Flüchtlingshelfer der besonderen Art gesucht

Michaele Perktold stellte das Projekt vor.
3Bilder

AUSSERFERN (rei). Ihr Schicksal möchte niemand teilen: Frauen, die aufgrund von Krieg und Gewalt die eigene Heimat verlassen mussten und nun in einem fremden Land "gestrandet" aber längst noch nicht "angekommen" sind. Nicht selten droht ihnen im sicheren neuen "Hafen" Isolation und Einsamkeit. Das Projekt "Marjam" will dem entgegenwirken. In der Wirtschaftskammer Reutte wurde das Projekt vorgestellt.
"Es geht darum, Menschen kennen zu lernen", erläuterte Freiwilligenkoordinatorin Michaela Perktold eines der vordringelichen Ziele. "Und ihnen zu helfen!" Nicht irgendwelche Menschen, sondern geflüchtete Frauen, die nun in Tirol Fuß fassen wollen.

Es gibt viel zu tun

Das ist nicht einfach, daher werden Patinnen gesucht, welche diese Flüchtlinge regelmäßig betreuen. Zu tun gibt es viel. Etwa ein Drittel der Flüchtlinge, die nach Tirol kommen, sind Frauen.
Die Freiwilligenpartnerschaft Tirol, im Bezirk Reutte beim Freiwilligenzentrum angesiedelt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, geflüchtete Frauen mit hier lebenden Frauen zusammenzubringen. Durch die Übernahme einer Patenschaft sollen sich Teams bilden.

Patenschaft dauert sechs Monate

Eine Patenschaft dauert in der Regel sechs Monate. Die Patinnen sollen die Mentees - die zu betreuenden Frauen - im Alltag unterstützen und ihnen helfen, sich im Alltag zu Recht zu finden.
Es handelt sich um eine rein ehrenamtliche Tätigkeit. Wöchentlich oder 14-tätig trifft sich die Patin mit ihrer Mentee. Die Hilfe kann vielfältiger Art sein und reicht von gemeinsamen Ausflügen und Unternehmungen über Unterstützung bei Arztbesuchen und Bankgeschäften bis hin zur Begeleitung bei Behördengängen. Auch bei anderen Dingen des täglichen Lebens sollen die Patinnen ihren Mentees helfend zur Seite stehen.

Regelmäßiger Austausch

Durch die regelmäßigen Treffen soll ferner die Sprachentwicklung der Frauen aus anderen Ländern gefestigt werden. Dafür braucht es auf Seite der Patinnen Interesse und Offenheit, und natürliche etwas Zeit.
Es ist keine ganz einfache Aufgabe, wie Michaela Perktold feststellte. Denn neben Zeit braucht es auch Einfühlungsvermögen, zugleich aber auch eine starke Persönlichkeit, denn es ist gut möglich, dass man mit unbekannten Situationen oder Wünschen konfrontiert wird.
Hilfe und Unterstützung für die Patinnen gibt es aber ausreichend. Frauen, die sich als Patin zur Verfügung stellen wollen, müssen zuerst einen Einführungsworkshop besuchen. Dann werden die "Frauen-Tandems" gebildet. Laufend gibt es Fortbildungen und Austauschtreffen unter den Patinnen. Das Interkulturelle Frauencafé bietet zusätzlich Möglichkeiten Erfahrungen zu teilen.

Kontakt

Wer sich alleine eine Patenschaft nicht zutraut, kann sich auch eine Patenschaft teilen.
Arbeit gibt es genug, wie Perktold versichert. Wer Interesse hat, kann sich unter www.freiwillige.tirol.at näher informieren oder direkt beim Freiwilligen Zentrum Außerfern. Dieses ist beim Verein Regionalentwicklung Außerfern (REA) in Pflach angesiedelt. Kontakt: freiwilligenzentrum@allesausserfern.at, Tel. 05672/62387.

Autor:

Günther Reichel aus Reutte

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

10 folgen diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen