Kein Gehweg, keine Busanbindung
Der Schulweg in Lähn birgt Gefahren in sich

<f>Steil, unübersichtlich und kurvenreich:</f> Der Weg von der Lähn hinunter zur Kreckelmoosstraße ist als Fußweg kein "Hit". Für Schüler ist er richtig gefährlich, speziell jetzt, wenn die Tage kürzer werden.
  • <f>Steil, unübersichtlich und kurvenreich:</f> Der Weg von der Lähn hinunter zur Kreckelmoosstraße ist als Fußweg kein "Hit". Für Schüler ist er richtig gefährlich, speziell jetzt, wenn die Tage kürzer werden.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Günther Reichel

BREITENWANG (rei). Die Lähn in Breitenwang liegt abgelegen. Der Schulweg ist nicht ungefährlich - Gehsteig gibt es keinen.

Schöner kann ein Wohngebiet kaum liegen, als dies in der Breitenwanger Lähn der Fall ist - abseits von Durchzugsstraßen, sonnig und ruhig. Eine Idylle. Die aber durchaus negative Begleiterscheinungen mit sich bringen kann, jedenfalls, wenn man schulpflichtige Kinder hat.

Ungutes Gefühl

Wenn sich ihre beiden Söhne morgens auf den Schulweg machen, ist das Gefühl bei Mama Manuela Santa nicht so gut. Der erste Teil des Schulwegs von Lähn hinunter zur Kreckelmoosstraße ist nämlich "nicht so ohne".
Richtigerweise muss man sagen, er ist "ohne", nämlich ohne Gehsteig. Und da liegt das Problem. Die Straße zwischen Kreuzung und den Häusern in der Lähn ist steil und kurvenreich. Wer hier zu Fuß unterwegs ist, muss sehr aufpassen. 
Für Schulkinder ist das Gefahrenpotential hoch. Öffentliche Verkehrsmittel fahren nicht. Gemäß den Richtlinien des Verkehrsverbundes Tirol (VVT) ist Schulkindern die Wegstrecke nämlich zumutbar. Diese Feststellung beruht auf einem "Schlüssel", der besagt, dass Wegstrecken, wie die beschriebene, auch zu Fuß von den Kindern bewältigt werden können. Die Gehzeit ist mit etwa sieben bis zehn Minuten angegeben.


Dunkelheit als Zusatzgefahr

Doch es ist nicht die Wegstrecke, die Manuela Santa sorgt, sondern der Weg selbst - konkret das Fehlen eines Gehsteiges. Jetzt, da die Tage immer kürzer werden, fällt der Schulweg am Morgen langsam komplett in die Dunkelheit. Wenn es im Winter schneit, verschärft sich die Gefahr weiter.
Manuela Santa bringt ihre Kinder daher zumeist selber in die Schule, oder zumindest bis zur nächsten Bushaltestelle. Die befindet sich auf Höhe der Tankstelle im Kreckelmoos. Auch andere Eltern bzw. deren Kinder sind betroffen, erklärt Santa. 

Problem ist bekannt

In der Gemeinde ist das Problem bekannt. "Wir bemühen uns sehr um eine Lösung, aber die Problematik ist vielschichtig", sagt Bürgermeister Hanspeter Wagner. Er verweist auf die Zuständigkeiten. Und da sei der VVT gefordert, nicht die Gemeinde.
Breitenwang zahle ja Beiträge an den Verkehrsdienstleister, damit dieser den Schülertransport sicherstellt. Im Falle des Ortsteiles Lähn habe man aber das Problem der Zumutbarkeit. Gemessen an der Wegstrecke, könne man sich von Volksschülern erwarten, dass sie bis zur nächsten Bushaltestelle gehen und in die Busse einsteigen.
Aber natürlich wisse man in der Gemeinde um die Besonderheiten des Wegstücks hinauf zur Lähn bestens Bescheid, ebenso um die Gegebenheit im kleinen Weiler.

Schwierige Voraussetzungen

Die Bahnhaltestelle wurde zur Gänze aufgelassen. Der Versuch, Lähn mit Linienbussen des VVT anzufahren, sei daran gescheitert, dass es keine vernünftige Umkehrmöglichkeit für die großen Fahrzeuge gibt. Der Einsatz von kleineren Bussen sei wiederum am zusätzlichen Aufwand - Personal, Fuhrpark - gescheitert.
Vorübergehend sprang die Gemeinde ein. Gemeindemitarbeiter kümmerten sich um den Schülertransport, "aber das ist nicht unproblematisch", erklärt Wagner. Den Bediensteten der Gemeinde fehlt oft die Zeit, außerdem gehe es auch um Haftungsfragen.

Gehsteig ist zu teuer

Und warum baut man alternativ nicht einfach einen Gehweg, wollten die Bezirksblätter wissen. "Das ist nicht so einfach. Die Gründe entlang der Straße befinden sich in Privatbesitz." Außerdem wäre das Projekt sehr aufwendig, bremst Wagner diesbezüglich Erwartungen. So müssten etwa Stützmauern und Hangsicherungen errichtet werden. All das sei nicht finanzierbar. Trotz aller Schwierigkeiten und Zuständigkeiten haben man von Gemeindeseite her aber nicht auf die Schulkinder im Ortsteil Lähn vergessen, versichert der Gemeindechef. "Ich arbeite da an einer Lösung", gibt sich Wagner kryptisch. Diese müsse noch intern besprochen werden, denn es gehe darum, in jedem Fall den VVT mit ins Boot zu bekommen. 

Lösung ist in Arbeit

Die Gespräche laufen, wie man auch seitens des Verkehrsverbundes bestätigt. Doch auch beim VVT will man derzeit nichts Konkretes sagen: "Die Problematik in dem beschriebenen Ortsteil von Breitenwang ist uns bekannt. Daher sind wir mit der Gemeinde bereits seit einiger Zeit in sehr guten Gesprächen und prüfen die verschiedenen Möglichkeiten für eine Anbindung des Ortsteils", heißt es in einer Stellungnahme.
Für die Bewohner des Ortsteils Lähn bedeutet dies, dass sie wohl bis auf weiteres die Kinder selber zur Schule bzw. Bushaltestelle bringen müssen, oder diese mit einem "mulmigen" Gefühl im Bauch zu Fuß losschicken.

Autor:

Günther Reichel aus Reutte

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