Kampf gegen Tbc beim Rotwild
In Kaisers kommt jetzt das Reduktionsgatter zum Einsatz

Landesveterinärdirketor Josef Kössler erläutert die Notwendigkeit der Maßnahmen.
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  • Foto: Land Tirol/Forcher
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KAISERS (rei). Die von der Behörde vorgegebenen Abschusszahlen beim Rotwild in der Jagd Kaisers konnten nicht erfüllt werden. Jetzt kommt das "Reduktionsgatter" zum Einsatz.

Abschusszahlen nicht erfüllt

Tbc-Erkrankungen beim Rotwild sind im oberen Lechtal seit vielen Jahren ein Problem. Besonders betroffen ist das Jagdgebiet rund um Kaisers. Hier wurden im Rahmen der Bekämpfung die Abschusszahlen behördlicherseits nach oben geschraubt. 58 Stück Rotwild wurden als Vorgabe gefordert. Doch diese Zahl konnte mit normalem jagdlichen Einsatz nicht erbracht werden - die Vorgabe wurde um über 20 Stück verfehlt, wie das Land Tirol mitteilt. Jetzt wird ein "Reduktiosgatter" eingesetzt, um die fehlenden Abschüsse zeitnah zu erzielen.

Ungünstige Voraussetzungen

„Trotz intensiver Bemühungen war es auch aufgrund der ungünstigen Witterungsverhältnisse mit Föhn, verhältnismäßig milden Temperaturen und wenig Schnee in den letzten Wochen nicht möglich, das Rotwild mit herkömmlichen Methoden zu entnehmen. Wir werden deshalb das ausstehende Rotwild so rasch wie möglich im bereits errichteten Wildgatter mit entsprechend ausgebildeten und erfahrenen Personen tierschonend erlegen. Es geht um die Gesundheit von Mensch und Tier“, erklärt Landesveterinärdirektor Josef Kössler worum es geht.

Der genaue Zeitpunkt für die Maßnahme wurde nicht genannt. Man wolle den "richtigen Zeitpunkt" abwarten, heißt es in einer Aussendung. Auch die Witterung müsse passen.
Dann wird es aber nicht nur das Rotwild, das sich im Wildgatter befindet, im wahrsten Sinne des Wortes treffen, sondern alle Tiere. Aus veterinär- und jagdfachlicher Sicht stelle diese Form der Entnahme aus dem Gatter die schonendste Methode dar, erläutert Kössler.

Jagdlicher Neustart möglich

Bgm. Norbert Lorenz bedauert die anstehende Maßnahme, sieht darin aber eine Chance für einen Neustart: "Wenn mit dieser Maßnahmen die Abschussvorschreibung erfüllt ist, können wir in der nächsten Saison eine geordnete Jagd zur Verpachtung ausschreiben."
Die Gemeinde Kaisers hat mit der Behörde die weitere Vorgangsweise auch hinsichtlich der künftigen Abschussvorgaben bereits besprochen. Bgm Lorenz appelliert, neue Methoden zur Bekämpfung von Tbc zu erproben.

Diskussion Ende 2019 aufgeflammt

In den letzten Wochen des 2019er-Jahres "kochte" die Debatte rund um anstehende Maßnahmen im Rahmen der Tbc-Bekämpfung im oberen Lechtal hoch. Von Bürgermeister Norbert Lorenz und seinem Elbigenalper Amtskollegen Markus Gerber wurde Kritik am Einsatz des Reduktionsgatters geübt, Vertreter der regionalen Landwirtschaft hießen den intensiven Kampf gegen Tbc für gut. Das Land versuchte in einer Stellungnahme die Notwendigkeit zu erklären.

Mehr dazu lesen Sie unter folgenden Links:
Bgm. Lorenz und Bgm. Gerber wehren sich gegen Tbc-Vorwürfe
Schusszeit für Rotwild wird ausgedehnt
Bauern stehen hinter den von der Behörde verordneten Maßnahmen

Zur Sache

Vom Seuchenregime zurück zum Jagdrecht

„Das Land Tirol tut alles dafür, dass wir binnen einer Zehnjahresfrist aus dem Regime der Seuchenbekämpfung aussteigen und wieder zurück zu Abschussvorschreibungen nach dem Jagdrecht kommen“, skizziert Landesveterinärdirektor Kössler die weitere Vorgangsweise. Seit dem Jahr 2012 wird Tbc im oberen Lechtal durch eine Reduktion der Wilddichte und ein lückenloses Überwachungsprogramm sowohl beim Rotwild als auch bei den Rindern konsequent bekämpft. Dadurch ist es in der Mehrzahl der Reviere im oberen Lechtal gelungen, die Tbc-Infektionsrate beim Wild von bis zu 30 Prozent auf unter drei Prozent zu senken und in den vergangenen drei Jahren die Übertragung vom Rotwild auf gealpte Rinder zu verhindern. Dass die Erfüllung der derzeit vorgegebenen Quoten zwar herausfordernd, aber in gemeinsamer Anstrengung machbar ist, würden die Abschussquoten aus diversen Revieren zeigen.

Lesen Sie weitere Nachrichten aus dem Bezirk Reutte unter
www.meinbezirk.at/reutte

Landesveterinärdirketor Josef Kössler erläutert die Notwendigkeit der Maßnahmen.
Bgm. Norbert Lorenz hofft auf einen jagdlichen Neubeginn in Kaisers.
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