Beitrag mit VIDEO
Plansee und Baggersee wurde mehr Ruhe verordnet

Unmissverständlich das Schild in Weißenbach.
4Bilder
  • Unmissverständlich das Schild in Weißenbach.
  • Foto: Reichel
  • hochgeladen von Günther Reichel

BREITENWANG/WEISSENBACH (rei). Camping findet immer mehr Freunde. Und viele kommen mit Wohnmobilen oder Campingbussen. Die sind sehr mobil, und man kann sein Nachtlager nahezu überall rasch und unkompliziert aufschlagen. 

Wildcamper am Plansee

Im vergangenen Sommer führte dies entlang des Plansees zeitweise zu Problemen. Viele Parkplätze entlang des zweitgrößten Tiroler Natursees waren belegt. Untertags sowieso, nicht selten aber von diesen "Wildcampern" auch während der Nacht.
Der Ärger war groß und der Ruf, dem gegenzusteuern, laut. Die Gemeindegutsagrargemeinschaft Breitenwang, der große Teile des Sees und des Uferbereichs gehören, reagierte. Bereits 2018 wurden Schritte eingeleitet, heuer ist man bestens gerüstet, wie Christian Angerer sagt. Breitenwangs Vizebürgermeister ist Geschäftsführer der Gemeindegutsagrargemeinschaft. Er nennt die wichtigsten Schritte, die man gesetzt hat. 
Dazu gehört, dass mehrmals wöchentlich die Bergwacht und die Mitarbeiter der Agrargemeinschaft die Uferstraße in den Abendstunden abfahren. "Die Fahrer von Autos, speziell von Campingbussen bzw. -mobilen, die wir hier antreffen, werden darauf hingewiesen, dass sie hier nicht campieren dürfen. Es werden die Daten der Lenker aufgenommen, die Situation vor Ort wird fotografiert und eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft erstattet."
"Unwissenheit" als Ausrede lasse man nicht gelten: "Wir haben jeweils am Beginn des Sees Schilder aufgestellt, die die rechtliche Situation erklären." Wer seine Daten nicht bekannt geben will, wird der Polizei gemeldet, die sich um alles Weitere kümmert, erklärt Angerer.

Viele sind einsichtig

Aus dem vergangenen Jahr, und auch von einzelnen Fällen im gerade beginnenden 2019-er-Sommer, weiß Angerer aber, dass das Verständis für die Maßnahmen durchaus vorhanden ist. Und wenn die Fahrzeuginsassen einsichtig sind, wird auch schon einmal von einer Anzeige abgesehen - vorausgesetzt, dass man umgehend zusammenpackt und weiterfährt. 
"Außerdem haben wir die Möglichkeit an unseren Campingplätzen an der Seespitze und hinten bei der Forelle geschaffen, dass diese Personen mit ihren Fahrzeugen zu günstigen Tarifen die dortigen Parkplätze für eine Nacht belegen können, und damit einhergehend auch die Sanitäranlagen benützen dürfen", erklärt Angerer. Dieses Angebot werde von vielen gerne in Anspruch genommen, andere verzichten darauf und fahren weiter.

Baggersee völlig verparkt

Ortswechsel: In Weißenbach ist es der Baggersee, der in den Sommermonaten inzwischen an schönen Tagen regelrecht von Besuchermassen gestürmt wird. Der See befindet sich auf Weißenbacher Gemeindegebiet, gehört aber den Bundesforsten.
Mit den teils unliebsamen Begleiterscheinungen im Umfeld des Sees schlägt sich in erster Linie aber die Gemeinde herum. Und da war das Parkplatzproblem in der Vergangenheit besonders ausgeprägt. "An einigen Tagen waren über 100 Autos entlang der Hauptstraße bzw. im Aubereich abgestellt", berichtet Bürgermeister Hans Dreier. Und das mitten im Wasserschutzgebiet!
Das wurde nun zeitgerecht vor Beginn der Sommersaison abgestellt. Flächen, die bislang entlang der Hauptstraße als Parkplatz dienten, wurden aufgeschüttet, die Parkmöglichkeiten sind so verschwunden. "Das hat das Baubezirksamt übernommen", klärt Dreier über die Zuständigkeiten auf.
Die direkte Zufahrt zum Baggersee wurde mit einem Schranken abgeriegelt, sodass auch diese Flächen nicht mehr zum Parken zur Verfügung stehen.
Und wo kann oder soll man nun parken? Bürgermeister Dreier sieht sich dafür nicht zuständig. Weißenbach habe dafür jedenfalls keine Flächen bereitgestellt.
Weil sich der Baggersee aber direkt am Radweg befindet, bietet es sich an, mit dem Rad zu kommen.

Keine Sanitäranlagen

Ein völlig anderes Problem ist jenes der Hygiene, sprich Toiletten. Die gibt es am Weißenbacher Baggersee nicht und es wird sie auch künftig nicht geben, erklärt Bürgermeister Hans Dreier. "Es geht nicht! Weit und breit gibt es keinen Kanal, um die Abwässer wegzubringen. Und ein 'Dixie'-Klo bringt nichts. Die sind ständig verschmutzt, da geht keiner rein", ist sich Dreier sicher.
Wenn heuer aufgrund des Wegfalls der Parkplätze vielleicht weniger Menschen an das kleine, glasklare, aber auch sehr kalte Gewässer kommen, sei das für die Natur wohl ein Vorteil. In der Gemeinde sieht sich Dreier jedenfalls keiner Kritik ausgesetzt, im Gegenteil: "Die Maßnahmen werden begrüßt. Viele sagen, 'jetzt gehört der Baggersee wieder uns.' Mir soll´s recht sein!"

Newsletter Anmeldung!

Du willst Infos, Veranstaltungen und Gewinnspiele aus deiner Umgebung?

Dann melde dich jetzt für den kostenlosen Newsletter aus deiner Region an!

ANMELDEN

Newsletter Anmeldung!

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen