Studie bestätigt Lärmobergrenze
Laute Motorräder werden weiterhin "ausgesperrt"

Verkehrsschilder dieser Art werden auch heuer entlang der bliebtesten Motorradstrecken im Bezirk Reutte stehen.
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  • Verkehrsschilder dieser Art werden auch heuer entlang der bliebtesten Motorradstrecken im Bezirk Reutte stehen.
  • Foto: Zoom Tirol
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AUSSERFERN. Fahrverbote für Motorräder mit einem Nahfeldpegel über 95 dB werden künftig jährlich im Zeitraum 15. April bis 31. Oktober auf mehrere Straßen im Außerfern gültig sein.

Lärmobergrenze bewährt sich

95 dB Maximallautstärke und nicht mehr: vergangenen Sommer wurde diese Lärmobergrenze auf mehrere Straßen im Außerfern erstmals eingeführt. Hinterher wurde ausgewertet, wie sich das ausgewirkt. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. 

Ist die Lärmobergrenze für Motorräder sinnvoll?

Laute Motorräder wirken sich belastend auf die Anrainer aus. Im Bezirk Reutte sind viele Gemeinden besonders stark betroffen, finden sich im Außerfern doch sehr viele beliebte Motorradstrecken. Durch die Nähe zu Bayern sind diese auch besonders stark frequentiert.
Um die Belastungen zu reduzieren, wurde 2020 eine Lärmobergrenze von 95 dB für Motorräder auf bestimmten Strecken eingeführt.
„Die gesetzten Maßnahmen zeigen Wirkung und finden auch bei der Bevölkerung im Außerfern große Zustimmung," stellte Tirols Verkehrsreferentin, LHStv. Ingrid Felipe, am Donnerstag bei einer Präsentation einer begleitenden Studie fest.

250 Personen befragt

250 Personen in 19 Gemeinden wurden befragt, wie sie die Situation nach Einführung der Lärmgrenze beurteilen. In die Studie flossen zudem "nackte" Zahlen ein, und die stammten von fünf automatischen Dauerzählstellen entlang der beliebtesten Motorradstrecken.
Deren Auswertung ergab, dass die Lärmobergrenze wohl auch dazu betrug, die Anzahl der Motorräder insgesamt zu reduzieren.

„Wir haben dazu die Daten von fünf automatischen Dauerzählstellen im Zeitraum von 1. Juni bis 30. September ausgewertet. Insgesamt konnte eine Reduktion um durchschnittlich 36 Prozent – am Hahntennjoch sogar um 50 Prozent – an Sommersonntagen im Vergleich zu 2017 festgestellt werden, was einer Lärmpegelminderung bei den Motorrädern von durchschnittlich 2 dB entspricht,"

erklärt Christoph Lechner, Vorstand der Abteilung Emission Sicherheitstechnik Anlagen (ESA).

Auch Corona wirkte sich aus

Es dürfte aber wohl nicht alleine die Lärmobergrenze Ursache für die rückläufgen Zahlen gewesen sein, die Coronapandemie, dessen ist man sich bewusst, hat sicher auch zum Rückgang beigetragen. Inwieweit Corona in die rückläufigen Zahlen hineingespielt hat, lasse sich aber nicht sagen.

8917 Motorräder kontrolliert

Klar ist hingegen die Zahl jener Motorradfahrer, deren Maschinen auf den maximalen Lärmausstoß überprüft wurden: 8917 Motorräder waren es am Ende der Saison. 135 davon waren zu laut. Im Zuge der Kontrollen wurden 800 sonstige Delikte beanstandet: zu hohe Geschwindigkeit, verbotenes Überholen, Kurven "schneiden".

Der Motorradverkehr ist im Außerfern besonders stark. Zu den beliebtesten Straßen gehört u.a. das Hahntennjoch, im Bild die Auffahrt auf Höhe Elmen.
  • Der Motorradverkehr ist im Außerfern besonders stark. Zu den beliebtesten Straßen gehört u.a. das Hahntennjoch, im Bild die Auffahrt auf Höhe Elmen.
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Motorradlärm hat abgenommen

Die Bevölkerung wurde befragt, ob diese Änderungen wahrnimmt. „Mehr als zwei Drittel der Befragten geben an, dass der Motorradlärm in ihrer Wahrnehmung abgenommen hat," erklärt dazu Studien-Co-Autor David Schnaiter. Mehr noch: "Nahezu gleich viele sprechen sich auch für die Beibehaltung der spezifischen Fahrverbote aus. Insgesamt steht eine deutliche Mehrheit den getroffenen Maßnahmen positiv gegenüber.“

Sinnhaftigkeit ist gegeben

Ingrid Felipe sieht die Sinnhaftigkeit der erstmals im vergangenen Jahr eingeführten Maßnahmen bestätigt, zumal  81 Prozent aller Befragten – selbst 74 Prozent der Motorradfahrenden –  gesetzliche Maßnahmen, um die Motorradhersteller zur Produktion von leiseren Motorrädern zu zwingen, befürworten.

Aufbauend auf den Erfahrungen und der Studie wurde beschlossen, die Fahrverbote künftig jeweils vom 15. April bis 31. Oktober eines jeden Jahres zu verordnen.

LHStvin Ingrid Felipe hält fest:

„Die vorliegenden Ergebnisse bestätigen, unabhängig von den erheblichen Einflüssen der Coronapandemie auf das Verkehrsaufkommen, die gewählte Vorgehensweise der vergangenen Pilotsaison, weshalb wir die Fahrverbote für Motorräder mit einem Nahfeldpegel über 95 dB vom 15. April bis 31. Oktober eines jeden Jahres auf den fünf Straßenzügen mit einer Gesamtlänge von 126 Kilometer verordnen“,

Das dazu notwendige Ermittlungsverfahren startet mit Datum 18. Marz 2021.

Link zum Studienbericht: https://www.tirol.gv.at/arbeit-wirtschaft/esa/laerm/

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