Öffi-Treff brachte Licht und Schatten hervor

Zwei Schülerinnen aus dem Lechtal erzählten von ihren Erfahrungen.
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  • hochgeladen von Günther Reichel

REUTTE (rei). Zusätzliche Stühle wurden noch rasch vor Beginn des "Öffi-Treffs" in den Sitzungssaal der Bezirkshauptmannschaft getragen, denn das Interesse war größer, als ursprünglich gedacht.
Fast genau 60 interessierte Zuhörer und Mitdiskutanten wollten hören, was der Verkehrsverbund Tirol (VVT) und das Land Tirol in Sachen Nahverkehr so alles planen. Zugleich eine gute Gelegenheit, eigene Anregungen zu deponieren, Funktionierendes zu loben und Fehler aufzuzeigen. Für all das war der Öffi-Treff gedacht.
Und die, die gekommen waren und mitredeten, präsentierten sich dann als echte "Insider". Entweder, weil sie selber viel mit Öffis unterwegs sind und ganz genau wissen, "was läuft", oder aber Öffis meiden, weil es eben nicht läuft, wie es sein sollte.

Experten vor Ort

Mit LHStv. Ingrid Felipe, VVT-Geschäftsführer Alexander Jug und ganz speziell mit VVT-Verkehrsplaner Andreas Knapp standen dann drei echte Experten Rede und Antwort. Vor allem Knapp gab viele interessante Einblicke in die Schwierigkeiten, die mit dem Thema Nahverkehr verbunden sind.
Für viele aufgezeigte Probleme zeigte er Verständnis, wenngleich er nicht jedesmal Abhilfe zusicher konnte. Etwa beim Problem zweier Schülerinnen aus dem Lechtal. Sie müssen besonders früh zum Bus. Der ist dann auch besonders früh im Schulzentrum. Eine spätere Abfahrt und damit eine etwas spätere Ankunft in Reutte, lautete ihr Wunsch. Unterstützung bekamen sie von ihrem Direktor, Werner Hohenrainer: "Die, die am weitesten weg sind, sind als erstes da", merkte er kritisch an.
Geht aber nicht anders, erklärte Knapp. Gerne würde der VVT weitere Busse einsetzen. Aber jeder Bus koste rund 100.000 Euro im Jahr. Unfinanzierbar. Ingrid Felipe, selbst fleißige Nutzerin der Öffis und Mutter, kam mit einem anderen Vorschlag daher: Die Oberstufen in den Schulen sollen doch später mit dem Unterricht beginnen. Dann würde sich alles entflechten und vieles wäre einfacher. Denkbar, meinte Hohenrainer. Von heute auf morgen sei das aber nicht möglich.

Viele Herausforderungen

Andere Öffi-Nutzer rieten dazu, Haltestellen aufzulassen. Sowohl bei der Bahn als auch beim Bus. Dann wären diese schneller. Mehr Haltestellen forderten die anderen. Dann könnten mehr Menschen das Angebot in Anspruch nehmen.
Eine "verzwickte" Situation, wie Knapp darlegte. Mehr Haltestellen bedingen längere Fahrzeiten. Kürzere Fahrzeiten sind tatsächlich nur mit einem "Abspecken" der Haltestellen möglich. "Die Bedürnisse aller Fahrgäste unter einen Hut zu bringen ist eine echte Herausforderung", stellte daher auch Felipe fest.

Verbesserungen kommen

Verbesserungen sind aber in Sicht, versicherte Knapp. Es wird eine bessere Anbindung zwischen Reutte-Bahnhof und dem Krankenhaus geben. In Weißenbach wird ein Knoten geschaffen, von dem aus man ins Lechtal bzw. ins Tannheimer Tal umsteigen kann. Außerdem wird das Fahrplanangebot an Wochenenden ins Tannheimer Tal verbessert. Auch die Strecke zu den Planseewerken bzw. ins Reuttener Großfeld wird optimiert. Dazu diverse andere Maßnahmen. Nicht alles sofort, aber mit Beginn des zweiten Quartals 2018 soll sich vieles ändern.
Ein ganz großes Ziel des VVT ist auch die "Anschlusssicherung". Kommt ein Bus aus einer Richtung mit Verspätung, soll der Anschlussbus warten. Dafür braucht es technische Voraussetzungen, damit die Busfahrer von der Verspätung des Kollegen auch erfahren. Und natürlich sollen auch Benutzer der Öffis diese Informationen bekommen. Die Bahn will man auch einbinden. Das ist aber schon eutlich schwieriger, da die Außerfernerbahn bekanntlich von der Deutschen Bahn bedient wird.
Den ganze Abend über kamen Erzählungen und Berichte, dass es insgesamt zw. VVT und DB-Region gut passt. Meistens jedenfalls, aber eben nicht immer. Wie in anderen Bereichen auch, ist hier noch Luft nach oben.
Eines versicherten aber alle: Man ist bemüht, das Angebot weiter zu verbesseren, damit künftig noch mehr Menschen in die Öffis einsteigen.

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