Seppl lässt die Menschen nicht zur Ruhe kommen

Wie unserer Redaktion mitgeteilt wurde, entstand dieses Foto, nachdem Seppl angeblich bereits zwei Schüsse abbekommen hat.
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  • Foto: privat
  • hochgeladen von Günther Reichel

BIBERWIER (rei). Seppl, Seppl, und wieder Seppl: Jener zahme Hirsch, der über Wochen und Monate in Biberwier umherstreifte, sorgt auch nach seinem Abschuss für viele Diskussionen.

Ein Blick zurück

Wir erinnern zurück: Der Hirsch wurde in Biberwier "angefüttert" und dadurch zahm. Das Wildtier streifte durch den Ort, besuchte Gärten und ließ sich gerne von den Hausbewohnern und auch von vielen Besuchern, die eigens wegen des Tieres nach Biberwier kamen, mit diversen Leckereien, etwa Obst, füttern.
Von Jagd- und Behördenseite her sah man jedoch durchaus eine Gefahr in diesem Tier. Es wurde daher eine Übersiedelung in ein Gehege in Oberösterreich angedacht.
Das war zunächst nicht möglich: Das Geweih des Tieres hätte altersbedingt abbrechen und Seppl in der Folge verbluten können. Dann im Sommer war es für den Transport zu heiß und im zeitigen Herbst hatte Seppl andere Interessen. Die Brunftzeit zog ihn in die Wälder. Hier geriet er in einen Revierkampf, wurde schwer verletzt und suchte von sich aus wieder die Nähe der Menschen.
In einem Garten in Biberwier ließ sich der blutende Hirsch nieder. Bei der Nachschau kam der Jäger zur Auffassung, das Tier muss geschossen werden, was dann auch passierte.

Hitzige Debatte entbrannt

Notwendig oder nicht? Es entbrannte eine intensive Diskussion darüber, speziell in den sozialen Medien.
Als die Sache "erledigt" schien, flatterte vor wenigen Tagen ein anonymes Schreiben bei der Bezirkshauptmannschaft, der Polizei, beim Tierschutzverein, bei der Jägerschaft und bei diversen Medien, darunter auch die Bezirksblätter, ein.

Anonyme Anzeige eingelangt

In diesem Schreiben wird der Abschuss des Tieres kritisiert und Vorwürfe erhoben. Unverständnis herrscht darüber, dass drei Schüsse notwendig waren, um Seppl endgültig zu erlegen. Unverständnis gibt es ferner darüber, dass mitten im Wohngebiet von der Schusswaffe Gebrauch gemacht wurde.

Behörde prüfte genau

Von Behördenseite wurde das anonyme Schreiben wie eine Anzeige gewertet. Am Donnerstag gab es daher eine offizielle Anhörung auf der Bezirkshauptmannschaft (Hier der Bericht dazu).
"Alles rechtens", fasste Bezirksjägermeister Arnold Klotz das Ergebniss zusammen. Der Abschuss in einem Garten in Biberwier sei unumgänglich gewesen: "Der Hirsch wurde im Kampf mit einem anderen Tier schwerst verletzt. Dazu kommt, dass er in der Brunft und somit vollgepumpt mit Testosteron war. Niemand kann in so einer Situation abschätzen, wie sich ein Tier verhält", erklärt der Bezirksjägermeister.
Um eine mögliche Gefahr für die Menschen abzuhalten, habe man sich für den Abschuss entschieden. Dass drei Schüsse notwendig waren, sei wenig erfreulich, aber das komme einfach vor, gerade in Ausnahmesituationen. Und eine solche sei zweifelsfrei vorgelegen.
Diese Faktoren wurden auch bei der Besprechung auf der Bezirkshauptmannschaft so vorgebracht. "Wir warten jetzt natürlich das offizielle Ergebnis ab, aber ich denke, die Fachleute der Bezirkshauptmannschaft sehen die Situation wie wir", erklärt Klotz, der hofft, dass das Thema damit nun endgültig ein Ende hat.

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