Leserbrief
Nur wer wählen geht, kann etwas verändern?

Folgende Zeilen stammen von unserem Leser Günther Weber aus Ehrwald:

Das stimmt schlicht und einfach nicht. Warum? Weil "Otto-Normalverbaucher" immer wieder das wählt, was er schon immer gewählt hat. Kurt Tucholsky wird der Ausspruch zugeschrieben, "Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie längst verboten". Tja, da ist was drann. Und selbst die vielen Skandale, die täglich aufgedeckt werden, ändern nichts daran, dass die Wahl so ausgehen wird, wie schon seit langem vorausgesagt. Wenn du durch die Medien nur noch mit Skandalen zugetextet wirst, gehen sie dir, Skandal hin oder her, als Wähler irgendwann auch hinten links vorbei.
Sachthemen bleiben in diesem Wahlkampf auf der Strecke, es geht nur noch darum den jeweils anderen anzupatzen. Um dann sofort zu behaupten, "... also wir, wir haben ja noch nie jemanden angepatzt. Wir haben ja nicht einmal einen Schmutzkübel in unserer Parteizentrale". Und der größte Anpatzer gewinnt dann. Das erinnert mich an einen Buben im Kindergarten: der hat den anderen Kindern immer kaput gemacht, was sie gerade mühsam aufgebaut hatten. Und bevor der von der Zerstörung Betroffene etwas sagen konnte, schrie der Zerstörer: Tante, Tante der hat mir in`s Gesicht gespuckt. Daraufhin bekam der von der Zerstörung betroffene eine "Gnackwatschn" und der Zerstörer zog mit einem zufriedenen Lächeln von dannen. Ich konnte ja damals noch nicht ahnen, dass man mit dieser Taktik einmal wird Bundeskanzler werden können.
Der größte Anpatzer gewinnt. Ist das alles, um was es geht? Nein, da ist noch etwas Wesentliches um das es in der Politik geht. Otto von Habsburg hat es anläßlich eines Besuches in Jungholz einmal vortrefflich auf den Punkt gebracht. Er meinte in einem Gespräch mit dem damaligen Bürgermeister Bernhard Eggel: "Bürgermeister eines magst dir merken, die Leut wollen net die Wahrheit hören. Gschicht`ln wollen sie hören, Gschicht`ln." So gesehen ist die Geschichte vom, "nur wer wählen geht, kann was verändern" eine gute, eine erfolgreiche, die politische Erfolgsgeschichte schlechthin. Denn sie verhindert wirksam, dass sich was verändert. Und denen die das Sagen haben passt es wie es ist, denn sonst würden sie was ändern, ohne Wahlen.

Autor:

Evelyn Hartman aus Reutte

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