Volksbefragung in Tannheim
Mehrheit gegen Gasthaus-Neubau am Vilsalpsee

Trügerische Idylle: Beim Thema Vilsalpsee gehen die Wogen in Tannheim derzeit hoch.
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Die Tannheimer Bevölkerung war am Sonntagvormittag aufgerufen, für bzw. gegen den geplanten Neubau des Gasthauses am Vilsalpsee nach Plänen des Innsbrucker Architekten Mario Gasser zu stimmen. Bei 58,5 Prozent der gültig abgegebenen Stimmenzetteln war das "Nein" angekreuzt.

926 stimmberechtigte Bürger gab es. Von diesen machten 483 von ihrem Stimmrecht Gebrauch, darunter rund 100 Bürger, die mittels Wahlkarte abstimmten.

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Mehrheit sagt "Nein" zum Projekt

Unter Aufsicht von Wahlleiter Vizebürgermeister Harald Kleiner wurden die Stimmen unmittelbar nach Wahlende ausgezählt. Am Ende gab es 482 gültige Stimmen. Exakt 200 Mal war das "Ja" angekreuzt (41,5%), in  282 Fällen das "Nein" (58,5%).

Bgm. Markus Eberle ist enttäuscht

"Das Ergebnis ist eindeutig, das Projekt ist gestorben", 

fand Bürgermeister Markus Eberle kurz nach Bekanntwerden des Wahlausgangs gegenüber den Bezirksblättern in einer ersten Stellungnahme klare Wort. Der Wille des Volkes zähle. "Ich nehme das Ergebnis zur Kenntnis", so der Tannheimer Gemeindechef, der vom Ausgang enttäuscht ist, ebenso von der Wahlbeteiligung. Die lag gerade einmal bei knapp über 52 Prozent.

Thomas Gropp ist zufrieden

Der Enttäuschung bei Bgm. Eberle steht die Freude von Thomas Gropp gegenüber. Er war einer der vier Initiatoren der Volksabstimmung und fungiert als Sprecher der Gruppe. "Das Ergebnis ist deutlich und eindeutig", bewertet Gropp den Ausgang der Volksbefragung.
Dass man aber weit vom selbst vorgegebenen Wunsch einer Wahlbeteiligung von 2/3 (das wären bei knapp 930 Stimmberechtigten ca. 620 Personen) und einem Zuspruch wiederum von 2/3 entfernt ist  (nach dieser Berechnung hätten sich die Initiatoren rund 410 Stimmen erwartet), stört Gropp nicht weiter: "Sicher hat das schlechte Wetter viele davon abgehalten, zur Abstimmung zu gehen. Sonst hätten wir noch mehr Stimmen bekommen."

Interesse nur "gemäßigt"

Ob nun das Wetter an der nicht übermäßig hohen Wahlbeteiligung  schuld war, oder andere Gründe, wollte Bürgermeister Markus Eberle seinerseits nicht weiter kommentieren, "es ist schade, dass sich fast 50 Prozent der Bürger für das Thema nicht interessieren", so seine allgemein gehaltene Aussage zur Wahlbeteiligung.

Gemeinderat muss entscheiden

Aber wie geht es nun weiter? Das Abstimmungsergebnis ist für den Gemeinderat nicht bindend. Jetzt braucht es eine Abstimmung im Gemeinderat, mit der dieser entweder am Projekt festhält, oder alle weiteren Schritte zur Umsetzung einstellt.

Vbgm. Kleiner steht zum Projekt

Vizebürgermeister Harald Kleiner, der im Gemeinderat eine eigene Listen anführt, hat dazu eine klare Meinung: Eine Jury, der auch fünf Gemeinderäte angehörten, habe sich mehrheitlich für das Projekt von Mario Gasser entschieden. Es sei eine demokratische Abstimmung gewesen, das Projekt solle  daher umgesetzt werden. "Wir machen es! Sonst haben wir alles davor in den Sand gesetzt."
Bgm. Markus Eberle sieht das anders: "Warum soll ich mich gegen eine Mehrheit auflehnen?" Zu entscheiden habe jetzt aber der Gemeinderat. Einen Termin für die entsprechende Sitzung gibt es  noch nicht.

Eigene Liste lässt man sich offen

Für Thomas Gropp ist angesichts des Ausgangs der Volksbefragung aber ganz klar, nicht der jetzt amtierende, sondern der im kommenden Februar neu zu wählende Gemeinderat solle alle weiteren Entscheidungen treffen.
Nicht entschieden sei diesbezüglich, ob Thomas Gropp und/oder seine drei Mitstreiter selber bei den Wahlen antreten werden. "Das wollen wir in den kommenden Tagen entscheiden", so Gropp.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf unserer Homepage.

Trügerische Idylle: Beim Thema Vilsalpsee gehen die Wogen in Tannheim derzeit hoch.
Bgm. Markus Eberle (li) und Planer Architekt Mario Gasser bei der Projektvorstellung Ende April 2021: Da war die Welt noch in Ordnung.
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