Grundzusammenlegung in Weißenbach
Zahl der Grundstücke wurde auf ein Drittel reduziert

Peter Raggl (li) und Christian Angerer (re) dankten Reinhard Witting (Mitte) mit einer hohen Auszeichnung.
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  • Peter Raggl (li) und Christian Angerer (re) dankten Reinhard Witting (Mitte) mit einer hohen Auszeichnung.
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WEISSENBACH (rei). Von einem "Jahrhundertprojekt" war die Sprache am letzten Tag, an dem der Grundzusammenlegungsausschuss der Gemeinde Weißenbach offiziell im Amt war. Nach "nur" 27 Jahren Arbeit wurden die Akten geschlossen.

Weißenbach gehört zu den flächenmäßig größten Gemeinden des Bezirkes, reichen die Grenzen doch bis ins "Schwarzwasser" hinein. Jene Grundstücke, mit denen sich der Grundzusammenlegungsausschuss 27 Jahre lang befasste, befinden sich aber im Umfeld des Siedlungsgebietes, Großteils zwischen Lech und Moosberg gelegen.
Die Ausschussmitglieder hatten anfänglich 3656 Grundstücke zu bewerten, die sich im Besitz von 731 Eigentümern befanden.

Reinhard Witting (stehend) informierte bei der letzten Ausschussitzung zahlreiche Wegbegleiter über das Projekt.
  • Reinhard Witting (stehend) informierte bei der letzten Ausschussitzung zahlreiche Wegbegleiter über das Projekt.
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Umfassende Arbeiten geleistet

Die Grundstücke mussten aber nicht nur bewertet sondern vor allem auch teilweise neuen Besitzern zugesprochen werden. Eine heikle Aufgabe, wie Obmann Reinhard Witting im Rahmen der 29. und zugleich letzten Ausschusssitzung vergangenen Mittwoch erzählte.
Fünf Beschwerden, die auch gerichtsanhängig wurden, habe es gegeben. "Alles wurde erledigt", berichtete Witting. Die Gerichte mussten urteilen, ob alles passt.

Unliebsame Begleiterscheinungen

Was für "Justitia" rechtens war, heißt aber nicht, dass dies auch bei den Grundeigentümern Akzeptanz fand. "Es gibt leider Leute im Ort, die heute nicht mehr 'Grüß Gott' zu mir und sogar zu meiner Familie sagen", erzählte Witting von unangenehmen Begleiterscheinungen. "Ich grüße aber weiterhin und sage 'Hallo'. Vielleicht kommt ja irgendwann ein Gruß zurück", will Witting diesbezüglich nicht aufgeben.
Auch Bürgermeister Hans Dreier wusste zu berichten, dass es im Zuge des Grundzusammenlegungsverfahrens unangenehme Momente gegeben habe - Dreier sprach sogar von Feindseligkeiten: "Es waren nur wenige. Aber jeder Einzelne, der unzufrieden ist, ist einer zuviel."

Viel Positives wurde erreicht

Das sind die negativen Erscheinungen im Umfeld des Riesenprojektes, das die Weißenbacher nahezu drei Jahrzehnte beschäftigte. Das Positive überwiegt aber bei weitem. 
Die ursprünglich 3656 Grundstücke wurden nach einem Wertpunktesystem beurteilt. Es war das erste Mal, dass ein derartiges Verfahren in Tirol angewandt wurde, wie Klaus Juen, Vorstand der Abteilung "Bodenordnung" des Landes, zu berichten wusste. Diese neuartige Bewertung führte dazu, dass die Grundzusammenlegung trotz vieler Schwierigkeiten vergleichsweise  rasch und letztlich weitgehend einmütig abgeschlossen werden konnte.

Anzahl der Grundstücke reduziert

Anstelle der 3656 Grundstücke scheinen heute nur mehr 1272 im Kataster auf. Jedes einzelne ist genau vermessen. Die Eigentümer sind in den Grundbüchern vermerkt, auch Servitute sind klar festgehalten, wobei im Bereich dieser Sonderrechte vieles, das über Jahrzehnte und länger  verbüchert war, nun bereinigt wurde. 
"Es ist sehr wichtig, vermessene Grundstücke zu haben", erklärte Bauernbund-Direktor BR Peter Raggl am Abschlussabend. Vorbei sei die Zeit, als die Grenzstöcke mal einen halben Meter weiter in diese und dann wieder in die andere "wanderten".

Auch das war Teil des Projektes: Freiwillige klaubten nach Flächenbegradigungen Steine aus den Feldern.
  • Auch das war Teil des Projektes: Freiwillige klaubten nach Flächenbegradigungen Steine aus den Feldern.
  • Foto: GZ Weißenbach
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Einhergehend mit der Beurteilung und teilweisen Neuaufteilung der bäuerlichen Grundflächen in Weißenbach wurden Bäche teilweise verlegt, alte Feldwege aufgelassen und neue gebaut; Städel wurden versetzt, Felder von Steinen geräumt, neue Brücken errichtet und noch vieles mehr.
"Wir haben viel erreicht", freute sich Reinhard Witting. 
Dass der Obmann, selbst übrigens kein Besitzer landwirtschaftlicher Flächen und daher bei der Aufteilung selbiger uneigennützig agierend, wesentlich am Gelingen des Projektes beteiligt war, wurde am Abschlussabend mehrfach betont.

Bgm. Hans Dreier (li) sagte namens der Gemeinde danke für das Geleistete.
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Offizieller Dank zum Schluss

Natürlich gab es auch offiziellen Dank dafür. Auf Antrag von Landwirtschaftskammer- und Bauernbund-Bezirksobmann Christian Angerer wurde Witting das Silberne Ehrenzeichen des Bauernbundes verliehen. Die Gemeinde bedankte sich bei Witting mit einem Gutschein für ein Wellness-Wochenende.

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