Eine Zeitreise zurück
Maturanten besuchten nach 60 Jahren die Planseewerke

Die Maturaklasse von 1959 auf dem Werksgelände von Plansee fotografiert.
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  • Die Maturaklasse von 1959 auf dem Werksgelände von Plansee fotografiert.
  • Foto: Keller
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BREITENWANG. 1959 haben elf Gymnasiasten ihre Matura im großen Sitzungssaal von Plansee abgelegt. Dieses Ereignis wurde 60 Jahre später gebührend gefeiert – natürlich bei Plansee.

Am 18. und 19. Juni 1959 war es soweit: nach einer abwechslungsreichen Gymnasialzeit in drei unterschiedlichen „Schulhäusern“ haben elf Schüler im großen Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes der Plansee Group in Breitenwang ihre mündlichen Prüfungen mit Erfolg abgelegt. Am 2. Oktober 2019 besuchten neun von ihnen den Ort nach über 60 Jahren wieder, an dem sie den größten Teil ihrer Gymnasialzeit verbracht haben.

Ein Teil der Maturanten von 1959 kehrte kürzlich an den Ort ihrer Schulausbildung zurück.
  • Ein Teil der Maturanten von 1959 kehrte kürzlich an den Ort ihrer Schulausbildung zurück.
  • Foto: Immler
  • hochgeladen von Günther Reichel

Wie es früher war

Den großen Sitzungssaal im Verwaltungsgebäude gibt es nach wie vor, doch die „Baracke“ mitten im Werksgelände, die Raum für die Klassenzimmer bot, ist schon seit vielen Jahren abgerissen. Auch das legendäre Schwimmbad auf dem Firmengelände, in dem der Schwimmunterricht stattgefunden hat, gibt es schon lange nicht mehr. Wo die Gymnasiasten in den 50er Jahren über ihren Schulbüchern saßen, wurden später Bauteile für die Medizintechnik gefertigt. Doch auch dieses Kapitel ist Geschichte – derzeit entsteht auf der Fläche ein hochautomatisiertes Zuschnittzentrum für Bleche aus Molybdän und Wolfram.

Neu in Reutte: das Bundesrealgymnasium

Der gebürtige Reuttener Wilfried Keller, Jahrgang 1941, erinnert sich noch genau an den abenteuerlichen Schulstart: 1952 wurde er im lang ersehnten Privatrealgymnasium eingeschult, das auf Initiative des Metallwerkes Plansee, der Reuttener Textilwerke, anderer Sponsoren und der Bereitschaft der Eltern, ein monatliches Schulgeld zu zahlen, ins Leben gerufen wurde.
Der Unterricht für die 27 Schüler fand in den ersten Monaten im ehemaligen Hotel Tirolerhof statt. Für die 1. und die 3. Klasse wurde der Leseraum des Hotels abgeteilt. Der Unterricht für die 2. Klasse (die Maturaklasse 1959) fand an einem großen Tisch in einem Hotelzimmer im ersten Stock statt. Später war das Gymnasium für zwei Jahre in der gerade neu gebauten landwirtschaftlichen Schule in Breitenwang untergebracht. Diese nahm im Jahr 1954 jedoch selbst den Vollbetrieb auf – für die inzwischen 68 Schüler des Realgymnasiums war kein Platz mehr.

Ein Bild der Planseewerke aus dem Jahr 1962, links sieht man das Schwimmbad.
  • Ein Bild der Planseewerke aus dem Jahr 1962, links sieht man das Schwimmbad.
  • Foto: Plansee Group
  • hochgeladen von Günther Reichel

Doch die Schule überlebt – nicht zuletzt dank der finanziellen Unterstützung durch Paul Schwarzkopf. Auch bei der Suche nach einem neuen Standort erweist sich das Metallwerk Plansee als Helfer in der Not. Am Betriebsgelände wird das neu errichtete Verwaltungsgebäude seiner Bestimmung übergeben und so kann die leerstehende, ehemalige Verwaltungsbaracke der Schule als Quartier dienen. Dort gingen dann Wilfried Keller und seine Schulkollegen in den kommenden sechs Jahren zur Schule.

Geld für die Maturareise

Zu den Lehrern gehören auch Mitarbeiter von Plansee. Keller erinnert sich an Ernst Gartner (Zeichnen und Werken), Wilhelm Aschenbrenner (Chemie) und Karl Ostrcil (geometrisches Zeichnen). Und noch eines ist Keller in Erinnerung geblieben: Als sich die elf erfolgreichen Maturanten bei Paul Schwarzkopf verabschiedet haben, zückte dieser seine Brieftasche und drückte ihnen einen Zuschuss für die Maturareise nach Lazise am Gardasee in die Hand.

Autor:

Günther Reichel aus Reutte

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