Paukenschlag in Höfen
Hahnenkammbahn sperrt nicht mehr auf

So wie es aussieht, bleibt die Hahnenkammbahn in Höfen den ganzen Sommer über außer Betrieb.
  • So wie es aussieht, bleibt die Hahnenkammbahn in Höfen den ganzen Sommer über außer Betrieb.
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HÖFEN (rei). "Unter einem Peter Gerber wird diese Liftanlage nie mehr in Betrieb gehen!" Derjenige, der das sagt, ist Peter Gerber. Er ist Inhaber und Geschäftsführer der Reuttener Seilbahnen, welche die Liftanlagen am Höfener Hausberg betreibt. Richtiger Weise muss man sagen betrieb, denn Gerber führt die Anlage nicht mehr weiter.

In diesem Bericht lesen Sie Stellungnahmen von:

  • Peter Gerber, Inhaber und Geschäftsführer
  • Hermann Ruepp, Obmann des Tourismusverbandes Reutte und Umgebung
  • Vinzenz Knapp, Bürgermeister von Höfen
  • Wolfgang Winkler, Regionsobmann und Leiter der Wirtschaftskammer Reutte

Von der Betriebspflicht enthoben

Er, Gerber, habe vom zuständigen Bundesministerium die Mitteilung erhalten, dass er für die Sommersaison 2020 von der Betriebspflicht, die normalerweise vom 1. Juli bis 31. August gilt, entbunden sei. Hintergrund dafür ist das Fehlen eines Betriebsleiters (mehr dazu lesen Sie hier).

Auch die Alm ist betroffen

Damit wird es diesen Sommer keine Personenbeförderung auf den Hahnenkamm geben. Mehr noch: Gerber wird ab 1. Juli auch keine Milch vom Berg ins Tal bringen. Er sehe keine weitere Verpflichtung für den Milchtransport. Damit steht die Bahn ab 30. Juni 2020 komplett still.

Sein Ziel sei es nun, die Anlage zu verkaufen. Interessenten würde es geben, die Verhandlungen laufen. Er selbst werde die Hahnenkammbahn nie wieder in Betrieb setzen. Die Enttäuschungen der Vergangenheit seien zu groß. "Da wurde hinter meinem Rücken von Seiten der Gemeinde und des Tourismusverbandes mit möglichen Interessenten über den Bahnverkauf verhandelt, ohne mich einzubinden", behauptet Gerber und versucht so seinen Entschluss zu erklären.

Eine Katastrophe für die Region

TVB-Obmann Hermann Ruepp weist derartige Behauptungen entschieden zurück: "Wie sollen wir über einen Bahnverkauf verhandeln? Sie gehört Peter Gerber und nicht uns!" Er sieht in den Aussagen Gerbers eine Schutzbehauptung: "Da will er jetzt uns den 'schwarzen Peter' zuschieben."
Dass die Umlaufbahn nicht aufsperrt, wertet der Obmann der Naturparkregion Reutte aber als Katastrophe: "Im Sommer ist das für unsere Region fast noch schlimmer als im Winter!"

Höfens Bürgermeister Vinzenz Knapp wundert sich ebenfalls über die Behauptung, TVB und Gemeinde hätten Verkaufsgespräche geführt: "Das können wir ja gar nicht!" Ihm habe man zugetragen, dass Gerber Verhandlungen hinsichtlich eines Verkaufs führe, "mehr weiß ich nicht. Mit uns hat er (Gerber, Anm.) nie geredet."
Dass es jetzt womöglich im Sommer gar keinen Personenbetrieb am Hahnenkamm gibt, sei schlimm. Hinsichtlich der Einstellung des Milchtransportes mit der Bahn nennt Knapp aber ein Vertragsdetail zum Thema, und da sei festgeschrieben, dass die Reuttener Seilbahnen die Milch der Höfener Alm gegebenenfalls mit dem Auto ins Tal bringen müssen, sollte die Bahn nicht fahren. "Da kommt Gerber nicht aus!" Und Nachsatz: "Wofür macht man sonst Verträge?"

Auch Regionsobmann Bgm. Wolfgang Winkler zeigt sich angesichts der  jüngsten Entwicklungen geschockt: "Das ist hart!" Einheimische und Feriengäste müssen auf die beliebte und bequeme Aufstiegshilfe auf den Hahnenkamm verzichten. Alle Betriebe oben am Berg - vom Hahnenkamm bis hinüber zur Gehrenalm - seien betroffen, ebenso die gesamte Tourismusbranche im Talkessel von Reutte.

Verkauf hat Priorität

Aber wie geht es jetzt weiter? Peter Gerber skizziert seine Pläne so: Sein Ziel ist es, die Anlagen schnellstmöglich an einen Interessenten zu verkaufen. Sollte sich zeitnah ein Käufer finden, so obliege es diesem, die Bahn wieder aufzusperren - vielleicht noch in diesem Sommer.
Mit Beginn der Wintersaison 2020/21 werde die Betriebspflicht wieder schlagend. Dann müsse die Bahn im Grunde wieder aufsperren, oder ganz zusperren. Er selbst werde die Bahn, wie eingangs berichtet, nicht mehr in Betreib nehmen. Sollte sich kein Käufer für die Reuttener Seilbahnen finden, dann plane er den Verkauf der Anlagenteile. Die könnten dann abmontiert und irgendwo anders aufgestellt werden.
"Wohl in Kleinsibirien - oder wo stellt er sich das dann vor?", sinnierte Hermann Ruepp über das schlimmste aller Szenarien, dass am Hahnenkamm in einigen Monaten alles abgebaut werden könnte.
Noch ist das reine Hypothese. Die Möglichkeit, dass es soweit kommt, ist aber da. "So etwas hat Peter Gerber ja früher schon einmal angekündigt", weiß  Wolfgang Winkler zu berichten.

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Autor:

Günther Reichel aus Reutte

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