Sonntagsfahrverbot als wirksamste Maßnahme gegen den Motorradlärm

Christoph Lechner präsentierte in Stanzach die vom Land Tirol in Auftrag gegebene Motorradlärmstudie.
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STANZACH (filo). Mit dieser Anregung sorgte der Autor der vom Land Tirol in Auftrag gegebenen Motorradlärmstudie Christoph Lechner im übervollen Gemeindesaal von Stanzach für Diskussionsstoff. Aber bevor es zu den zahlreichen und teilweise emotionalen Wortmeldungen kam, wurden zuerst die Zahlen und Fakten der Studie von Lechner in Kurzform präsentiert. Und hier war eines ganz klar herauszuhören.

Fahrverbote und strengere Kontrollen erwünscht
Fast die Hälfte der Bevölkerung aus dem Bezirk Reutte ist der Meinung, dass sie vom Motorradlärm arg geplagt sind und schlagen in einer Befragung unterschiedliche Maßnahmen gegen die Belästigung vor. So würde eine große Mehrheit der über 500 Befragten für mehr und strengere Verkehrskontrollen, höhere Strafen, Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung, Fahrverbote für laute Motorräder auf bestimmten Strecken plädieren. Mit großer Mehrheit abgelehnt wurden hingegen Maßnahmen wie ein generelles Fahrverbot für den Ausflugsverkehr bzw. für Motorräder und verkehrsbaulichen Maßnahmen wie die Errichtung von Verkehrsinseln. Und hier unterscheidet sich die Studie von der Meinung vom Vortragenden Christoph Lechner, der zum Abschluss seines Kurzberichtes zusammenfassend meinte, dass die einzige Maßnahme zur Reduktion des Motorradlärm und damit verbundenen Entlastung für die Bevölkerung ein Fahrverbot für Motorräder am Sonntag sei. „Menschen brauchen Zeit um sich zur Erholen“, so Lechner zum Sonntagsfahrverbot. LHStv. Ingrid Felipe kann sich mit diesem Vorschlag generell anfreunden, „wir brauchen dafür aber eine klare Mehrheit im Landtag und es gilt auch noch, die gesetzlichen und rechtlichen Möglichkeiten auszuloten“, betont Felipe gegenüber den Versammelten. Auch Planungsverbandsobmann Bgm. Heiner Ginther aus Elmen könnte sich vorstellen, ein Sonntagsfahrverbot für Biker an bestimmten Versuchsstrecken zu erwirken. „Wir tun jetzt schon Jahre herum, wir sollten jetzt handeln“, so Ginther.

Motorradlärm belastet mehr als Autolärm
Unter den Anwesenden meldete sich auch Bezirkspolzeitkommandant Egon Lorenz zu Wort, nachdem des Öfteren auch die Arbeit der Polizei angesprochen wurde. „Motorradlärm lässt sich nicht durch die Exekutive reduzieren, vielmehr sollte der Lärmpegel europaweit harmonisiert werden“, so Lorenz. Gehörig gepoltert an diesem Abend hat hingegen Fritz Gurgiser vom Transitforum, welcher der Behörde sogar Amtsmissbrauch vorwarf, was nicht nur Ingried Felipe erzürnte, auch die anwesende Bezirkshauptfrau Katharina Rumpf hatte mit dieser Aussage wenig Freude. „Ich bin Landehauptmannstellvertreterin von Tirol und nicht Kaiserin vorn Europa, ich arbeite Schritt für Schritt für eine Verbesserung der Situation und mache keine leeren Versprechungen“, so die Rechtfertigung von Felipe an die Anwesenden. Für heuer will Felipe weiteres verstärkt auf Bodenmarkierungen und die Überwachung der Exekutive setzen, weiteres versuchen auf nationaler Ebene gute Lösungen voranzutreiben und wie schon erwähnt an der Umsetzung eines Sonntagfahrverbotes arbeiten.

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