Portrait
Lore Havemann: Das Spiel mit den Farben

In ihrem Atelier, inmitten ihrer Bilder, fühlt sich Lore Havemann wohl.
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  • In ihrem Atelier, inmitten ihrer Bilder, fühlt sich Lore Havemann wohl.
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REUTTE (rei). Zwei Räume in Reutte dienen Lore Havemann als Atelier. Hier entstehen aus Farben anerkannte Kunstwerke.

Atelier in der Innsbrucker Straße

In ihrem kleinen Atelier in der Innsbrucker Straße in Reutte findet Lore Havemann jene Ruhe, die man zum Malen braucht. Ein kleiner Raum mit Eckbank und Kochnische, ein zweiter, in dem sie ihre Farben aufbewahrt, ebenso andere Utensilien. Und natürlich eine Staffelei. An dieser entstehen die großen Bilder. Die kleinen Werke entwachsen im anderen Raum am Tisch ihrer Phantasie. 

Künstlerisches Zuhause

Seit zehn Jahren hat die gebürtige Deutsche nun in diesem Atelier ihr künstlerisches Zuhause, zumindest was die Entstehung der Bilder anlangt. Ihre Werke sind inzwischen in vielen Galerien dieser Welt daheim.

In Bayern geboren

Geboren und aufgewachsen in Niederbayern, übersiedelte sie im Alter von 18 Jahren nach Hamburg. Der Liebe wegen fand sie später den Weg ins Außerfern.  "Wir haben uns über das Internet kennen gelernt. Das war damals eine kleine Sensation", erklärt Lore Havemann. "Damals", das war vor rund 20 Jahren, als das Internet noch in den "Kinderschuhen" steckte. Lore Havemann lernte ihren Partner dennoch über diesen - damals ungewöhnlichen - Weg kennen. Nicht, weil sie auf Partnersuche war. Die Kunst war das verbindende Element, und das World Wide Web ein guter Weg, Neues zu erleben und kennen zu lernen. Kunstwerke ebenso, wie Menschen.
Seit 18 Jahren im Außerfern
Seit 18 Jahren lebt die Künstlerin nun in Reutte. "Einer musste übersiedeln, das war ich. Und so bin ich hier", erzählt sie von der Entscheidung, wo man künftig gemeinsam leben will.
Sorgen, dass sie hier in Tirol wirtschaftlich nicht bestehen könnte, hatte sie nicht. Als psychiatrische Krankenschwester wurden ihr allerbeste Jobchancen vorhergesagt. "Leider wurde meine Fachrichtung in Reutte nicht gebraucht. Ich habe Stellenangebote aus Hall bekommen." Reutte ja, Hall nein. Die Sache mit der Tätigkeit als Krankenschwester war schnell erledigt.

Alle Kraft der Kunst

Das hatte dann seine guten Seiten. Familiär vorbelastet - "in meiner Familie sind viele künstlerisch sehr begabt" - war die Malerei schon immer mehr als nur eine schöne Freizeitbeschäftigung für Lore Havemann.
In Breitenwang richtete sie sich ein erstes Atelier ein, gründete eine Künstlergruppe, und war ganz einfach "sehr kreativ", wie Lore Havemann es selbst beschreibt. Mit der Künstlergruppe AUDEPOLITA (Austria-Deutschland-Polen-Italien) begab sie sich auf Ausstellungsreise. Sie und ihre Freunde fanden Aufmerksamkeit.

Viele Einladungen

Es folgten Einladungen zu weiteren Ausstellungen. Deutschland, Wien, Polen, Spanien, Italien. Sogar in Vietnam, in Peking, und ebenso in Hongkong, waren ihre Werke schon zu sehen.
Und auch, natürlich, hier im Außerfern. Doch in ihrer liebgewordenen Tiroler Heimat ist Lore Havemann nicht so bekannt, wie man angesichts vieler internationaler Ausstellungen und auch Auszeichnungen meinen möchte. "Das stört mich nicht. Ich genieße die Ruhe sehr, die ich hier habe", versichert Havemann. Und sie hatte ja auch schon Ausstellungen im Bezirk, etwa in der Dengel-Galerie. 

Expressionistische Kunst

Ihre Bilder "entstehen", wie sie sagt. Manchmal wird ein Bild an einem Tag fertig. Oft dauert es drei bis vier Monate. Gutes Handwerk, das Wissen um die Technik und viel Gefühl für Farben - so umschreibt sie die wichtigsten "Grundzutaten", damit ihre Bilder Wirklichkeit werden können. 
Und dann setzt die Phantasie ein. Ihre Werke sind dem Expressionismus zuzurechnen: "Wenn ich vor einer weißen Leinwand sitze oder stehe, habe ich keine Vorstellung davon, was kommt, sondern eine Farbe im Kopf.  Irgendwann macht es 'peng', und ich fange an zu malen." Im Moment zumeist Bilder in Brauntönen.

Viele Auszeichnungen

Lore Havemann reist gerne, trinkt viel Kaffee, "ich rauche, leider", und sie freut sich, wenn sich andere über ihre Bilder freuen. Grund, stolz zu sein, hat sie auch. Etwa auf viele Auszeichnungen, die sie schon bekommen hat. Erst im Februar erhielt sie den "Int. Botticelli-Preis Florence". Sie bekam den "Emerging Soul Art Award Hongkong" verliehen, ebenso den "Palm Art Award", und noch einige Preise mehr. "Mit den Jahren kommt schon was zusammen! Aber ich packe sie dann gleich wieder weg. Sie stören, wenn sie herumstehen."
Auszeichnungen anderer Art sind Einladungen zu großen Ausstellungen. Derzeit hat die Künstlerin eine Einladung zu einer Ausstellung in Barcelona, die sie wohl annehmen wird. Ob sie auch in die USA reist, wo man ihre Werke ebenfalls zeigen möchte, hat sie nicht entschieden. Denn da ist auch noch eine Einladung nach Haifa, "und die würde mich schon reizen."

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