zufrieden.
Nur im nahen Jungholz muss man sich noch gedulden. Doch auch dort soll das digitale Netz schnellstmöglich ankommen. Ein konkretes Projekt gibt es derzeit allerdings nicht.

Zur Sache

Seit dem Jahr 2011 setzt sich das Land Tirol für den landesweiten Breitbandausbau ein. Im vergangenen Jahr wurde die Initiative für weitere fünf Jahre verlängert. Damit werden bis zum Jahr 2023 insgesamt 150 Millionen Euro in die Digitalisierung Tirols investiert worden sein. In Sachen Breitband errichten die Gemeinden bzw. Gemeindeverbände mit finanzieller Unterstützung des Landes und des Bundes Glasfasernetze – bisher konnten in über 160 Gemeinden Breitbandprojekte gefördert werden. Bis 2023 sollen mehr als 240.000 Personen im ländlichen Raum erreicht werden.

Bgm. Markus Eberle und LH Günther Platter stellten das Projekt vor.
Eine schnelle Datenverbindung am Handy ist wichtig, am Computer ist sie inzwischen unerlässlich.

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