Köpfle-Haus Beitrag mit VIDEO
Ein Haus wie kein zweites mitten in Höfen

Markus Wetzel, Anton Walch, Ingrid Wetzel, Patrick Gleffe und Vinzenz Knapp (v.l.) bei der Enthüllung der Tafel.
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  • Markus Wetzel, Anton Walch, Ingrid Wetzel, Patrick Gleffe und Vinzenz Knapp (v.l.) bei der Enthüllung der Tafel.
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  • hochgeladen von Günther Reichel

Mit der Enthüllung einer Tafel wurde die Sanierung des Köpfle-Hauses in Höfen abgeschlossen. Zumindest die Sanierung der Fassade. Im Inneren steht noch einiges an Arbeit bevor.

HÖFEN. Das Besondere erschließt sich mitunter erst auf den zweiten Blick. Das Köpfle-Haus in Höfen ist ein gutes Beispiel dafür. Fährt man in Höfen von der Alten Bundesstraße in den Hofweg hinein, steuert man direkt auf das alte Bauernhaus zu. Ein unscheinbares Objekt. Auch der Nichtfachmann erkennt, es handelt sich um ein älteres Haus, das man saniert hat.

Der 2. Blick macht es aus

Es braucht den Blick "ums Eck herum", um das Besondere an diesem Haus zu entdecken. Es sind die reich mit Malereien verzierten Fassaden der Ost- und Südseite des Hauses, die dem Betrachter ein wohlwollendes Nicken abringen. Mindestens. Kunstkenner und historisch interessierte Menschen werden begeistert sein.
Die Fresken stammen von Josef Anton Köpfle (1757-1843). Köpfle, Schüler des Barockmalers Franz Anton Zeiller, kam in diesem Haus zur Welt, wohnte hier und gestaltete die südliche Giebelseite und die östliche Traufseite des Wohnhauses nach seinen Vorstellungen.

Wertvolle Fresken

Es handelt sich um einen figuralen Bildstreifen mit der Darstellung des Jesusknaben im Tempel sowie um die Passion Christi, symbolhaft erzählt, erklärt Landeskonservator Alexander Oberlecher.
Es sind wirklich beachtenswerte Fresken, die jedoch sprichwörtlich "zerbröselten". Mehr als 50 Jahre ist es her, dass zuletzt Restaurierungen durchgeführt wurden. Danach begann der Zahn der Zeit wieder am Gebäude zu "nagen".

Mit einem Erbe fing es an

Keine guten Voraussetzungen für die Zukunft, zumal es sich um ein Doppelhaus handelt und zwei Besitzer hatte. Dann wurde eine Haushälfte an Ingrid Wetzel vererbt. Gemeinsam mit Gatte Markus versuchte sie, das gesamte Haus in ihren Besitz zu bekommen und tatsächlich gelang es den beiden, die zweite Haushälfte käuflich zu erwerben. So war es möglich, das Haus vor dem Verfall zu bewahren.

Anton Walch als Experte

Was so schnell geschrieben ist, verrät aber nicht den enormen Aufwand, der dahinter steht. Zunächst brauchte es fachliche Unterstützung. Die kam von Anton Walch aus Innsbruck. Der pensionierte Malermeister mit Lechtaler Wurzeln und ehemalige Abteilungsvorstand der HTL für Bau und Kunst in Innsbruck, hatte sich zuvor bereits bei der Sanierung der Höfener Dorfkirche als echter "Köpfle-Experte" erwiesen, sind doch auch im kleinen Gotteshaus der Gemeinde Köpfle-Fresken zu finden.

Breite Unterstützung

Die Gemeinde Höfen unter Bürgermeister Vinzenz Knapp stellte sich von Beginn an hinter das Sanierungsprojekt. Das Bundesdenkmalamt begrüßte und befürwortete das Vorhaben ebenfalls. Das war besonders wichtig, brauchte es doch die Genehmigungen, schließlich steht das Haus unter Denkmalschutz. Außerdem wurden auch Förderungen gewährt, ohne die das Vorhaben nicht umsetzbar gewesen wäre.
Gerne ein "Auge" auf die Sanierungsmaßnahmen, die von Fachleuten durchgeführt wurden, hatte auch Diakon Patrick Gleffe, der spätestens seit der Sanierung der Höfener Kirche ein "Köpfle-Fan" ist.

Ein echter "Hingucker"

Inzwischen sind die Arbeiten abgeschlossen. Die Fassade ist ein echter Hingucker. Ein Gemälde überdimensionaler Ausprägung. Mit der Gedenktafel wird an die Arbeiten erinnert. Die Enthüllung bot die Gelegenheit, sich gegenseitig Danke zu sagen.
Die Familie Wetzel freut sich, dass ihr Haus samt wertvoller Fassade jetzt wieder für Jahrzehnte Bestand hat. Bürgermeister Vinzenz Knapp zeigte sich zufrieden, dass in seiner Gemeinde ein derart wichtiges Kulturgut zu finden ist und Anton Walch war anzumerken, dass er mit dem Ergebnis, für das er maßgeblich verantwortlich zeichnet, höchst erfreut ist.
Kommendes Frühjahr, so Corona es zulässt, möchte man der Bevölkerung das Haus zeigen und die Malereien erklären. Ein Termin steht noch nicht fest.

Innen geht es weiter

Fertig ist man mit den Sanierungsarbeiten aber noch lange nicht. Markus Wetzel zeigte bei der Besichtigung anlässlich der Enthüllung der Gedenktafel die nächsten Vorhaben, die es umzusetzen gilt. Die finden sich im Inneren des alten Haues. Da wird alter Putz ganz vorsichtig von der Wand geschabt und so alte Malereien freigelegt. Ein alter Kachelofen soll (hoffentlich bald) wieder beheizt werden können.
Die Familie Wetzel hat auch alte Gebrauchsgegestände im Haus gefunden, die wieder aufbereitet werden. Wie man das alles der Öffentlichkeit zugänglich macht, weiß man noch nicht so ganz genau. Herzeigen möchte man aber gerne, was das alte Köpflehaus samt Inventar so besonders macht.

Weitere Informationen aus dem Bezirk Reutte finden Sie unter
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