Grüne fordern Planungspause für Scheiteltunnel

Regina Karlen tritt gegen den Scheiteltunnel auf.
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AUSSERFERN (rei). Vom Bau eines Scheiteltunnels am Fernpass halten die Grünen - gelinde gesagt - wenig. Sie stehen mit ihrer ablehnenden Haltung zu dieser Tunnelröhre entlang der Fernpassstraße B179 nicht alleine da. Mit Ausnahme der ÖVP will diese Röhre derzeit niemand.

100 Millionen Euro Baukosten

Regina Karlen, Bezirkssprecherin der Grünen im Außerfern, versucht noch einmal mit Zahlen die - aus Grünen Sicht - Unsinnigkeit dieser Tunnelröhre zu verdeutlichen.
Berechnungen hätten ergeben, dass sich die reine Fahrzeit in Richtung Innsbruck durch den Scheiteltunnel um bestenfalls drei Minuten verkürzt. Mehr sei nicht herauszuholen. Diesen drei Minuten an Ersparnis stehen aber 100 Millionen Euro an Baukosten gegenüber! Und die Gefahr, dass das 7,5-Tonnen-Limit auf der wichtigen Nord/Süd-Achse am Ende doch noch fällt.
Das zweifelt man wiederum auf ÖVP-Seite an. Mehr noch, das werde nicht passieren, wie  ÖVP-Vertreter in der Vergangenheit nicht nur einmal versicherten. Auf Seiten der Grünen herrscht diesbezüglich aber Skepsis. "Ohne eindeutige Gutachten oder verbindliche Zusagen der EU für den Erhalt des ausgeweiteten Schutzstatus des Fernpass sind weitere Planungen nicht weniger als ein Spiel mit dem Feuer“, warnt Karlen vor einer neuen Transitroute durchs Außerfern.

Hohe Planungskosten

Doch die Vorbereitungen zum Bau des Scheiteltunnels werden konsequent vorangetrieben. Probebohrungen wurden durchgeführt und Windmessungen gemacht. Die Kosten für alle dem Bau vorangestellten Untersuchungen beziffert Karlen mit weit über 600.000 Euro.
Eindeutig zu viel, wie sie findet. Sie plädiert daher für einen vorläufige Pause der Planungen.
„Wenn Fragen wie die Aufrechterhaltung des 7,5 Tonnenlimits nicht vorher geklärt werden, droht der Scheiteltunnel ein Millionengrab zu werden. Dieser Steuergeldverschwendung muss ein Riegel vorgeschoben werden“, warnt Karlen und fordert vom Land ein, dass die existierenden Gutachten öffentlich zugänglich gemacht werden.

Bahnverbindung verbessern

Die Vorstellungen der Grünen hinsichtlich einer Verbesserung der Verkehrssituation im Außerfern gehen in eine andere Richtung. Regina Karlen fordert einmal mehr den massiven Ausbau des öffentlichen Verkehrs: „Im Gegensatz zum Sinnlos-Projekt Scheiteltunnel, würden die Menschen im Außerfern von einer besseren Bahnverbindung nach Innsbruck wirklich profitieren. Schon alleine deshalb sollte vor der weiteren Straßenplanung dringend die Bahntunnelstudie abgewartet werden, denn das wäre eine echte und nachhaltige Entlastung der Strecke, statt des Placebos Scheiteltunnel“, schließt Karlen.

Grüne Kritik ein Eigentor?

Auf Seiten der ÖVP wundert man sich ein wenig über die Kritik der Grünen und erinnert daran, dass der Scheiteltunnel Teil des Koalitionsabkommens der neuen Landesregierung ist. Und diese setzt sich wiederum aus Vertretern der ÖVP und der Grünen zusammen. Die Kritik Karlens am Scheiteltunnel treffe somit in erster Linie Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne), "die dieses Verkehrsprojekt im März dieses Jahres - in Übereinstimmung mit dem Beschluss der grünen Landesversammlung - mit ihrer Unterschrift unter das Koalitionsabkommen abgesegnet hat", stellt dazu Elisabeth Pfurtscheller, ÖVP.
Die Vorarbeiten für den Fernpass-Scheiteltunnel würden auf jeden Fall plangemäß weiterlaufen. Genauso, wie die Umsetzung der in der Fernpass-Strategie festgelegten Entlastungsmaßnahmen, stellt Pfurtscheller klar: "Diesen Weg haben Tiroler Volkspartei und Tiroler Grüne gemeinsam festgelegt und daran werden wir uns halten."

Autor:

Günther Reichel aus Reutte

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