Strukturplan Pflege 2012 - 2022
Bei der Pflege wird kräftig aufgestockt

Sie sind mit dem Ergebnis der Tagung zufrieden: v.l.: Bgm. Hanspeter Wagner, BH Katharina Rumpf, Bgm. Martin Schädle, LTP Sonja Ledl-Rossmann, LR Berhnard Tilg, Sozialbateilungsvorständin Kathrin Eberle, Bgm. Heiner Ginther.
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  • Sie sind mit dem Ergebnis der Tagung zufrieden: v.l.: Bgm. Hanspeter Wagner, BH Katharina Rumpf, Bgm. Martin Schädle, LTP Sonja Ledl-Rossmann, LR Berhnard Tilg, Sozialbateilungsvorständin Kathrin Eberle, Bgm. Heiner Ginther.
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REUTTE (rei). Wir werden immer älter und damit einhergehend steigt auch der Bedarf an Pflegeplätzen. Mit dem "Strukturplan Pflege" haben das Land Tirol und die Gemeinden Vorsorge getroffen, dass es auch ausreichend Pflegeplätze gibt. Aber reichen die vorhandenen Plätze tatsächlich?

Evaluierung durchgeführt

Nun gab es eine Evaluierung des "Strukturplans Pflege 2012 - 2022" mit dem Ergebnis, dass es zusätzliche Pflegeplätze braucht und man diese auch bereit stellen will.
In der Bezirkshauptmannschaft gab es ein Treffen der Bezirks- und Gemeindevertreter mit den Fachleuten des Landes. Mit dabei auch das zuständige Regierungsmitglied LR Bernhard Tilg, sowie Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann.
"Es ist viel weitergegangen in den vergangenen Jahren. Dafür gebührt dem Bezirk Reutte Dank", erklärte Tilg im Anschluss an die Tagung. So manche Weichenstellung wurde nämlich schon vorgenommen. Zuletzt etwa die Einrichtung von Tagespflegeplätzen in Ehrwald.

Steigender Bedarf

Der Bedarf steigt aber weiter und so muss in den kommenden Jahren an vielen "Rädchen" gedreht werden, um die notwendige Pflege anbieten zu können.

Aufbauend auf die Überprüfung vorhandener Zahlen wurden Ausbauziele und ein Ausbaubedarf bis Ende 2022 für den Bezirk Reutte festgelegt:

  • Die Anzahl der Langzeitpflegeplätze in den Wohn- und Pflegeheimen soll von derzeit 134 um 27 anwachsen.
  • Bei der Kurzzeitpflege will man die Anzahl von derzeit elf halten.
  • Dafür ist erstmals die Übergangspflege mit sechs Plätzen berücksichtigt.
  • Bei der Schwerpunktpflege gibt es eine Zusammenarbeit mit Zams. Dort sollen 14 Plätze zusätzlich geschaffen werden.
  • Immer bedeutender wird die Tagespflege. Hier gibt es im Moment 18 Plätze im Bezirk. Geplant ist mehr als eine Verdoppelung, 20 zusätzliche Plätze soll es geben.
  • Ein anderer Schwerpunkt wird auf "betreutes Wohnen" gelegt. Die derzeitige Anzahl von 13 soll um 27 Plätze aufgestockt werden, künftig somit 40 an der Zahl.

Regionen sind unterschiedlich weit

Wer das alles zahlt? Das Land und die Gemeinden sind gefordert! Die Notwendigkeit ist unbestritten. Doch scheint es (noch) regionale Unterschiede zu geben. Der Gräner Bürgermeister und Regionsobmann des Tannheimer Tales, Martin Schädle, konnte berichten, dass man im Hochtal geschlossen hinter dem Plan steht, Tagespflegeplätze zu schaffen. Deshalb waren die Gemeindevertreter des Tannheimer Tals auch bei der Eröffnung der Tagespflegestätte in Ehrwald dabei, um sich anzusehen, was hier geschaffen wurde.
Nun steht in Grän der Bau eines Arzthauses an. In dieses, so die Idee, möchte man die Tagespflegestätte für das Hochtal integrieren. Zwei Plätze sind nach gültigen Plan für das Tannheimer Tal vorgesehen, basierend auf der nun vorliegenden Evaluierung des Strukturplanes Pflege wird aber aufgestockt. Zumindest fünf, lieber sechs Plätze hätte man gerne, erklärte Schädle. Der Bedarf sei gegeben und auch wirtschaftlich wäre es günstiger, fünf bis sechs als nur zwei Plätze zu betreiben.

So weit ist man im Lechtal noch nicht. "Ich habe aber das Gefühl, die Erkenntnis, dass wir solche Dinge (die Tagespflege, Anm.) nur gemeinsam bewältigen können, wächst", erklärte Bgm. Heiner Ginther aus Elmen, Regionsobmann des Lechtals. Und Nachsatz: "Wir schaffen das!"
Wo im Lechtal eine solche Pflegestätte entstehen könnte, ist aber offen. Er habe Vorstellungen dazu, die er aber nicht öffentlich machen wolle, so Ginther auf Nachfrage.

Und in den anderen Regionen? Im Zwischentoren gibt es seit Anfang Oktober die Tagespflege in Ehrwald (lesen Sie hier mehr dazu), welche Bürgern der Gemeinden Ehrwald, Lermoos und Biberwier offen steht. Ledl-Rossmann erklärte, dass die Gespräche für eine gemeinsame Lösung, das Zwischentoren betreffend, geführt werden. Und im Raum Reutte gibt es die beiden Pflegeheime in Reutte und Ehenbichl.
Auch hier arbeite man an einer Lösung, damit der gestiegene Bedarf abgedeckt werden kann.

Jetzt soll alles schnell gehen

In allen Regionen des Landes werden derzeit Gespräche geführt, was es wo braucht und wie man die benötigten Plätze bzw. Pflegestunden abdecken kann.

LR Tilg drückt hier aufs Tempo:
Zwei Wochen hat das Land den Gemeinden für Beratungen, basierend auf den neuen Zahlen, eingeräumt. Danach erwartet man sich Rückmeldungen. Bereits im November 2018 sollen Beschlüsse gefasst werden.

Ehe die zusätzlichen Plätze aber tatsächlich angeboten werden können, wird noch einiges an Zeit vergehen. Denn gerade in den ländlichen Regionen besteht kein räumliches Angebot, das man nützen kann. Es muss gebaut bzw. adapiert oder gar saniert werden.

Mobil vor stationär

Aber man befinde sich auf dem richtigen Weg, sagt Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossman. Unmissverständlich wurde bei allen Ausbauplänen aber auch ein anderer Punkt festgestellt: das Motto "mobil vor stationär" hat weiterhin Gültigkeit!
Dafür braucht es mobile Pflegedienste. 34.612 Leistungsstunden sind derzeit jährliche im Bezirk für diese Pflegeform eingeplant, künftig möchte man 5864 Stunden zusätzlich anbieten.

Sie sind mit dem Ergebnis der Tagung zufrieden: v.l.: Bgm. Hanspeter Wagner, BH Katharina Rumpf, Bgm. Martin Schädle, LTP Sonja Ledl-Rossmann, LR Berhnard Tilg, Sozialbateilungsvorständin Kathrin Eberle, Bgm. Heiner Ginther.
Eine Abordnung aus dem Tannheimer Tal ließ sich kürzlich in Ehrwald die neu eröffnete Tagespflegestätte von den Vertretern des Sozial- und Gesundheitssprengels Außerfern zeigen.
Autor:

Günther Reichel aus Reutte

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