Geschichte und Kultur am Lech bekommen zwei Schaufenster

Kultur und Geschichte entlang des Lechs verbinden Bayern und Tirol: v.l. Thomas Riedmiller, Leiter des Kulturamts der Stadt Füssen, Bgm. Bernhard Singer (Elbigenalp) und Bgm. Paul Iacob (Füssen).
  • Kultur und Geschichte entlang des Lechs verbinden Bayern und Tirol: v.l. Thomas Riedmiller, Leiter des Kulturamts der Stadt Füssen, Bgm. Bernhard Singer (Elbigenalp) und Bgm. Paul Iacob (Füssen).
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FÜSSEN/ELBIGENALP. Zahlreiche Einheimische machten sich in den letzten beiden Sommern auf eine 125 km lange Wanderung, um die eigene Heimat und die Nachbarregionen entlang des Lechs neu zu entdecken. Auch die Gemeinden und Kultureinrichtungen entlang des Lechwegs finden immer stärker zueinander. Aus diesem Miteinander entstand nun mit Unterstützung der Regionalentwicklung Außerfern das größte grenzüberschreitende Projekt der Programmperiode 2007-2013. Die Gemeinde Elbigenalp und die Stadt Füssen setzen sich zum Ziel, die gemeinsame Geschichte und Kultur entlang des Lechs in zwei neue Schaufenster zu stellen. Das Ausstellungskonzept folgt der Idee einer Schatz- und Wunderkammer. Der Schatz ist Symbol für eine klerikale Herrschaft, die über 1000 Jahre die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Lechtals prägte. Die Schatzkammer besteht in einer neuen Ausstellung zur Geschichte des Klosters St. Mang im Museum der Stadt Füssen. „Der Schatz eines Klosters ist sein Archiv. Auf rund 200m2 werden wir anhand dieses Archivs die Geschichte unserer Region bis zur Säkularisierung Anfang des 19. Jahrhunderts erzählen“, erklärt Thomas Riedmiller, Leiter des Kulturamts der Stadt Füssen. Aus dem Alten Doktorhaus im Zentrum von Elbigenalp wird eine Wunderkammer. Zentrale Figur dieser Ausstellung ist der 1791 geborene Lithograph, Maler Universalgelehrte und Sammler Johann Anton Falger. Berühmtestes Werk Falgers ist die 1840 entstandene Tafelbildserie „Totentanz“ in der Martinskapelle im Friedhof der Pfarrkirche Elbigenalp. Falger gilt als Förderer der historischen „Geierwally“ Anna Stainer-Knittel sowie als Gründer einer Zeichenschule, auf die sich die heutige Schnitzschule zurückführen lässt. Die Gemeinde Elbigenalp ist im Besitz der umfangreichen Sammlung von Kuriositäten und alten Dokumenten eines ihrer berühmtesten Söhne. Rund um diese Sammlung wird die Geschichte des Lechtals ab dem 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart erzählt. „Dabei gibt es zahlreiche Bezüge zu Füssen. So verbrachte die Mutter von König Ludwig, Kronprinzessin Marie von Bayern, viel Zeit in Elbigenalp. Ja selbst der alte Brunner der Stadt Füssen steht heute in unserer Gemeinde“, weiß Bgm. Bernhard Singer. Im Zuge dieses Projekts wird auch die Zusammenarbeit aller Museen entlang des Lechwegs vertieft. Diese Partnerschaft umfasst neben den Ausstellungen in Elbigenalp und Füssen die Museen Huber Hus in Lech am Arlberg, das Grüne Haus in Reutte sowie die Burgenwelt Ehrenberg. „Wir wollen mit dieser Partnerschaft die Kultur entlang des Lechs von der Quelle bis zum Fall den Menschen auf spannende Art und Weise näher bringen. Denn letztendlich ist es diese Kultur, die uns im Europa der Regionen verbindet“, ergänzt der Füssener Bgm. Paul Iacob. Die Gemeinde Elbigenalp investiert in Summe € 1,4 Mio. in die Sanierung und Adaptierung des in Gemeindebesitz befindlichen Alten Doktorhauses sowie in die Installation der Ausstellung. Die Finanzierung erfolgt über EU-Mittel aus dem Interreg-Programm Bayern-Österreich in der Höhe von € 1,05 Mio. Weitere € 100.000 an Landesmitteln kommen aus dem Entwicklungsprogramm für die Naturparkregion. Die Eigenmittel in der Höhe von € 250.000 teilen sich die Gemeinde und der TVB Lechtal. In Füssen werden € 300.000 investiert. Die Hälfte davon kommt aus dem Interreg-Programm.

Autor:

Elisabeth Rosen aus Reutte

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