Tirol Ambulanz
Neuer Anbieter für Rettungsdienste

Philipp Kerber hat das Unternehmen mit zwei Partnern gegründet.
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  • Philipp Kerber hat das Unternehmen mit zwei Partnern gegründet.
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REUTTE (rei). Die Fahrzeuge der Tirol Ambulanz kann man nicht übersehen. Sie sind nach internationalen Richtlinien als Fahrzeuge für den Rettungsdienst beklebt. Das Wort "Ambulanz" signalisiert zusätzlich, hier geht es um Hilfe am Menschen.

Der neue Ambulanzdienst ist eine GmbH. Obwohl Tirol den Firmennamen ergänzt, ist der Standort in der  Dr.-Ing.Paul-Schwarzkopf-Straße in Reutte. Dort, wo einst die Sparkasse ein Filiale hatte, ist das Unternehmen untergebracht.

Profis am Werk

Firmengründer und Miteigentümer ist ein echter Kenner der Materie: Philipp Kerber. Von 2002 bis 2015 war er für das Rote Kreuz tätig, davon acht Jahre als Bezirkskommandant.
"Ich hatte viele Ideen, konnte sie aber nicht umsetzen", erzählt Kerber. Er kehrte der Rettungsorganisation den Rücken und ging zur Ambulance Tirol. Dabei handelt es sich um eine auf Vereinsbasis agierende Organisation, welche im Bereich des Krankentransportwesens tätig ist. Hauptsitz ist Telfs, Geschäftsstellen gibt es in Innsbruck und Imst. Und bis vor Kurzem auch eine in Reutte: die wurde von Philipp Kerber geleitet.
Der verspürte den Drang, noch mehr zu tun: "Im Dienste der Menschen. Da ist wirklich viel machbar", war und ist er überzeugt. Die Ambulance Tirol wollte da nicht mit, Philipp Kerber suchte den Weg in die Selbstständigkeit und er suchte Partner.
Die fand er: Zum Einen in der Person von Michael Schweiger und zum Anderen in Robert Schmitt. Letzterer ist Chef des größten deutschen Rettungsdienstes (MKT Krankentransporte in München). 750 Einsatzfahrzeuge gehören seiner Gesellschaft. Seinen zweiten Partner kennt man hier im Bezirk vielleicht besser: Michael Schweiger. Er war als Bezirkskommandant des Roten Kreuzes der unmittelbare Vorgänger von Kerber in dieser Funktion. Fast zehn Jahre übte Schweiger diese Funktion aus. Dann wechselte er ins Krankenhaus, für das er bis heute tätig ist.

Konkurrenz zum Roten Kreuz?

Eine Konkurrenz aus den ehemaligen Reihen des Roten Kreuzes für die alt eingesessene Rettungsdienst- und Hilfsorganisation? "Ich möchte uns als Mitbewerber sehen, wobei wir viele Dienste anbieten, die das Rote Kreuz gar nicht im Angebot hat", versichert Kerber.
Er gibt sich zurückhaltend, wenn man ihn auf das Verhältnis zwischen Tirol Ambulanz und Rotem Kreuz anspricht. Jeder mache seine Sache, da und dort gebe es Überschneidungen. Letztere etwa wenn es um Sanitätsdienste geht, also wenn ein Veranstalter (Konzerte, Sport...) Sanitäter vor Ort haben muss. Solche Leistungen sind zu bezahlen. Die Tirol Ambulanz bietet diese Dienste gegen Entgelt an, das Rote Kreuz ebenso.
Die Tirol Ambulanz ist aber vornehmlich auf völlig anderen Wegen, im wahrsten Sinne des Wortes, unterwegs. Krankentransporte sind eine Haupteinnahmequelle.

Neue Geschäftsfelder

Wir kennen sie sicher alle: Rettungswagen mit deutschen, holländischen oder anderen Kennzeichen, die auf unseren Straßen zu sehen sind. Sie holen oft kranke oder verunfallte Personen von Krankenhäusern ab und fahren sie in die Heimat. "Das Rote Kreuz macht so etwas nicht, wir schon", erklärt Philipp Kerber. Verträge mit diversen internationalen Versicherungsgesellschaften sind unterzeichnet, und so rollt die Tirol Ambulanz durch ganz Europa.
Der dafür zur Verfügung stehende Fuhrpark ist modern. Die enge Verbindung zu Mitgesellschafter Robert Schmitt kommt hier zum Tragen. Auf ein Auto ist Kerber ganz besonders stolz: "Das ist eine fahrbare Intensivstation. So ein Fahrzeug hat es bislang im Bezirk nicht gegeben!"

Die GmbH soll wachsen

Vier Mitarbeiter sind derzeit bei der Tirol Ambulanz fix angestellt, doch die Zahl wächst laufend. "Wir können im Rettungs- und Krankentransport nur Fachpersonal einsetzen", erklärt Kerber. Offene Stellen wurden bereits ausgeschrieben, das Interesse ist da.

Zur Sache

Neuer Anbieter ist beim Roten Kreuz "kein Aufreger!"
Die Tirol Ambulanz und das Rote Kreuz treten in einigen, wenigen Bereich als Mitbewerber auf. Philipp Kerber und Michael Schweiger als Firmengründer und Mitinhaber waren zudem früher als Rot Kreuz-Bezirkskommandanten tätig. "Irritationen" gebe es deshalb aber nicht, versichert Andreas Inwinkl. Er ist als RK-Bezirksommandant der direkte Nachfolger von Kerber in dieser wichtigen Funktion.
Inwinkl: "Im Grunde gibt es die Organisation ja schon länger, jetzt halt in anderer Form. Für uns ist die Tirol Ambulanz ein Transportteam, wie es andere auch am Markt gibt."
Man habe selbst ausreichend zu tun. Dass der Wettbewerb da und dort nun etwas intensiver werden könnte, stört Inwinkl nicht: "Jeder macht seine Sache". Aber er gesteht dann doch ein: "Wir reden schon hin und wieder darüber. Das ist doch natürlich. Man kennt sich ja."

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